Dax sucht die Richtung
Vor dem ersten Zinsentscheid der US-Notenbank unter neuer Führung halten sich Börsenanleger mit Engagements zurück. Der Dax tendiert kaum verändert und verliert 0,1 Prozent auf 24.934 Punkte.
"Die Euphorie über ein mögliches Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran ist verflogen und jetzt warten die Anleger auf neue Impulse, um den Dax wieder über die Marke von 25.000 Punkten zu schieben", sagte Andreas Lipkow, Chefanalyst vom Broker CMC Markets.
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Rast Gold wieder in Richtung 5000 Dollar?
Analysten, die den Goldpreis beobachten, halten eine Rückkehr auf ein Niveau von rund 5000 US-Dollar je Feinunze in diesem Jahr für möglich. Höchststände von rund 6000 US-Dollar je Feinunze, die während des Goldpreisanstiegs im vergangenen Jahr in Aussicht gestellt wurden, seien aber wohl nicht mehr zu erreichen. "Ich denke, die Prognose von 6000 US-Dollar je Feinunze ist vielleicht etwas außer Reichweite", schreibt Rick Kanda von The Gold Bullion Company in einer Research Note. "Aber wenn die globalen Zentralbanken ihre Goldkaufdynamik beibehalten, hat Gold eine gute Chance, die Marke von 5000 US-Dollar je Feinunze zu erreichen." Kanda merkt zudem an, dass sich die makroökonomischen Faktoren geändert hätten, was Gold als sicheren Hafen weniger attraktiv mache als im vergangenen Jahr. Der Gold-Future notiert bei 4.353 US-Dollar je Feinunze.
Kakao wird teurer
Spekulationen auf Ernteschäden durch das Wetterphänomen El Niño treiben die Kakaopreise in die Höhe. Die Futures an der Londoner Rohstoffbörse ICE kletterten um 1,5 Prozent auf 3202 Pfund Sterling die Tonne, nachdem sie bereits gestern 6,4 Prozent zugelegt hatten.
Wetterforscher sagen voraus, dass das natürliche Klimaphänomen besonders stark ausfallen könnte, was Extremwetter, Überflutungen und Dürre zur Folge haben könnte. Das würde die Kakao-Produktion in der Saison 2026/27 in Westafrika sowie in Ecuador - dem drittgrößten Produzenten - erheblich beeinträchtigen.
Blue Origin will noch dieses Jahr Rakete ins All schießen
Nach der Explosion einer Rakete im Mai hat auf der Startrampe der Weltraumfirma Blue Origin von Amazon-Gründer Jeff Bezos in Florida der Wiederaufbau begonnen. Noch vor Jahresende sollen die Starts wieder aufgenommen werden, kündigte Firmenchef Dave Limp an. "Das war ein Schlag in die Magengrube für das ganze Team", sagte Blue-Origin-Gründer Bezos mit Blick auf die unbemannte Trägerrakete vom Typ "New Glenn", die am 28. Mai während eines Triebwerkstests in Cape Canaveral explodierte.
"Aber wir haben seitdem gelernt, dass wir großes Glück im Unglück hatten", betonte der Milliardär. Einige der wichtigsten Teile der Startinfrastruktur wie die Treibstofftanks für flüssigen Wasserstoff, Flüssigerdgas und flüssigen Sauerstoff seien erhalten geblieben. Limp kündigte zudem an, die unbemannte Mondlandemission "Mark 1" von Blue Origin werde wohl Anfang kommenden Jahres stattfinden.
Umsatz im US-Einzelhandel zieht stärker an
Die US-Einzelhändler haben ihren Umsatz im Mai mehr gesteigert als angenommen. Die Einnahmen erhöhten sich um 0,9 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Handelsministerium mitteilte.
Dabei war ein Teil des Umsatzanstiegs im vergangenen Monat auf die höheren Benzinpreise zurückzuführen, die die Einnahmen an den Tankstellen in die Höhe trieben. Die teure Energie infolge des Iran-Krieges hat einen Inflationsschub in den USA ausgelöst, den die Verbraucher zusehends zu spüren bekommen: Die Teuerungsrate stieg im Mai auf 4,2 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit April 2023.
