Dax leidet unter Zollängsten der Anleger
Angesichts des nahenden Endes der Frist bei den Zollverhandlungen mit den USA haben die Anleger am deutschen Aktienmarkt zum Wochenschluss kalte Füße bekommen. Sollten nicht noch einige Last-Minute-Deals abgeschlossen werden, dürften sich viele Staaten ab der kommenden Woche höheren Zöllen ausgesetzt sehen, sagte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. "Und Stand jetzt gehören dazu auch die Staaten der EU - gerade die exportorientierte deutsche Wirtschaft trifft das hart."
Der Dax verlor 0,6 Prozent auf 23.787 Punkte. Der EuroStoxx50 notierte 1,0 Prozent im Minus bei 5291 Stellen. Der Euro lag am Abend bei 1,1781 US-Dollar. An der Wall Street blieben Reaktionen auf die Zollunsicherheit aus, da die US-Börsen feiertagsbedingt geschlossen hatten.
Anleger fürchten, dass die Verabschiedung des umstrittenen Steuer- und Ausgabengesetzes von Präsident Donald Trump den Schuldenberg der USA deutlich nach oben treiben wird. Durch eine unkontrollierte Haushalts- und Schuldenpolitik könnten die Glaub- und Kreditwürdigkeit der USA leiden und die Anleiherenditen steigen, warnte Jürgen Molnar von RoboMarkets.
Mehr Geld für die Rüstung: Wann erhöht Rheinmetall die Prognose für 2025?
Die Erhöhung der Verteidigungsausgaben in Deutschland auf 3,5 Prozent des BIP bis 2029 ist ein erheblicher Vorteil für Rheinmetall aufgrund seiner bedeutenden Exposition gegenüber dem Inlandsbudget, heißt es von der Deutschen Bank. Die daraus resultierende Absehbarkeit von Budgeterhöhungen und langfristigen Ausgaben sollte ein differenzierender Faktor im Vergleich zu den Mitbewerbern sein.
Mit dem bevorstehenden Bericht für das zweite Quartal 2025 erwarten die Analysten aber noch nicht, dass das Dax-Unternehmen die Prognose für 2025 anpasst, sondern langfristige Möglichkeiten hervorhebt. Eine Anhebung der Prognose werde erst für das dritte Quartal erwartet. Basierend auf erhöhten langfristigen Prognosen ergebe sich ein neues Kursziel.
"Trump hat Potenzial, auch härter zuzuschlagen"
Sommer, Sonne, Börsencrash? Cool bleiben, wenn der Markt baden geht
Was tun, wenn im Sommerurlaub die Börsenkurse einbrechen? Wer sollte sich absichern, wer nicht? Und welche Besonderheiten gibt es beim Währungsrisiko zu beachten? Raimund Brichta spricht mit Christian Köker von der HSBC und Oswald Salcher von Trade Republic über geeignete Strategien für Anleger und Trader.
Hugo-Boss-Großaktionär Frasers will Wachstum statt Dividenden - Aktie steigt kräftig
Der britische Hugo-Boss-Großaktionär Frasers lässt seine Muskeln spielen. Er fordert eine Aussetzung der Dividendenzahlungen von dem schwäbischen Modekonzern. Die Aktie sei unterbewertet, sodass sich Vorstand und Aufsichtsrat auf die Steigerung des Unternehmenswertes konzentrieren sollten, statt Dividenden auszuschütten, heißt es in einer Pflichtmitteilung des britischen Sportartikelhändlers und seines Mehrheitseigentümers Mike Ashley.
"Die einbehaltenen Mittel könnten (...) stattdessen für andere wertsteigernde Maßnahmen innerhalb des Unternehmens verwendet werden, die das langfristige Wachstum und die finanzielle Flexibilität der Hugo Boss AG besser unterstützen würden." Die Hugo-Boss-Aktie stieg um 5,6 Prozent.
Windbranche: Neues Bundeswehr-Gesetz könnte Windenergie massiv behindern
Die deutsche Windenergie-Branche warnt vor Neuregelungen im Beschleunigungsgesetz für die Aufrüstung der Bundeswehr. Das Beschaffungs- und Beschleunigungsgesetz solle der Bundeswehr ein weitreichendes Vetorecht gegen Windräder einräumen, kritisiert der Bundesverband Windenergie (BWE). Die positive Entwicklung der Windenergie der vergangenen Jahre sei damit in Gefahr.
