Ölpreisanstieg stoppt Dax-Erholung
Wieder steigende Ölpreise haben zur Wochenmitte die Stimmung am deutschen Aktienmarkt getrübt und der jüngsten Erholungsbewegung ein vorläufiges Ende gesetzt. Der Dax fiel um 1 Prozent auf 23.502 Punkte.
Nach Medienberichten, wonach das iranische South-Pars-Gasfeld von Projektilen getroffen wurde und daraufhin den Betrieb eingestellt haben soll, zogen die Ölpreise an. Die Aktienmärkte gaben anfängliche Gewinne ab und drehten ins Minus.
Zur Zurückhaltung der Anleger dürfte auch die am späteren Mittwoch anstehende Zinsentscheidung der US-Notenbank beigetragen haben. Ökonomen gehen davon aus, dass die Fed die Zinsen unverändert lässt. Der Fokus wird vor allem auf dem geldpolitischen Ausblick liegen, der "falkenhaft" ausfallen dürfte angesichts der hartnäckig hohen Inflation, die durch den Ölpreisanstieg weiter nach oben getrieben werden dürfte.
Unter den Einzelwerten gewannen Commerzbank 1,5 Prozent. Nach dem jüngsten Tauschangebot an die Commerzbank-Aktionäre hat sich Unicredit-CEO Orcel zu Wort gemeldet. Er versucht offenbar eine Annäherung angesichts des Widerstands der Commerzbank-Führung, aber auch der Politik in Deutschland. Laut Orcel soll sich nichts an der Beteiligung um etwa 30 Prozent ändern, zugleich solle man in einen Dialog eintreten. Er schließt aber auch nicht aus, bei einer deutlichen Kontrollmehrheit eine Fusion mit der Commerzbank zu erwägen.
Für Heidelberg Materials ging es nach einer Hochstufung durch Morgan Stanley um 2,5 Prozent nach oben. Thyssenkrupp Nucera gaben dagegen um 4,3 Prozent nach. Der Konzern hat die Prognosen für Umsatz und operatives Ergebnis gesenkt. Unabhängig davon führe ein Auftrag in Spanien dazu, dass das Unternehmen die Prognose für den Auftragseingang zur Mitte der Spanne um 12 Prozent angehoben habe, merkten die Citi-Analysten an
Der von Continental ausgegliederte Autozulieferer Aumovio hat trotz rückläufiger Erlöse vergangenes Jahr den operativen Gewinn deutlich gesteigert. Der Kurs legte um 3,5 Prozent zu. Die Geschäftszahlen bewegten sich im Rahmen der Erwartungen. Positiv hob JP Morgan aber den bereinigten freien Cashflow hervor.
TAG Immobilien rückten um 2,5 Prozent vor - der Immobilienkonzern hat im vergangenen Jahr von höheren Mieteinnahmen profitiert und sowohl die eigenen Ziele als auch die Markterwartungen übertroffen.
Bei Hellofresh kam der Ausblick im Rahmen der finalen Geschäftszahlen nicht gut an - der Kurs sauste um 14,9 Prozent nach unten. Der Kochboxenversender rechnet auch für 2026 mit Umsatzrückgängen sowie anders als im Vorjahr mit einem sinkenden operativen Gewinn.
Bitcoin rutscht ab
Bitcoin gerät im Vorfeld des anstehenden Zinsentscheids der US-Notenbank unter Druck. Die Cyberdevise rutscht um vier Prozent auf 71.427 Dollar ab. "Aus Sorge vor geldpolitischen Überraschungen üben sich Investoren in Zurückhaltung", sagt Timo Emden, Marktanalyst von Emden Research. Steigende Ölpreise infolge der Spannungen schürten zudem Inflationsängste und dämpften die Risikobereitschaft der Investoren.