Bezos: KI könnte zu Arbeitskräftemangel führen
Amazon-Gründer Jeff Bezos rechnet durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) mit einem Arbeitskräftemangel statt mit dem Verlust von Arbeitsplätzen für Menschen. Er widerspreche der Sorge, dass KI den Menschen überflüssig mache, sagte Bezos auf der Technologiekonferenz VivaTech in Paris. Er glaube vielmehr, dass die Technologie einen Mangel an Arbeitskräften verursachen werde. Die Menschen hätten unendlich viele Aufgaben und seien derzeit durch Barrieren eingeschränkt, die durch KI abgebaut werden könnten.
Einer Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters und des Instituts Ipsos aus diesem Monat zufolge befürchtet dagegen die Hälfte der Menschen in den USA, dass der Aufstieg von KI sie oder jemanden in ihrem Haushalt den Arbeitsplatz kosten könnte.
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Börsen brennen kein Kursfeuerwerk ab
Vor dem ersten Zinsentscheid der US-Notenbank unter neuer Führung halten sich Börsenanleger mit Engagements zurück. Der Dax notierte am Mittwoch kaum verändert bei 24.906 Punkten. "Die Euphorie über ein mögliches Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran ist verflogen, und jetzt warten die Anleger auf neue Impulse, um den Dax wieder über die Marke von 25.000 Punkten zu schieben", sagt Andreas Lipkow, Chefanalyst vom Broker CMC Markets. Der EuroStoxx50 rückt um 0,4 Prozent auf 6285 Zähler vor. Die Futures für die wichtigsten US-Indizes lagen leicht im Plus.
Rüstungskonzern will Produktion in Deutschland ausbauen
Der Rüstungskonzern KNDS setzt beim Ausbau seiner Produktion auf zusätzliche Standorte in Deutschland und eine engere deutsch-französische Zusammenarbeit. Deutschlandchef Florian Hohenwarter nannte im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" den neuen Capint-Kampfpanzer als Beispiel: "Diese Lösung bringt Technik aus beiden Ländern zusammen: Der untere Teil dieses Kampfpanzerkonzepts basiert auf dem Leopard 2 von KNDS Deutschland, der Turm kommt auf Wunsch des französischen Militärs von KNDS Frankreich."
Den Produktionshochlauf bei KNDS sollen auch zwei neue Standorte in Deutschland sicherstellen. "In Deutschland werden wir nach jetziger Planung noch zwei zusätzliche Produktionsstätten aufbauen. Ein Standort wird sich der ganzen Produktionskette vom Rohbau bis zum fertigen Fahrzeug widmen, in dem Fall mit dem Schwerpunkt Radfahrzeuge, also Boxer", sagt Hohenwarter. Der zweite Standort werde schwerpunktmäßig ein Schweißstandort sein.
Zu Standortdetails machte er keine Angaben: "Ich möchte nicht spekulieren. Nur so viel: Wir sprechen mit Unternehmen und schauen uns mögliche Standorte an. Es sind aber noch keine finalen Entscheidungen getroffen."
Öl wird billiger
Die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr von Öl aus der Golfregion und aus dem Iran auf den Weltmarkt drückt die Ölpreise. Die Nordsee-Rohölsorte Brent und US-Leichtöl WTI verbilligen sich um jeweils rund ein halbes Prozent auf 78,78 und 75,81 Dollar je Fass (159 Liter). Seit vergangenem Mittwoch sind die Ölpreise um insgesamt fast 16 Prozent gefallen und nähern sich allmählich dem Vorkriegsniveau von rund 70 Dollar.
Berichten zufolge wollen die USA mit dem Abkommen zur Beendigung des Krieges auch die Sanktionen gegen iranisches Öl aufheben. Bislang sind jedoch nur wenige Details des US-iranischen Abkommens, das am Freitag unterzeichnet werden soll, öffentlich bestätigt worden.