Ein entsprechender Paragraf sei bereits 2023 im Entwurf zum Luftverkehrsgesetz aufgetaucht und hätte den Ausbau der Windenergie massiv einschränken können. Damals habe die Bundeswehr zugesagt, ihre Position zunächst mit einer Studie zu untermauern. Diese liege aber nach wie vor nicht vor, dafür sei der Paragraf in fast identischer Form wieder aufgetaucht. BWE-Präsidentin Bärbel Heidebroek warf der Bundesregierung vor, Fakten schaffen zu wollen, bevor die Studie zu den tatsächlichen Auswirkungen von Windrädern auf Luftverteidigungs-Radare vorliege.
VW-Personalchef nimmt seinen Hut
Hier eine wichtige Personalie: Volkswagen kommt nämlich der Personalchef abhanden. Gunnar Kilian verlässt Europas größten Autobauer, teilte der Dax-Konzern mit. Kilians Aufgaben werden von Thomas Schäfer kommissarisch übernommen.
Singapur brummt Schweizer Banken Millionenstrafen auf
Singapurs Finanzaufsicht MAS hat sechs Banken und drei weiteren Finanzfirmen im größten Geldwäscheskandal des Stadtstaates Millionenstrafen aufgebrummt. Insgesamt müssen die Geldhäuser 27,45 Millionen Singapur-Dollar (entsprechend 21,5 Millionen US-Dollar) auf den Tisch legen, wie die Behörde mitteilte. Prominent vertreten sind Schweizer Institute. Die Strafe für die UBS beläuft sich auf drei Millionen Singapur-Dollar, dazu kommen weitere 5,8 Millionen für die 2023 übernommene Credit Suisse. Die Credit Suisse muss damit die höchste Strafe aller Institute schultern. Gegen Julius Bär wurde eine Zahlung von 2,4 Millionen Singapur-Dollar verhängt, gegen die liechtensteinische LGT eine von einer Million.
In dem Fall ging es um mehr als drei Milliarden Singapur-Dollar an illegalen Vermögenswerten, die beschlagnahmt wurden, nachdem im August 2023 bei einer Reihe von Razzien zehn Ausländer festgenommen worden waren. Die zehn Geldwäscher waren zu Haftstrafen zwischen 13 und 17 Monaten verurteilt worden.
Thyssenkrupp nimmt 800-Millionen-Euro-Anlage in Betrieb
Rund 800 Millionen Euro teure Stahlwerks-Technik hat Deutschlands größter Stahlhersteller Thyssenkrupp Steel in Duisburg offiziell in Betrieb genommen. Dazu zählen unter anderem eine sogenannte Stranggießanlage, die flüssigen Stahl in feste Blöcke, sogenannte Brammen, verwandelt. Auch ein neues Warmbandwerk gehört zu den Anlagen. Darin werden die heißen Brammen zu dünneren Blechen gewalzt.
Die Anlagen ersetzen eine über 20 Jahre alte Gießwalzanlage. Die Bauzeit betrug zwei Jahre. Laut Thyssenkrupp sorgen die neuen Maschinen für Qualitätssteigerungen sowie eine bessere Auslastung der vorgeschalteten Stahlerzeugung. Produziert werden könnten jetzt festere und dünnere Premiumstähle, zum Beispiel für E-Mobilität und Energiewende, so das Unternehmen.
Commerzbank-Kontrollvize: Unicredit-Chef soll "Aktien verkaufen und nach Hause gehen"
Der Betriebsratschef der Commerzbank, Sascha Uebel, hat die italienische Großbank Unicredit aufgefordert, die Finger von dem Frankfurter Geldhaus zu lassen. "Sein nächster Schritt sollte sein, seine Aktien zu verkaufen, die Gewinne mitzunehmen und nach Hause zu gehen", sagte Uebel, der auch stellvertretender Aufsichtsratschef der Bank ist, mit Blick auf Unicredit-Chef Andrea Orcel.
Dieser hatte jüngst in Schreiben an Bundeskanzler Friedrich Merz und Finanzminister Lars Klingbeil erneut für eine Übernahme der Commerzbank und eine Fusion mit der Unicredit-Tochter HypoVereinsbank (HVB) geworben. Die schwarz-rote Bundesregierung hatte Orcel aber erneut die kalte Schulter gezeigt. Auch bei der Gewerkschaft Verdi warb Orcel schriftlich für seine Pläne. Doch diese reagierte ebenfalls ablehnend.