Dollar dürfte weiter nachgeben
Der Dollar dürfte sich mittelfristig weiter allmählich abschwächen, schreibt Francesca Fornasari von Insight Investment in einer Research Note. Obwohl der Dollar bei geopolitischen Spannungen von der Nachfrage nach sicheren Häfen profitieren könne, seien solche Rallys eher taktischer als struktureller Natur, schreibt sie.
Das US-Wachstum dürfte "weniger außergewöhnlich" werden, wobei die Wachstumsdynamik andernorts solider aussehe. Auch die langfristigen Argumente für eine Dollarschwäche würden sich verstärken. "Anhaltende Haushaltsdefizite, ein zunehmend politisiertes politisches Umfeld und Bedenken hinsichtlich der Aushöhlung der politischen Orthodoxie belasten weiterhin den fairen Wert der Währung." Ein ausgedehnter Konflikt im Nahen Osten könnte die Zuflüsse in den Dollar als sicheren Hafen jedoch länger andauern lassen, meint sie. Der DXY-Dollarindex steigt zuletzt um 0,2 Prozent auf 99,77.
Was uns das Angstbarometer sagt
Der Nahost-Krieg und der steigende Ölpreis haben zu großen Schwankungen im Dax geführt. Darin spiegeln sich die Unsicherheiten an den Börsen wider. Was Anleger daraus ableiten können, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Julius Weiß von HSBC.
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Inflationssorgen bremsen Wall Street
Inflations- und Zinssorgen haben die Stimmung der US-Anleger an der Wall Street getrübt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor am Vormittag (Ortszeit) 0,4 Prozent auf 46.817 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 stand 0,3 Prozent tiefer bei 6695 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel ebenfalls um 0,3 Prozent auf 22.420 Punkte.
Aktienanleger sehen wegen der Inflationsrisiken immer geringere Chancen für sinkende Zinsen in diesem Jahr. Die Erzeugerpreise waren im Februar um 3,4 Prozent und damit stärker als erwartet geklettert. Von Reuters befragte Volkswirte hatten mit einem Anstieg von 2,9 Prozent gerechnet. Im Monatsvergleich legten die Preise um 0,7 Prozent zu, erwartet worden war ein Plus von 0,3 Prozent. Das untermauere die Vorstellung, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen in nächster Zeit nicht senken werde, sagte Art Hogan, Chefmarktstratege bei B. Riley Wealth.
Börsianer fürchten auch, dass die Preise weiter steigen, da der Nahostkonflikt die Schiffs- und Ölpreise in die Höhe treibt. Sie gehen nun davon aus, dass die Fed die Zinsen nicht zum Jahresende, sondern erst im April 2027 senken dürfte. Bei der am Mittwochabend anstehenden Fed-Entscheidung wird entsprechend damit gerechnet, dass die Zinsen unangetastet bleiben werden.
Ölpreise steigen nach Angriff auf iranisches Gasfeld
Versorgungsängste treiben die Ölpreise wieder in die Höhe. Nach einem Angriff auf das iranische Gasfeld Pars sind die Gaslieferungen in den Irak einem Insider zufolge unterbrochen. Die Nordseesorte Brent verteuert sich um 5,4 Prozent auf 108,82 Dollar je Fass, während die US-Sorte WTI um 4,6 Prozent auf 98,36 Dollar steigt. Am Vormittag hatten die Preise noch im Minus gelegen.
"Ich denke, der Katalysator für den Umschwung sind wirklich diese Schlagzeilen über die Angriffe auf Gas- und Ölfelder im Iran", sagt Mike Brown, leitender Stratege bei Pepperstone. "Ich denke, der Grund, warum die Märkte so negativ darauf reagiert haben, liegt darin, dass die Energieinfrastruktur bisher weitgehend verschont geblieben ist." Es wäre eine "ziemlich bedeutende Eskalation", wenn diese nun auf der Zielliste stünde, ergänzt er.