"Die Gesamtexporte des Iran könnten rund zwei Prozent der weltweiten Nachfrage ausmachen", sagte Luka Belobrajdic, Ökonom bei der australischen Großbank Westpac. Er warnte jedoch, eine Lockerung der Sanktionen werde wahrscheinlich nicht sofort erfolgen und von einem dauerhaften Frieden abhängen.
Bitcoin gibt nach
Der Bitcoin verbilligt sich weiter. Im Vorfeld der Zinsentscheidung der US-Notenbank Federal Reserve zeigen sich die Anleger gegenüber risikoreichen Anlagen vorsichtig. Bitcoin fällt 0,5 Prozent auf 65.257 US-Dollar.
Die Märkte preisen eine Zinspause fast vollständig ein. Der Fokus richtet sich jedoch auf die Haltung des neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh zur künftigen Geldpolitik.
Britische Inflation bleibt hoch
In Großbritannien sieht sich die Notenbank vor der anstehenden Zinssitzung mit einem anhaltend hohen Preisauftrieb konfrontiert. Die Inflationsrate lag im Mai wie bereits im Vormonat bei 2,8 Prozent, wie das Nationale Statistikamt mitteilte. Experten hatten sogar mit einem Anstieg auf 3,0 Prozent gerechnet. Die von der Bank of England (BOE) stark beachtete Inflation im Dienstleistungssektor zog allerdings an - und zwar auf 3,7 Prozent, nach 3,2 Prozent im April. Das britische Pfund gab nach Veröffentlichung der Inflationsdaten leicht nach.
"Bei BMW liegen jetzt auch die Verbrenner auf Halde"
BMW-Aktienkurs bricht ein
Nach der gekappten Prognose von BMW geben die Aktien fast 7 Prozent nach. Die Konzernführung kappt wegen der Krise auf dem chinesischen Automarkt ihre Prognose für das laufende Jahr. Beim Vorsteuergewinn werde nun ein deutlicher Rückgang erwartet, teilte das Unternehmen mit. Nach der Definition von BMW bedeutet das ein Minus von mehr als 15 Prozent. Bislang hatten die Münchner einen moderaten Rückgang vorausgesagt.
Mercedes-Benz verlieren knapp 3 Prozent, für Volkswagen geht es 1 Prozent abwärts.
Was tut sich beim Gold?
Der Goldpreis zeigt sich weitgehend unverändert, da die Händler auf die Unterzeichnung des vorläufigen Friedensabkommens zwischen den USA und dem Iran warten. Dieses dürfte den durch den Konflikt ausgelösten Energie- und Inflationsschock abmildern. Ein nachlassender Inflationsdruck würde normalerweise renditelose Anlagen wie Gold belasten, das Edelmetall werde aber durch die anhaltende geopolitische Unsicherheit und die vorsichtige Anlegerstimmung gestützt, so die Analysten Soojin Kim von MUFG. Die Märkte warteten zudem auf Hinweise der US-Notenbank zum Ausblick für Inflation und Zinsen, fügt sie hinzu. Der Gold-Future handelt 0,2 Prozent niedriger bei 4.344,70 US-Dollar je Feinunze.
Japan diversifiziert Rohölkäufe
Japan diversifiziert angesichts von Lieferunterbrechungen rapide seine Rohölbezüge und verringert so seine starke Abhängigkeit vom Nahen Osten. Der mengenmäßige Anteil der gesamten Ölimporte Japans aus dem Nahen Osten sei von rund 94 Prozent im Jahr 2025 auf rund 80 Prozent im April und Mai gefallen, sagt Taro Saito, Ökonom am NLI Research Institute. "Die Diversifizierung der Rohölbeschaffung dürfte sich weiter fortsetzen", sagt er. Diese Versorgungssicherheit hat jedoch ihren Preis. Die Rohölimportpreise Japans aus den USA seien im April und Mai rund zehn Dollar pro Barrel höher gewesen als der Preis für Rohöl aus dem Nahen Osten, so Saito.