Neues vom Geldmarkt
Kaum verändert zeigt sich der Frankfurter Euro-Geldmarkt. Der Overnight-Satz wird weiter in einer breiten Spanne von 1,80 zu 2,15 Prozent gestellt. Angesichts eines Feiertages in den USA und der dort geschlossenen Börsen flaut das Geschäft noch weiter ab. Mit Interesse blicken auch Teilnehmer vom Geldmarkt auf kommenden Mittwoch und das auslaufende US-Ultimatum für Zollverträge. Je nachdem, welche Bedingungen Europa und damit größtenteils dem Euroraum aufgezwungen werden, dürfte der Euro-Dollar-Kurs reagieren. Dies werde dann weiter das Thema Importierte Inflation und die Sorgen der EZB darüber thematisieren. Die EZB dürfte zunächst verbal reagieren und unterstreichen, dass ein stärkerer Euro dazu führen könnte, dass die Inflation ihr Ziel unterschreitet und deutlichere Zinssenkungen erforderlich macht, meint Chris Turner von ING.
Hier die jüngsten Daten: Tagesgeld: 1,80 - 2,15 (1,80 - 2,15), Wochengeld: 1,90 - 2,22 (1,87 - 2,22), 1-Monats-Geld: 1,92 - 2,10 (1,86 - 2,28), 3-Monats-Geld: 1,97 - 2,24 (1,95 - 2,35), 6-Monats-Geld: 1,94 - 2,26 (1,95 - 2,35), 12-Monats-Geld: 1,98 - 2,27 (1,95 - 2,35), Euribors: 3 Monate: 1,9370 (1,9580), 6 Monate: 2,0310 (2,0330), 12 Monate: 2,0620 (2,0550)
Air France-KLM wird Mehrheitsaktionär von SAS
Die Fluggesellschaft Air France-KLM stockt ihre Beteiligung an Scandinavian Airlines (SAS) kräftig auf und wird künftig mit 60,5 Prozent einen Mehrheitsanteil halten. Zuvor kamen die Franzosen auf eine Beteiligung von 19,9 Prozent, nun übernehmen sie die von Castlelake und Lind Invest gehaltenen Anteile vollständig. Der Wert der Beteiligung wird nach Angaben Air France-KLM bei Abschluss der Transaktion festgelegt und richte sich nach der finanziellen Leistung von SAS. Dazu gehören der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen sowie die Nettoverschuldung. Castlelake hält derzeit 32 Prozent an SAS, während Lind Invest 8,6 Prozent hält.
Wann bricht der Bitcoin nach oben aus?
Der Bitcoin hat ein erfolgreiches Halbjahr hinter sich. Aber es gibt einen Index, der ihn geschlagen hat. Darüber und über die weiteren Aussichten am Kryptomarkt spricht Raimund Brichta mit Dirk Heß von nxtAssets. Außerdem gibt es eine Antwort auf die Frage, wie Anleger auf den Bitcoin setzen können, ohne eine eigene Krypto-Wallet anlegen zu müssen.
Dax klar im Minus
Update von der Frankfurter Börse: Der Dax hat weiter im negativen Bereich verharrt. Am Mittag fiel er um 0,7 Prozent auf 23.773 Punkte. Der EuroStoxx50 sackte um 1,0 Prozent auf 5290 Stellen ab. Der Euro lag bei 1,1780 US-Dollar.
"Trumps USA werden härter und ungerechter"
Donald Trumps riesiges Steuergesetz nimmt alle Hürden im US-Parlament. Damit befindet sich der Präsident vorerst auf dem Höhepunkt seiner Macht. Doch die "Big Beautifull Bill" hat gehörig Sprengstoff, wie Ulrich Reitz, Chefkorrespondent Wirtschaft, kommentiert.
Eurozonen-Erzeugerpreise sinken nicht mehr so schnell
Die Erzeugerpreise im Euroraum sind im Mai weiter gefallen, aber nicht mehr so schnell wie in den Vormonaten. In der Industrie sanken sie um 0,6 Prozent im Vergleich zum April, wie das Statistikamt Eurostat mitteilte. Ökonomen hatten mit einem Rückgang um 0,5 Prozent gerechnet, nach einem Minus von 2,2 Prozent im April und minus 1,7 Prozent im März.
