Trump droht Kanada erneut
US-Präsident Donald Trump droht dem Nachbarland Kanada mit einem neuen Strafzoll in Höhe von 50 Prozent für den Import von Flugzeugen. Zudem erklärte Trump auf seiner Plattform Truth Social, sämtlichen Maschinen des kanadischen Flugzeugbauers Bombardier und allen anderen dort hergestellten Jets werde die US-Genehmigung entzogen.
Als Grund für den Entzug und den möglichen Strafzoll nannte Trump den Umgang der kanadischen Behörden mit Gulfstream, einem US-Hersteller von Geschäftsflugzeugen. Kanada habe mehreren Modellen des Bombardier-Konkurrenten keine Betriebsgenehmigungen erteilt und damit im Prinzip deren Verkauf in dem Nachbarland verboten, klagte Trump. Sollte dies nicht "sofort korrigiert" werden, werde er eine zusätzliche Importgebühr von 50 Prozent verhängen, drohte der Präsident.
Erst vor wenigen Tagen hatte Trump Kanada mit horrenden Zöllen gedroht, um eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit des Nachbarn mit China zu verhindern. Sollte die kanadische Regierung einen Deal mit der Volksrepublik schließen, würden alle Importe aus Kanada mit einem 100-Prozent-Zollsatz belegt, so Trump.
Gewinnmitnahmen bei Tech-Aktien – und mehrere Ausnahmen
Der Ausverkauf bei US-Technologiewerten nimmt den Börsen in Asien den Schwung. In Tokio gibt der Nikkei-Index 0,3 Prozent auf 53.208,33 Punkte nach. Der breiter gefasste Topix legt dagegen um 0,2 Prozent auf 3552,62 Zähler zu. Der Shanghai Composite verliert 1,2 Prozent auf 4108,46 Stellen, und der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen fall um ein Prozent auf 4705,81 Punkte.
In Japan drücken vor allem Gewinnmitnahmen bei Technologiewerten auf die Stimmung. "Anleger verkauften Technologiewerte, um Gewinne mitzunehmen", sagt Takamasa Ikeda, Portfoliomanager bei GCI Asset Management. Zu den größten Verlierern zählt der Chip-Ausrüster Advantest mit einem Minus von 5,62 Prozent. Die Papiere des Taschenrechner-Herstellers Casio Computer schießen dagegen um 14,8 Prozent in die Höhe, nachdem das Unternehmen eine Verdopplung seines Jahresgewinns in Aussicht gestellt hatte. Auch die Aktien von Fujitsu legen nach einer angehobenen Prognose um 3,56 Prozent zu.
Amazon erwägt milliardenschweren Einstieg bei OpenAI
Amazon liebäugelt offenbar mit einem Einstieg bei OpenAI. Die Gespräche seien noch in einem frühen Stadium, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Zur Diskussion stehe eine Investition von bis zu 50 Milliarden Dollar. Der ChatGPT-Entwickler OpenAI benötigt zusätzliches Kapital, um die Entwicklung Künstlicher Intelligenz (KI) voranzutreiben. Um dies zu erreichen, plant das Startup den Bau zahlreicher neuer Rechenzentren. Dafür will es unter anderem 100 Milliarden Dollar bei Investoren einsammeln. Bei dieser Transaktion könnte die Firma mit 830 Milliarden Dollar bewertet werden.
Einem Medienbericht zufolge könnten sich neben Amazon auch der Chipkonzern Nvidia und der Software-Anbieter Microsoft an der aktuellen Finanzierungsrunde beteiligen. Als weiterer möglicher Geldgeber wird der japanische Technologie-Investor Softbank gehandelt. Dieser hat bereits einen zweistelligen Milliardenbetrag in das KI-Startup investiert. Gleichzeitig bereitet OpenAI nach Aussagen anderer Insider einen Börsengang vor, der die Marktkapitalisierung des Startups auf mehr als eine Billion Dollar hieven könnte.