Hacker erpressen Novo Nordisk
Cyberkriminelle haben nach eigenen Angaben mehr als ein Terabyte an Daten beim dänischen Pharmakonzern Novo Nordisk erbeutet. Die Erpressergruppe FulcrumSec erklärte, sie prüfe den Verkauf von Teilen der Daten, nachdem das Unternehmen eine Lösegeldzahlung von 25 Millionen Dollar verweigert habe. "Wir nehmen diese Angelegenheit ernst und halten den Betrieb unserer zentralen Systeme aufrecht", erklärte ein Sprecher von Novo Nordisk. Man stehe zudem in Kontakt mit den zuständigen Behörden. Der Hersteller des bekannten Medikaments zur Gewichtsreduktion Wegovy und des Diabetesmittels Ozempic hatte bereits am 11. Juni einen IT-Sicherheitsvorfall eingeräumt, bei dem Unbefugte Zugriff auf interne IT-Systeme erlangt hätten.
Den Hackern zufolge waren sie mehr als zwei Monate lang in den Netzwerken des Konzerns aktiv. Zu den gestohlenen Daten gehörten Quellcodes, vertrauliche Informationen zu Arzneimitteln, Studienergebnisse sowie Details zu internen Modellen der Künstlichen Intelligenz (KI). Obwohl die Gruppe nun nach Käufern suche, ziehe sie nach eigenen Angaben eine kostenlose Veröffentlichung einem Verkauf vor. "Eine kostenlose Veröffentlichung schrecke andere Unternehmen wirksamer davon ab, Zahlungen zu verweigern", erklärte ein Vertreter von FulcrumSec gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Bestimmte Informationen, darunter Daten von Tausenden Mitarbeitern, Ärzten und rund 11.500 pseudonymisierten Patienten, wolle die Gruppe jedoch zurückhalten. Auch Daten zur Steuerung von Produktionsanlagen würden nicht veröffentlicht. Einem Experten der Cybersicherheitsfirma Lab-1 zufolge seien die Fähigkeiten von FulcrumSec ernst zu nehmen; auch die Behauptungen der Gruppe wirkten glaubwürdig. FulcrumSec trat im Oktober 2025 erstmals in Erscheinung.
Dax bleibt in 25.000er Nähe
Der Dax startet etwas schwächer in den Handel zur Wochenmitte. Der deutsche Börsenleitindex notiert aktuell im Bereich von 24.830 Punkten, nachdem er gestern mit 24.910 Zählern geschlossen hatte. Zwar hatte er zwischenzeitlich über der 25.000er Marke gelegen, am Ende aber 0,1 Prozent gewonnen. "Die Anleger warten ab", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Corinna Wohlfeil und verweist auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank am Abend.
BMW-Gewinnwarnung schockt den Sektor
Die heftige Gewinnwarnung von BMW könnte größere Kreise ziehen. Wegen des schwierigen China-Geschäfts wird die EBIT-Marge im Segment Automobile nun bei ein bis drei Prozent statt vier bis sechs Prozent gesehen. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (RoCE) des Segments dürfte ein bis fünf Prozent statt sechs bis zehn Prozent erreichen. Die schwache Entwicklung in China sei vor allem marktbedingt und könne deshalb auch als negatives Signal für andere europäische Autobauer wie Mercedes-Benz und Volkswagen gewertet werden, die ebenfalls mit Gewinnwarnungen reagieren könnten, warnt RBC.
Ölinvestoren warten auf den großen Deal
Am Rohstoffmarkt zeigen sich die Ölpreise zunächst uneinheitlich. Die Nordseesorte Brent rutscht indes unter die Marke von 80 Dollar und wird bei 79,00 Dollar je Barrel (159 Liter) gehandelt. Damit fällt sie auf den tiefsten Stand seit Beginn des Konflikts zwischen den USA und dem Iran im März. Die US-Sorte WTI notiert kaum verändert bei 76,08 Dollar.