Auch im Mai wirkten die Energiepreise dämpfend. Doch mit 2,1 Prozent war der Rückgang nicht mehr so stark wie noch im April, als sie um 7,8 Prozent nach unten gingen. Die Herstellerpreise für Investitionsgüter wie Maschinen und Anlagen stagnierten, jene für Vorleistungsgüter sanken um 0,1 Prozent.
Risikoprämien ziehen an - Trump will erste Briefe mit neuen Zollsätzen versenden
Mit den Risikoprämien am europäischen Kreditmarkt geht es leicht nach oben. Nachdem günstige US-Arbeitsmarktdaten am Donnerstag das Sentiment noch gestützt haben, richten sich die Blicke nun wieder verstärkt auf den schwelenden Handelskonflikt zwischen den USA und dem Rest der Welt. Die Aussetzung der Zölle läuft nur noch bis Mittwoch kommender Woche. Laut Bloomberg will US-Präsident Donald Trump aber bereits heute erste Briefe mit neuen Zollsätzen versenden.
Nach Einschätzung aus dem Handel sind die Risiken an den Märkten asymmetrisch verteilt. "Die Abwärtsrisiken überwiegen klar", heißt es. Die Anleger setzten darauf, dass US-Präsident Trump bei den Zollverhandlungen auch dieses Mal letztlich einlenken werde. Das sei zwar durchaus möglich, könnte dieses Mal aber zu einem deutlich späteren Zeitpunkt erfolgen. Denn Rekordstände an den Börsen beziehungsweise die Verabschiedung des Steuerpakets gäben Trump Rückenwind.
Rheinmetall-Aktie nach optimistischem Kommentar stark
Ein optimistischer Analysten-Kommentar schiebt Rheinmetall an die Dax-Spitze. Die Aktien des Rüstungskonzerns legen um bis zu 2,3 Prozent auf 1735 Euro zu. JP Morgan hat das Kursziel für die Aktien auf 2250 Euro (zuvor 2100 Euro) erhöht. Die Experten sehen angesichts der anziehenden Verteidigungsausgaben in Deutschland für die Aktien noch Luft nach oben. Sie gehen davon aus, dass die deutschen Ausgaben die anderer europäischer Länder übertreffen werden. Und es werde auch über 2030 hinaus noch einige Jahre brauchen, bis Deutschland sein militärisches Potenzial wiederaufgebaut habe, heißt es in dem Kommentar. Die Analysten der Deutschen Bank erhöhten ebenfalls das Kursziel für Rheinmetall, sie setzten es auf 1950 von zuvor 1800 Euro.
Opec+ dürfte weitere Produktionssteigerung beschließen - Ölpreise fallen
An den Märkten wird erwartet, dass die Opec+, die weltgrößte Gruppe von Erdölproduzenten, am Sonntag eine weitere extrem hohe Produktionssteigerung beschließen wird. Damit würden die Pläne zur Rücknahme der Produktionskürzungen ein ganzes Jahr früher als ursprünglich geplant umgesetzt. Die wichtigsten Mitglieder der Allianz haben sich bereits auf eine Erhöhung um 411.000 Barrel pro Tag - das Dreifache der ursprünglich geplanten Menge - für Mai, Juni und Juli geeinigt. Eine weitere Erhöhung im August wäre der vierte Monat in Folge mit hohen Steigerungen, sodass der Markt bis zum Jahresende gut versorgt wäre.
Sollte die Erhöhung genehmigt werden, würde sich das Gesamtangebot seit April auf fast 1,8 Millionen Barrel pro Tag erhöhen. Heute geht es mit den Ölpreisen abwärts. Die Sorten WTI und Brent verbilligen sich um je 0,7 Prozent.
DWS-Aktie nach Herunterstufung unter Druck
Nach einer Herunterstufung taucht die Aktie der DWS Group ab. Das Papier verliert bis zu 2,9 Prozent und ist damit schwächster MDax-Wert. Die Analysten von Exane BNP Paribas haben den Titel herunter auf "Underperform" von "Neutral" gestuft.
Dollar verliert an Wert
Die Erholung des Dollar nach dem überraschend starken US-Arbeitsmarktbericht war nur von kurzer Dauer. Der Dollar-Index verliert bis zu 0,3 Prozent auf 96.8790 Punkte, der Euro notiert 0,2 Prozent fester bei 1,784 Dollar.