Verdoppelte Kerosinpreise sorgen für Chaos im Luftverkehr
Der vom Iran-Krieg ausgelöste drastische Anstieg der Kerosinpreise sorgt zunehmend für Chaos im Luftverkehr auch über die vielen Absagen von Flügen ins Krisengebiet hinaus. Vor allem Fluggesellschaften, die sich nicht ausreichend mit Termingeschäften gegen Preisausschläge absichern, kommen unter Druck. So kündigte die skandinavische Airline SAS nach einem Bericht der Wirtschaftszeitung "Dagens Industri" mit Verweis auf den "scharfen und plötzlichen Anstieg" der Treibstoffpreise an, im April 1000 Flüge zu streichen nach einigen hundert Ausfällen im März. Bei 800 Flügen täglich sei die Einschränkung begrenzt. Konkurrent Norwegian Air reagierte darauf und stellte von 25. März bis 12. April zusätzlich 120 Flüge ins Programm. Bedient werden vor allem Strecken nach Spanien, aber auch Flüge nach London, wie ein Sprecher erklärte.
Die Nachfrage sei unmittelbar nach Bekanntwerden der Ausfälle bei SAS gestiegen. Durch den Ausfall von Flügen in die Nahost-Region habe Norwegian dafür genug Flugzeuge. "Der Preis für Flugbenzin hat sich innerhalb von zehn Tagen verdoppelt", zitierte die schwedische Zeitung SAS-Chef Anko van der Werff. "Selbst wenn wir versuchen, die Kostensteigerungen so weit wie möglich abzufedern, ist dies ein Schock, der die Luftfahrtindustrie direkt trifft."
Fielmann setzt sich an die Spitze
Eine Kaufempfehlung treibt die Aktien von Fielmann an die Spitze im MDax. Die Titel der Optikerkette steigen um rund fünf Prozent, nachdem die Analysten von Bofa Global Research ihre Empfehlung auf "Buy" von zuvor "Neutral" angehoben haben. Zugleich setzten sie das Kursziel auf 53 von zuvor 51 Euro hoch.
Goldpreis fällt
Der Goldpreis fällt unter 5.000 US-Dollar je Feinunze, da der Iran-Krieg in die dritte Woche geht und die Händler auf die Äußerungen von Fed-Chef Jerome Powell warten. Die Märkte konzentrieren sich weniger auf die Zinsentscheidung als vielmehr auf die aktualisierten Ausblicke und die "Dot-Plot"-Prognosen der Fed für die künftige Politik.
Die New Yorker Futures geben um 1 Prozent auf 4.957,10 US-Dollar je Unze nach. "Wir bleiben mittelfristig angesichts der Diversifizierungsnachfrage, der Käufe der Zentralbanken und der Stagflationsrisiken konstruktiv", so die Analysten von ING. "Dennoch bestehen Abwärtsrisiken, falls sich der Konflikt in die Länge zieht, was die Aussicht auf längerfristig höhere Zinsen verstärkt."
Unicredit umgarnt Commerzbank
Die italienische Großbank Unicredit will die Commerzbank mit der Aussicht auf eine bessere Übernahmeofferte an den Verhandlungstisch locken. Sollten Gespräche zu einem positiven Ergebnis führen, sei eine Verbesserung der Konditionen nicht ausgeschlossen, sagte Orcel auf einer Banken-Konferenz in London.
"Wir wollen die Pattsituation mit der Commerzbank durchbrechen", betonte er. UniCredit will den Aktionären des Frankfurter Geldhauses rund 0,485 eigene Aktien bieten. Auf der Basis der Schlusskurse am Dienstag wären das 31,11 Euro je Commerzbank-Aktie. Die schoss am Mittwoch aber weiter nach oben und legte in der Spitze 6,7 Prozent auf 34,58 Euro zu. Die Unicredit-Aktie kletterte um 2,5 Prozent auf 65,73 Euro.