Einem hochrangigen US-Regierungsvertreter zufolge werden die USA als Teil des Abkommens zur Beendigung des Krieges die Sanktionen gegen iranisches Öl aufheben. Damit könnten Millionen Barrel zusätzlich auf den Markt kommen. "Die Märkte scheinen eine recht hohe Wahrscheinlichkeit einzupreisen, dass sich die Ölströme durch die Straße von Hormus vollständig normalisieren", sagt HSBC-Expertin Kim Fustier. Die Bank gehe jedoch davon aus, dass dies nicht vor Ende September der Fall sein werde. Offiziell bestätigt sind bislang nur wenige Details des für Freitag geplanten Abkommens. Die dreimonatige Blockade der Meerenge hat die Ölvorräte schrumpfen lassen. Die US-Rohölvorräte fielen auf den niedrigsten Stand seit 1983.
KI beflügelt Kursfantasien in Asien
Außer in China präsentieren sich die wichtigsten Börsen in Südostasien mit Aufschlägen. Der Nikkei markiert dank fester Technologiewerte und starker Daten Rekordhochs. Das eigentliche Tagesthema rollt auf Anleger erst nach Börsenschluss in Asien zu. Denn im Fokus steht klar die anstehende Entscheidung der US-Notenbank. Zwar geht der Markt davon aus, dass die Zentralbank die Zinssätze unverändert belassen wird. Aber spannend verspricht der geldpolitische Ausblick zu werden, zumal der von US-Präsident Donald Trump nominierte Kevin Warsh erstmals als Notenbankgouverneur in Erscheinung tritt. "Das Risiko muss darin bestehen, dass er einen ausgewogeneren Ton anschlägt, als die Positionierung vermuten lässt", erläutert Westpac-Analyst Richard Franulovich mit Blick auf Warsh.
Der Nikkei dreht derweil ins Plus und steigt auf ein Allzeithoch, von dem er dann aber wieder zurückkommt. Der japanische Leitindex klettert um 0,5 Prozent auf 69.739 Punkte - getragen von Chip- und Industriewerten. Händler sprechen von Optimismus hinsichtlich einer andauernden, von künstlicher Intelligenz getriebenen Nachfrage in diesen Sektoren. Handelsdaten zeigen, dass KI-bezogene Elektronik- und Halbleiterverkäufe im Mai ein starkes Exportwachstum befeuert haben.
Während der südkoreanische Kospi um 0,7 Prozent zulegt, hinken die chinesischen Börsen der Entwicklung erneut hinterher. Der Shanghai Composite verliert 0,2 Prozent, der HSI in Hongkong 0,4 Prozent. Händler verweisen erneut auf die schwachen Konjunkturdaten des Vortages. In Australien zieht der S&P/ASX-200 um 0,4 Prozent an. Zwar hatte die Reserve Bank of Australia die Zinssätze wie erwartet am Vortag bestätigt. Die Notenbank könne die natürliche Rückbildung der Inflation aber nicht durch Zinsänderungen beschleunigen, warnen die Ökonomen von Jarden.
Häfen fordern bessere Finanzierung
Die Seehäfen und die fünf Küstenländer drängen das Kanzleramt, die Finanzierung der Seehäfen neu zu regeln. In einem Positionspapier fordern sie eine stärkere Beteiligung des Bundes an der Finanzierung der Häfen.
Den Investitionsbedarf beziffern sie auf rund 15 Milliarden Euro. "Dieser ist das Ergebnis einer über lange Zeit unzureichenden Finanzierung, die mit den gewachsenen Anforderungen an die Seehäfen nicht Schritt gehalten hat."
Der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) hat zudem einen Brief an Kanzleramtschef Thorsten Frei verfasst. Der Brief nimmt Bezug auf die Nationale Maritime Konferenz. Auf der Konferenz im April wurden laut dem Verband keine Fortschritte erzielt, die Finanzierung neu zu regeln.
