Der Börsen-Tag
1. Juli 2026
imageHeute mit Thomas Badtke und Max Borowski
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07:30 Uhr

EZB erwägt Verdopplung der Mindestreserve für Banken

Die Europäische Zentralbank (EZB) erwägt Insidern zufolge, die Mindestreserve für Banken zu verdoppeln, um ihre eigenen Zinsausgaben zu senken. Die Währungshüter debattierten darüber, den Anteil der Kundeneinlagen, den Geldhäuser unverzinst bei der Notenbank parken müssen, von einem auf zwei Prozent zu erhöhen, sagten sechs mit dem Vorgang vertraute Personen Reuters. Eine Entscheidung werde bis zum Herbst erwartet. Der EZB-Rat habe den Vorschlag bislang jedoch nicht offiziell diskutiert.

Ein solcher Schritt würde Notenbanken in liquiditätsreichen Ländern wie Deutschland helfen, Verluste aus der Verzinsung von Überschussreserven zu reduzieren. Diese waren durch die Anleihekaufprogramme des vergangenen Jahrzehnts auf Billionenhöhe angewachsen. Aktuell zahlen die EZB und die 21 nationalen Zentralbanken der Euro-Zone 2,25 Prozent Zinsen auf Überschussliquidität in Höhe von rund 2,16 Billionen Euro, was jährliche Ausgaben von etwa 48,7 Milliarden Euro bedeutet. Eine Verdopplung der unverzinsten Mindestreserve würde diese Zinslast um fast vier Milliarden Euro verringern.

EZB erwägt Verdopplung der Mindestreserve für Banken
07:11 Uhr

Nikes "Swoosh" ist zurück

Nike hat im abgelaufenen Quartal die Erwartungen der Wall Street übertroffen. Die Erlöse im vierten Geschäftsquartal beliefen sich auf 10,97 Milliarden Dollar, wie der weltgrößte Sportartikelhersteller und Adidas-Konkurrent mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit 10,86 Milliarden Dollar gerechnet. Der Gewinn pro Aktie lag bei 72 Cent. Darin enthalten war ein positiver Effekt von 52 Cent durch die erwartete Erstattung von Importzöllen. Die Nike-Aktie, die im bisherigen Jahresverlauf 35 Prozent an Wert verloren hat, legte im nachbörslichen Handel um rund zwei Prozent zu.

Konzernchef Elliott Hill versucht derzeit, das Unternehmen wieder auf Kernsportarten wie Fußball und Laufen auszurichten. Zudem will er die Beziehungen zum Großhandel wiederbeleben, die unter seinem Vorgänger zugunsten des Direktvertriebs gekappt worden waren. Der Umbau fällt jedoch in ein schwieriges wirtschaftliches Umfeld, das von Zöllen und dem Krieg im Iran geprägt ist. Zudem belasten Rabatte zum Abbau alter Lagerbestände die Gewinnmargen. Auf dem wichtigen chinesischen Markt verzeichnete Nike einen währungsbereinigten Umsatzrückgang von 17 Prozent. Damit fiel das Minus jedoch geringer aus als der im März prognostizierte Einbruch von 20 Prozent.

Nikes "Swoosh" ist zurück
06:53 Uhr

Asien-Anleger starten mit Iran-Sorgen ins neue Quartal

Die Sorge über stockende Gespräche zwischen den USA und dem Iran sowie ein schwacher Yen prägen die asiatischen Aktienmärkte. Teheran erklärte, es werde sich nicht mit US-Gesandten treffen, die in die Region geflogen waren. Zudem halten sich Anleger wegen möglicher Interventionen der japanischen Regierung zurück, da der Yen auf ein neues 40-Jahrestief fiel. Belastend wirken auch gestiegene Renditen für US-Staatsanleihen, da die Erwartungen auf Zinserhöhungen durch die US-Notenbank Fed zunehmen.

Der Nikkei-Index legt dennoch 0,3 Prozent auf 70.246,66 Punkte zu. Der Shanghai Composite gewinnt 0,7 Prozent. Dagegen gibt der südkoreanische Kospi 1,4 Prozent nach.