Tencent überrascht mit Quartalsergebnis
Die wachsende Nachfrage nach KI-Angeboten und beliebte Videospiele verhelfen Tencent zu einem überraschend starken Quartalsergebnis. Der Umsatz sei im abgelaufenen Quartal um 13 Prozent auf umgerechnet 24,5 Milliarden Euro gestiegen, teilte der chinesische Konzern mit. Der Reingewinn habe ähnlich stark auf 7,35 Milliarden Euro zugelegt.
Tencent ist der weltgrößte Videospieleentwickler. Er hat unter anderem die Titel "Delta Force", "Honor of Kings" und "Peacekeeper Elite" im Programm. Zum Konzern gehört zudem der in China populäre Messengerdienst WeChat, den schätzungsweise mehr als eine Milliarde Menschen nutzen. Über die App können sie nicht nur Nachrichten und Bilder versenden, sondern auch Taxis rufen oder Finanztransaktionen abwickeln.
Asiatische Raffinerien wappnen sich
Asiatische Raffinerien handeln früher als üblich, um sich Rohöl aus dem Fernen Osten Russlands zu sichern. Der Grund: Die Hoffnungen auf eine rasche Lösung der Lieferunterbrechungen im Nahen Osten schwinden. Zudem rückt das Auslaufen einer vorübergehenden US-Ausnahmeregelung für russisches Öl näher. Ladungen der Rohölmischung Eastern Siberia-Pacific Ocean - einer leichten, schwefelarmen russischen Sorte, die vom Terminal Kozmino im Fernen Osten in die asiatisch-pazifischen Märkte exportiert wird - werden normalerweise einen Monat vor der Verladung gehandelt. Da die Straße von Hormus jedoch faktisch geschlossen ist, hat der Handel laut Kpler frühzeitig begonnen. Die Raffinerien beeilen sich, Versorgungslücken zu schließen.
Drohender Streik bei Samsung könnte Speicherchipkrise verschärfen
Beim weltgrößten Speicherchipanbieter Samsung drohen Produktionsausfälle durch einen Streik. Dadurch könnte sich die angespannte Versorgungslage bei diesen Halbleitern verschärfen. In einer Urabstimmung hätten 93 Prozent der Wahlberechtigten für einen Ausstand votiert, teilte die Gewerkschaft mit. Sollte der Tarifstreit nicht beigelegt werden, werde die Arbeit voraussichtlich ab dem 21. Mai für 18 Tage niedergelegt. Bei Samsung sind mehr als 70 Prozent der 125.000 südkoreanischen Beschäftigten gewerkschaftlich organisiert. Der Konzern betonte, sich nach Kräften um eine Einigung bemühen zu wollen.
Aumovio glänzt operativ
Aumovio hat trotz eines geringeren Umsatzes das Betriebsergebnis im vergangenen Jahr sprunghaft gesteigert. Das von Continental 2025 abgespaltene und an die Börse gebrachte Unternehmen erzielte dank Kostensenkungen einen bereinigten Vorsteuergewinn von 717 Millionen Euro, ein Plus von 45,5 Prozent. Der Umsatz sei in einem schwierigen Marktumfeld hingegen um fünf Prozent gesunken auf 18,5 Milliarden Euro, teilte der Autozulieferer mit. Die Marge verbesserte sich auf 3,9 Prozent von 2,5 Prozent im Vorjahr.
Hellofresh erwartet Umsatzrückgang
HelloFresh stellt sich nach einem deutlichen Rückgang der Erlöse im abgelaufenen Jahr auf weiter schrumpfende Geschäfte ein. Für 2026 prognostizierte das Unternehmen einen währungsbereinigten Umsatzrückgang von drei bis sechs Prozent. Auch beim bereinigten Betriebsgewinn (AEBITDA) rechnet der Konzern mit Einbußen: Hier werden 375 bis 425 Millionen Euro erwartet. Vor allem das extreme Winterwetter im ersten Quartal sei der Grund für den erwarteten Rückgang.