Leichte Abgaben vor US-Zinsentscheidung
Europas Börsen dürften mit kleinen Abgaben in den Handel starten. Im Blick steht die Zinsentscheidung der US-Notenbank am Abend. Bis zu dieser dürften sich die Anleger zurückhalten. Es wird erwartet, dass die US-Währungshüter das aktuelle Zinsniveau bestätigen werden. Umso spannender wird der geldpolitische Ausblick. In der Zwischenzeit wird eine Zinserhöhung im laufenden Jahr nicht mehr vollständig eingepreist. Die aktuelle Sitzung wird auch der erste Auftritt des neuen Fed-Präsidenten Kevin Warsh. US-Präsident Donald Trump hat diesen eingesetzt, um rasch Zinssenkungen durchzusetzen. Diesem Wunsch dürfte Warsh nicht schnell folgen.
Insgesamt wird das Börsenumfeld im Handel als freundlich beschrieben, vor allem unterstützt durch den weiter nachgebenden Ölpreis. Brent notiert am Morgen bei 78,52 Dollar das Fass und nähert sich Niveaus zu Ausbruch des Iran-Kriegs. Am Freitag soll das Rahmenabkommen zwischen dem Iran und den USA zur Beilegung des Konflikts unterschrieben werden. Auch danach bleiben die Unsicherheiten hoch, vor allem der Konfikt zwischen Israel und Hisbollah könnte immer wieder für Unruhe sorgen. Das Rahmenabkommen selbst wird wohl knapp ausfallen, wichtige Details wie etwa die Zukunft des iranischen Atomprogramms sollen erst in künftigen Verhandlungen geklärt werden.
Scharfe Kritik an VW-Dividende
Vor der morgigen VW-Hauptversammlung üben Verbände scharfe Kritik an der vorgeschlagenen Dividende. Angesichts des laufenden Personalabbaus bei VW falle die geplante Ausschüttung zu hoch aus, kritisieren die Umweltorganisation BUND und der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre. Vor der VW-Hauptversammlung am morgigen Donnerstag üben Verbände scharfe Kritik an der vorgeschlagenen Dividende. Angesichts des laufenden Personalabbaus bei VW falle die geplante Ausschüttung zu hoch aus, kritisieren die Umweltorganisation BUND und der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre.
"Volkswagen muss verstärkt in die Produktion kleiner, sparsamer E-Fahrzeuge "Made in Europe" investieren", sagte Jens Hilgenberg, Leiter Verkehrspolitik beim BUND und zugleich Vorstandsmitglied des Dachverbands der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre. "Dafür müssen Finanzmittel im Unternehmen gehalten werden, statt sie durch vergleichsweise hohe Dividenden abfließen zu lassen."
Ist Oracles milliardenschwerer Cloud-Deal geplatzt?
Oracle hat einen Medienbericht über eine gescheiterte Cloud-Vereinbarung mit Microsoft zurückgewiesen. "Die in dem Artikel genannten Details sind unzutreffend", teilte Oracle mit. Microsoft sei sowohl Partner als auch Kunde, und man spreche oft über eine Ausweitung der Zusammenarbeit. "Business Insider" hatte unter Berufung auf Insider berichtet, dass Gespräche der beiden Technologiekonzerne über eine Cloud-Infrastruktur-Vereinbarung über mehr als drei Milliarden Dollar gescheitert seien. Grund dafür seien Bedenken hinsichtlich Sicherheit und Compliance gewesen. Microsoft habe Workloads in die Cloud von Oracle verlagern wollen. Für die Oracle-Cloud habe jedoch eine wichtige Sicherheitszertifizierung für die Verarbeitung von US-Regierungsdaten gefehlt. Oracle sei nicht bereit gewesen, diese Zertifizierung zu erlangen.
Asien-Anleger warten auf die Fed
Die asiatischen Aktienmärkte zeigen sich uneinheitlich, da die Anleger auf die erste geldpolitische Entscheidung der US-Notenbank Federal Reserve unter dem Vorsitzenden Kevin Warsh warten, der im Januar von Präsident Trump nominiert worden war. Da allgemein erwartet wird, dass die Fed ihren Leitzins unverändert in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent belässt, dürften sich die Finanzmärkte auf die Erklärung des Offenmarktausschusses (FOMC) und die Veröffentlichung seiner vierteljährlichen Zusammenfassung der Wirtschaftsprognosen, bekannt als "Dot Plot", konzentrieren.