Asien-Anleger starten mit Iran-Sorgen ins neue Quartal
06:33 Uhr

Euro nähert sich 1,14

Am Devisenmarkt gewinnt der Dollar 0,1 Prozent auf 162,72 Yen und legt leicht auf 6,7912 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notiert er 0,1 Prozent höher bei 0,8091 Franken. Parallel dazu fällt der Euro 0,1 Prozent auf 1,1405 Dollar und zieht leicht auf 0,9228 Franken an.

Euro nähert sich 1,14
06:18 Uhr

In alten Handys schlummert eine Tonne Gold

In alten Smartphones schlummert ein wahrer Goldschatz: Gut eine Tonne des Edelmetalls sei in den schätzungsweise 167 Millionen Althandys enthalten, die in Deutschland ungenutzt in Schubladen liegen, so das Ergebnis einer Kurzstudie der Deutschen Rohstoffagentur in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR). Hinzu kämen 3700 Tonnen Aluminium und 1800 Tonnen Kupfer.

Insgesamt mehr als 50 Metalle seien in Smartphones enthalten, darunter neben Gold auch Palladium und Silber. Der reine Metallwert liege dabei aber nur bei 1,25 Euro pro Handy. Vor zehn Jahren sei es noch doppelt so viel gewesen. Grund für die Halbierung: In heutigen Smartphones werde weniger Gold, Silber, Palladium und Tantal verbaut als früher, dafür mehr Seltene Erden, Gallium und Germanium - wenn auch, so die Experten, auf niedrigem Niveau.

Die Rückgewinnung dieser Rohstoffe stellt nach Einschätzung der Experten ein gewaltiges Potenzial dar. Bisher bleibe diese "urbane Mine" aber weitgehend ungenutzt. Weltweit würden nur 5 bis 10 Prozent aller Altgeräte recycelt, die meisten verblieben ungenutzt in den Haushalten.

In alten Handys schlummert eine Tonne Gold
05:59 Uhr

Die Techies sind wieder da …

Der Dax hat den mauen Wochenauftakt gekonnt abgehakt: Im gestrigen Geschäft legte der deutsche Börsenleitindex 1,5 Prozent zu, übersprang die psychologisch wchtige 25.000er-Marke und schloss dann mit 24.996 Punkten aber wieder darunter. Stützend wirkte zum einen die Hoffnung auf eine nachhaltige BerUhigung der Lage im Nahen Osten. Und zum anderen waren auch wieder Technologiewerte gefragt, die irgendwie mit dem Thema Künstliche Intelligenz (KI) in Verbindung stehen.

Und die Hoffnung auf eine Entspannung im Nahen Osten spielt auch zur Wochenmitte eine Rolle, denn: Der Preisauftrieb im Euroraum dürfte sich auf hohem Niveau etwas abschwächen. Experten erwarten für Juni eine Teuerungsrate von 3,0 Prozent, nach 3,2 Prozent im Mai. Bundesbankchef Joachim Nagel rechnet mit einer anhaltend erhöhten Inflation im Euroraum, da der vom Iran-Krieg ausgelöste Energiepreisschock noch nachwirke. An den Finanzmärkten wird auf eine weitere Zinserhöhung der EZB im Jahresverlauf spekuliert.

Dazu passt: Auf dem EZB-Forum im portugiesischen Sintra ballt sich die Prominenz der Geldpolitik aus aller Welt. Auf einem Panel diskutiert EZB-Präsidentin Christine Lagarde mit den Chefs der Notenbanken von Kanada, Großbritannien und den USA. Mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgen Investoren dabei den Auftritt des neuen Fed-Chefs Kevin Warsh. Er hat betont, die US-Notenbank werde ihrem Auftrag zur Sicherung von Preisstabilität nachkommen. Die Finanzmärkte haben dies als Wink für eine Zinserhöhung interpretiert, die schon im September oder Oktober kommen könnte.

Die komplette Terminvorschau für diese Woche finden sie hier.

Die Techies sind wieder da …