Im abgelaufenen Jahr 2025 steigerte HelloFresh das operative Ergebnis dank eines Sparprogramms zwar auf 422,8 Millionen Euro. Der Umsatz brach jedoch währungsbereinigt um neun Prozent auf 6,8 Milliarden Euro ein. Als einen Grund für die Flaute nannte das Management unter anderem Nachwirkungen von operativen und produktionstechnischen Engpässen im US-Geschäft mit Fertiggerichten, die auf der Kundenbindung lasteten.
Ölpreis-Warnung von JPMorgan
Eine Einigung zwischen der irakischen Regierung und den kurdischen Behörden über die Wiederaufnahme von Ölexporten über den türkischen Hafen Ceyhan drückt den Ölpreis. Ein Barrel der Nordseesorte Brent verbilligt sich um bis zu drei Prozent auf 100,34 Dollar. Der Preis für US-Leichtöl WTI fällt zeitweise mehr als vier Prozent auf 91,96 Dollar. "Jedes zusätzliche Handelsvolumen, das in der aktuellen Situation wieder in den Markt fließt, ist wertvoll, daher sanken die Preise entsprechend", sagte Anh Pham, LSEG-Analyst.
Auch der Tod des iranischen Sicherheitschefs Ali Laridschani und die Angriffe des US-Militärs auf iranische Küstenstellungen in der Nähe der Straße von Hormus schürte Spekulationen, dass der Konflikt früher beendet werden könnte, sagte Mingyu Gao, Experte für Energie und Chemie bei China Futures.
KI-Chips für China: Nvidia fährt Produktion hoch
Nvidia hat die Produktion der H200-Prozessoren für den Verkauf in China nach Aussage von CEO Jensen Huang wieder aufgenommen. Der Manager signalisierte damit eine mögliche Wende für die Geschicke des Chip-Giganten auf dem zweitgrößten Markt der Welt.
Im vergangenen April stoppte das US-Handelsministerium die Exporte des H20, eines Prozessors, den Nvidia speziell für den chinesischen Markt entwickelt hatte, machte im August jedoch eine Kehrtwende. Chinesische Vertreter rieten jedoch Kunden in ihrem Land vom Kauf des H20 ab, und Nvidia bemühte sich gleichzeitig um Lizenzen für die fortschrittlicheren Blackwell-Chips. Ende August stellte Nvidia die Produktion des H20-Chips ein.
Das Blatt wendete sich für das Unternehmen im Dezember, als die USA erklärten, sie würden Nvidia erlauben, ihren H200-Prozessor - einen Chip, der eine Generation hinter seiner leistungsstärksten GPU-Serie zurückliegt - in China zu verkaufen, solange das Unternehmen 25 Prozent seiner Umsätze mit der US-Regierung teilt. GPU, oder Grafikprozessoren, sind leistungsstarke Chips, die beim Training von KI-Modellen verwendet werden. Ende Januar, nachdem Huang China besucht hatte, signalisierten dortige Offizielle, dass sie die H200-Verkäufe ebenfalls genehmigen würden.
"Anleger werden sehr genau hinhören"
Der Dax kann den positiven Trend der vergangenen Tage zunächst fortsetzen: Der deutsche Börsenleitindex notiert aktuell fester im Bereich von 23.860 Punkten. Das gestrige Geschäft hatte er 0,7 Prozent fester mit 23.731 Zählern beendet.
"Das Augenmerk der Anleger bleibt zwar auf der Entwicklung der Ölpreise", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Nancy Lanzendörfer. "Heute wartet mit der Zinsentscheidung der US-Notenbank Federal Reserve aber ein Themenhighlight", erläutert sie. "Die zinsen werden sich nicht ändern, aber bei den Äußerungen von Chairman Jerome Powell werden die Anleger angesichts des Iran-Kriegs sehr genau hinhören und dabei den Ausblick im Fokus haben."