Im vergangenen Jahr hatte sich Warsh für Zinssenkungen ausgesprochen und war für deren Umsetzung ausgewählt worden, doch viele Vertreter der Fed haben seitdem Zinserhöhungen gefordert. Jüngste US-Wirtschaftsdaten deuten darauf hin, dass die Beschäftigung wieder angezogen hat und die Inflation steigt.
Der Nikkei-Index steigt um 0,6 Prozent und der Hang-Seng-Index in Hongkong legt um 0,2 Prozent zu. Unterdessen gibt der Shanghai Composite Index um 0,1 Prozent nach, der südkoreanische Kospi fällt 0,2 Prozent und der taiwanische Leitindex Taiex verliert 0,9 Prozent.
Pizza Hut wird verkauft
Die Restaurantkette Pizza Hut bekommt in einem Milliardendeal neue Eigentümer. Bisher gehörte sie zusammen mit den Fast-Food-Marken KFC und Taco Bell dem Restaurantkonzern Yum Brands. Nun geht das Geschäft außerhalb Chinas für 1,5 Milliarden Dollar an den Finanzinvestor LongRange Capital. Im chinesischen Markt wird der neue Eigentümer für 1,2 Milliarden Dollar die Firma Yum China Holdings, die vor einem Jahrzehnt zu einem eigenständigen Unternehmen abgespalten wurde.
Yum Brands hatte bereits seit vergangenem Jahr einen Verkauf von Pizza Hut geprüft. Nach einem Boom auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie schwächte sich das Geschäft aber inzwischen ab. Das ließ auch den Yum-Konzern über eine Trennung nachdenken.
Das ist los im frühen Devisengeschäft
Der Dollar gewinnt im asiatischen Devisenhandel geringfügig auf 160,33 Yen und legt leicht auf 6,7560 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notiert er 0,1 Prozent niedriger bei 0,7920 Franken. Parallel dazu bleibt der Euro fast unverändert bei 1,1612 Dollar und zieht leicht auf 0,9199 Franken an.
There's a new sheriff in town …
Der Dax beißt sich bislang an der 25.000er-Marke die Zähne aus. Zwar übertraf er auch gestern die psychologisch wichtige Marke, schloss aber erneut darunter – und auch nur mit einem minimalen Plus von 0,1 Prozent und einem Stand von 24.910 Zählern. Nach wie vor hebt das Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran die Stimmung auf dem Parkett, Allerdings fehle es noch an vielen Details, heißt es im Handel. Erst zum Wochenschluss dürfte es hier mehr Klarheit geben.
Heute stehen zunächst die endgültigen Preisdaten aus der Eurozone für den Mai an. Die Inflation dürfte weiter deutlich durch den kriegsbedingten Ölpreisanstieg zugenommen haben, wie bereits aus den vorläufigen Zahlen des EU-Statistikamts abzulesen ist. Demnach lag die Teuerungsrate bei 3,2 Prozent. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt einen Wert von 2,0 Prozent an und hat sich zuletzt mit einer Zinserhöhung gegen den steigenden Inflationsdruck gestemmt.
Am Nachmittag liegt der Fokus der Aufmerksamkeit dann in den USA, denn die US-Notenbank Federal Reserve dürfte auch unter neuer Führung den Leitzins konstant halten. Für die erste Zinssitzung unter dem von US-Präsident Donald Trump ausgewählten neuen Fed-Chef Kevin Warsh erwarten Experten angesichts der erhöhten Inflation in den USA keine Veränderung der Zinsspanne. Diese liegt derzeit bei 3,50 bis 3,75 Prozent. Mit Spannung blicken Investoren auf den Presseauftritt von Warsh, der den von Trump immer wieder wegen seiner vermeintlich zu straffen geldpolitischen Linie kritisierten Fed-Chef Jerome Powell ablöst. Warsh strebt weitreichende Reformen an und hat bereits angekündigt, sich weniger konkret zu möglichen Zinsschritten zu äußern.
Die komplette Terminvorschau für diese Woche finden sie hier.