Auf Wochensicht hat der Dollar-Index 0,5 Prozent an Wert verloren. Anleger fürchten, dass die Verabschiedung des Steuer- und Ausgabengesetzes von Präsident Donald Trump den Schuldenberg der USA deutlich nach oben treiben wird. Das Gesetz trage langfristig zu den Sorgen bei, was den Status des US-Dollars angehe, so die Commerzbank.
Belastend für den Dollar wirkt sich auch das näher rückende Fristende für die Zollverhandlungen Trumps mit zahlreichen Handelspartnern aus.
Dax leidet unter Zollangst
Der Frankfurter Aktienmarkt geht mit Verlusten in den Freitag. Der Dax gibt 0,4 Prozent auf 23.835 Punkte ab.
Für Unruhe sorgte vor allem das nahende Fristende bei den Zollverhandlungen mit den USA. Die aktuelle Aussetzung der Zölle laufe nur noch bis Mittwoch der kommenden Woche, sagte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Sollten nicht noch einige Last-Minute-Deals abgeschlossen werden, dürften sich viele Staaten dann höheren Zöllen ausgesetzt sehen. "Und Stand jetzt gehören dazu auch die Staaten der EU - gerade die exportorientierte deutsche Wirtschaft trifft das hart."
Deutsche Industrie mit deutlichem Auftragsschwund
Rückschlag für die zuletzt im Aufwind befindliche deutsche Industrie: Ihre Aufträge sind im Mai wegen der sinkenden Nachfrage aus dem Inland überraschend stark gefallen. Sie schrumpften um 1,4 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.
"Eine leichte Enttäuschung, die man aber nicht überbewerten sollte", kommentierte Ökonom Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) die Entwicklung. "Zuletzt waren die Zahlen aus der Industrie durchaus ansprechend, sodass auch mal der eine oder andere Rücksetzer zu verkraften ist."
Im April (+1,6 Prozent) und im März (plus 3,4 Prozent) hatte es zwei Anstiege in Folge gegeben.
"Über allem schwebt aber weiterhin das Damoklesschwert der US-Zollpolitik", sagte Niklasch. Kommende Woche läuft die von US-Präsident Donald Trump angekündigte Pause bei den massiven Zollerhöhungen auf Importe auch aus der EU aus. Die USA sind der größte Abnehmer von Waren "Made in Germany".
Entspannung im Zoll-Zoff zwischen den USA und China
Peking und Washington beschleunigen chinesischen Angaben zufolge die Umsetzung des in London vereinbarten Handelsabkommens. US-Regierungsvertreter hätten China darüber informiert, dass sie eine Reihe von restriktiven Maßnahmen gegen chinesische Waren aufheben würden, sagte ein Sprecher des chinesischen Handelsministeriums.
Die Stellungnahme ist laut Ministeriums-Webseite eine Reaktion auf jüngste Medienberichte, denen zufolge mehrere Unternehmen Mitteilungen aus Washington erhalten haben, dass sie ihre Exporte von Chipdesign-Software, Ethan und Flugzeugtriebwerken nach China wieder aufnehmen dürfen. Der Schritt erfolgt inmitten von Anzeichen für eine Entspannung der Beziehungen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt.
Während der jüngsten Handelsgespräche hatte sich Peking bereiterklärt, die Beschränkungen für Exporte von Seltenen Erden zu lockern, wenn die USA im Gegenzug einige Handelsbeschränkungen gegenüber China aufheben.
Boeing sichert sich milliardenschweren Satelliten-Auftrag
Boeing hat von der im US-Verteidigungsministerium angesiedelten US-Space Force (USSF) einen Auftrag im Wert von 2,84 Milliarden US-Dollar für Satelliten erhalten. Wie Boeing mitteilte, soll der Konzern zwei Satelliten im Rahmen des Programms "Evolved Strategic Satellite Communications" (SATCOM) entwickeln und fertigen.
Demnach hat Boeing eine Option für die Entwicklung und Herstellung von zwei weiteren Satelliten bekommen. Die Arbeiten sollen bis zum 31. Dezember 2033 abgeschlossen sein. Die Satelliten sollen im Vergleich zu den derzeit im Orbit befindlichen strategischen Kommunikationssatelliten höhere Kapazität, Flexibilität, Zuverlässigkeit und Ausfallsicherheit bieten.