Ein gutes Zeichen für die Bank of Japan
Die Kerninflation in der japanischen Hauptstadt Tokio hat sich im Januar abgeschwächt und das Ziel der Notenbank Bank of Japan (BOJ) erreicht. Die Verbraucherpreise ohne die schwankungsanfälligen Kosten für frische Lebensmittel stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,0 Prozent, wie aus aktuellen Daten hervorging. Dies lag unter der mittleren Marktprognose von 2,2 Prozent. Im Dezember hatte der Anstieg noch 2,3 Prozent betragen. Ein separater Index, der sowohl frische Lebensmittel als auch Kraftstoffkosten ausklammert, stieg im Januar um 2,4 Prozent nach 2,6 Prozent im Vormonat. Dieser wird von der BOJ als Maß für die nachfragebedingten Preise genau beobachtet. Die Notenbank hatte im Dezember die Zinssätze auf 0,75 Prozent und damit auf ein 30-Jahres-Hoch angehoben.
"Atemberaubende" iPhone-Nachfrage verzückt Anleger
Der Verkaufserfolg des iPhone 17 hat Apple zu einem überraschend deutlichen Wachstum verholfen. Der Umsatz sei im abgelaufenen Quartal um 16 Prozent auf ein Rekordhoch von 143,8 Milliarden Dollar gestiegen, teilte der US-Elektronikkonzern mit. "Die iPhone-Nachfrage war atemberaubend", sagte Firmenchef Tim Cook. Die Einnahmen aus den Smartphone-Verkäufen legten um 23 Prozent auf 85,27 Milliarden Dollar zu, so stark wie noch nie. Auch der Konzerngewinn übertraf mit 2,84 Dollar je Aktie die Markterwartungen. Apple-Titel stiegen daraufhin im nachbörslichen Handel an der Wall Street um knapp drei Prozent.
Überdurchschnittlich zulegen konnte Apple auf dem wichtigen chinesischen Markt. Die Erlöse kletterten dort um 38 Prozent auf 25,53 Milliarden Dollar – ein mehr als doppelt so starker Anstieg wie von Analysten prognostiziert. In den vergangenen Jahren hatte der US-Konzern unter dem verstärkten Wettbewerb heimischer Konkurrenten wie Huawei oder Xiaomi gelitten.
Und auf einmal ist die Luft raus …
Mit einer positiven Wochenbilanz wird es für den Dax nichts mehr. Das gestrige Minus von 2,3 Prozent auf 24.309 Punkte wiegt zu schwer. Anleger hatten mit Enttäuschung auf den Ausblick des Indexschwergewichts SAP reagiert und die Titel auf Talfahrt geschickt. Der Fokus der Anleger liege gerade vor allem auf den Prognosen, kommentierte Marija Veitmane von State Street. Entscheidend sei die Frage, ob man auch in Zukunft mit dem gleichen Wachstumstempo rechnen könne.
Zum Wochenschluss stehen noch einige Termine auf der Agenda. So dürfte etwa die deutsche Wirtschaft vor dem Jahreswechsel leicht gewachsen sein. Klarheit bringen die vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes für das vierte Quartal 2025, wobei Experten mit einem Plus von 0,2 Prozent beim Bruttoinlandsprodukt rechnen. Nach zwei Rezessionsjahren hatte die Wirtschaft 2025 minimal um 0,2 Prozent zugelegt. Für das laufende Jahr traut die Bundesregierung ihr ein Wachstum von 1,0 Prozent zu - vor allem getragen durch die staatlichen Mehrausgaben.
Die Inflation in Deutschland hat im Januar womöglich wieder leicht angezogen. Für die anstehenden vorläufigen Verbraucherpreisdaten im Januar erwarten Experten einen Anstieg der Jahressteuerungsrate auf 2,0, nach 1,8 Prozent im Dezember. Damit würde das Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) genau getroffen, die eine Rate von 2,0 Prozent als ideal für den gesamten Euroraum ansieht.
Unternehmensseitig kommen die Aktionäre des Industriekonzerns Thyssenkrupp in Bochum zur Hauptversammlung zusammen. Dabei dürften für Vorstandschef Miguel Lopez Licht und Schatten dicht beieinander liegen. Der fulminante Börsengang der Rüstungstochter TKMS wird am Markt als Erfolgsstory betrachtet. Drei Monate nach dem Start ist der U-Bootbauer wie der Mutterkonzern bereits im MDax. Sorgen bereitet hingegen das Stahlgeschäft. Die Restrukturierung mitsamt des Abbaus Tausender Jobs verursacht hohe Kosten und trägt maßgeblich zu Verlusten bei. Zugleich herrscht Funkstille, wie es um die Verhandlungen mit dem indischen Konzern Jindal Steel zur Übernahme der Stahlsparte steht.