Dax vor schwachem Start
Der Dax wird Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge heute niedriger starten. Der Leitindex hatte gestern 0,6 Prozent höher bei 23.934 Punkten geschlossen.
Heute bleibt die Wall Street feiertagsbedingt geschlossen. Ohne die Unterstützung der US-Börsen dürften die Handelsumsätze am deutschen Aktienmarkt eher gering bleiben.
Im Fokus stehen weiterhin die von US-Präsident Donald Trump angedrohten Zölle.
Südkorea versucht, Trumps Zölle zu vermeiden
Südkoreas Handelsminister Yeo Han Koo reist kurz vor Ablauf der Frist für Zollgespräche am 9. Juli noch einmal in die USA. Südkorea hat sich um Ausnahmen von den Zöllen bemüht, die US-Präsident Donald Trump auf die Einfuhr von Autos und Stahlerzeugnissen verhängt hat.
Washington fordere einen besseren Zugang zum südkoreanischen Agrar- und Automobilsektor sowie einen verbesserten Marktzugang und eine "diskriminierungsfreie" Behandlung im digitalen Sektor, sagte Yeo bei einer parlamentarischen Anhörung. Auf die Frage, ob Südkorea den Termin am 9. Juli einhalten könne, sagte Yeo, der Inhalt der Verhandlungen sei wichtiger als der Termin.
Tokio folgt US-Vorgaben
Asiens Börsen tendieren fester. Der japanische Aktienindex steigt leicht an, da die Aktien von Chip-Herstellern an die Rekordjagd der Wall Street über Nacht anknüpften. In Tokio legt der 225 Werte umfassende Nikkei-Index um 0,1 Prozent auf 39.828 Punkte zu und der breiter gefasste Topix bleibt fast unverändert bei 2829 Zählern. Die Börse Shanghai gewinnt 0,3 Prozent auf 3470 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen steigt um 0,3 Prozent auf 3978 Punkte.
"Die Anleger blieben optimistisch, was die Marktaussichten angeht, aber der Nikkei ist immer noch anfällig", sagte Shuutarou Yasuda, ein Marktanalyst bei Tokai Tokyo Intelligence Laboratory. "Sobald er die 40.000er-Marke erreicht hatte, kam es zu einem Ausverkauf, um Gewinne zu realisieren", fügte er hinzu.
In Bezug auf das Auslaufen der Frist für Zollverhandlungen mit den USA will US-Präsident Donald Trump in Kürze die einzelnen Länder darüber informieren, mit welchen Zollsätzen sie auf ihre Exporte in die USA konkret rechnen müssen. Finanzminister Scott Bessent sagte, er gehe davon aus, dass etwa 100 Länder einen Mindestzoll von zehn Prozent auferlegt bekommen. Trump hatte im April die Zollsätze für die meisten Länder vorübergehend auf zehn Prozent gesenkt, um Zeit für Verhandlungen zu schaffen.
Dax muss heute auf Impulse aus den USA verzichten
Mit Aufschlägen hat der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag auf die Bekanntgabe starker US-Arbeitsmarktdaten und einen besser als erwartet ausgefallenen amerikanischen ISM-Index reagiert. Mit 147.000 Stellen hat die US-Wirtschaft im Juni viel mehr als die erwarteten 110.000 geschaffen. Die Zahlen konterkarieren schwache ADP-Daten vom Mittwoch und sprechen gegen eine baldige Zinssenkung durch die US-Notenbank. Eine Juli-Zinssenkung durch die Fed dürfte damit vom Tisch sein.
Die Terminlage ist heute äußerst übersichtlich, zumal feiertagsbedingt auch die US-Börsen nicht handeln. Da wäre die Auftragslage der deutschen Industrie. Diese dürfte im Mai weniger Orders eingesammelt haben. Experten rechnen mit einem leichten Minus von 0,1 Prozent zum Vormonat. Der angeschlagene Sektor hatte wegen der anziehenden Binnennachfrage im April überraschend mehr Aufträge an Land gezogen. Das Neugeschäft wuchs um 0,6 Prozent.
Weiter auf dem Programm stehen Daten zur französischen Industrieproduktion im Mai. Am späten Vormittag gibt es Zahlen zu den Mai-Erzeugerpreisen der Eurozone.
Die komplette Terminübersicht für diese Woche finden Sie hier.