Nvidia rockt den Autosektor
Autoaktien stehen im asiatischen Börsenhandel im Fokus, nachdem diese jüngst Kooperationen mit dem KI-Flaggschiff Nvidia eingegangen sind zur Entwicklung selbstfahrender Fahrzeuge. In Seoul legen Hyundai um 3,3 und Kia um 4,4 Prozent zu, in Tokio Isuzu und Nissan je 1 Prozent. In Hongkong sind Autoaktien dagegen auf der Verliererseite zu finden. Hier kommen neue Geschäftszahlen von Geely nicht gut an, die Aktie verbilligt sich um 3,7 Prozent. BYD liegen 2,6 Prozent im Minus.
KI könnte Amazons AWS-Umsatz explodieren lassen
Amazon-Chef Andy Jassy traut der Cloud-Sparte AWS dank des Booms bei Künstlicher Intelligenz (KI) künftig einen Jahresumsatz von 600 Milliarden Dollar zu. "Ich war in den vergangenen Jahren der Ansicht, dass AWS in etwa zehn Jahren ein Geschäft mit einem Umsatzvolumen von rund 300 Milliarden Dollar sein könnte", sagte Jassy. Durch die Entwicklungen im KI-Bereich habe die Sparte nun die Chance, diesen Wert mindestens zu verdoppeln.
Jassys Prognose entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von etwa 17 Prozent für das nächste Jahrzehnt. Im vergangenen Jahr verbuchte AWS Erlöse von 128,7 Milliarden Dollar, ein Plus von 19 Prozent zum Vorjahr.
Kräftige Gewinne in Tokio und Seoul
Sehr uneinheitlich präsentieren sich die Aktienmärkte in Ostasien. Während es in Japan und Südkorea mit den Leitindizes kräftig nach oben geht und auch in Singapur, Indonesien und Malaysia deutlichere Gewinne gesehen werden, zeigen sich die chinesischen Börsen mit geringen Ausschlägen uneinheitlich. Im australischen Sydney ist der Handel bereits beendet, dort folgte man mit einem moderaten Plus von 0,3 Prozent der Vorgabe der Wall Street.
Wo es nach oben geht, dürften die sinkenden Ölpreise unterstützend wirken. Sie fallen um 2,3 bis 3,3 Prozent, der Brent-Ölpreis liegt mit gut 101 Dollar aber weiter im dreistelligen Bereich. Im Handel wird über eine eher nur technische Gegenbewegung spekuliert nach dem vorangegangenen Anstieg, schließlich setze der Iran seine Angriffe auf die Energieinfrastruktur im gesamten Nahen Osten fort.
In Tokio macht der breite Topix einen Satz um 2,4 Prozent, in Seoul geht es für den Kospi sogar um 3,9 Prozent nach oben, wie fast schon üblich angetrieben von den Technologieschwergewichten Samsung Electronics und SK Hynix mit Gewinnen von bis zu 6 Prozent. Samsung Electronics prüft laut einem Bericht von Bloomberg eine Umstellung auf mehrjährige Verträge für Speicherchips und entfernt sich damit von den derzeitigen kurzfristigeren Vereinbarungen, um die Versorgung angesichts wachsender Engpässe zu stabilisieren.
Ein Highlight wartet auf die Anleger
Europas Börsen dürften mit Aufschlägen in den Handel starten. US-Präsident Donald Trump hat erklärt, Washington sei noch nicht bereit, den Krieg im Iran zu beenden, man werde sich aber "in der nahen Zukunft" zurückziehen. Derweil nehmen die innerparteilichen Widerstände gegen den Krieg im Nahen Osten zu. Der ranghöchste US-Beamte für Terrorismusbekämpfung, Joe Kent, ist aufgrund von Bedenken über den anhaltenden Krieg im Iran zurückgetreten. Der Iran habe keine unmittelbare Bedrohung für die USA dargestellt; es sei offensichtlich, dass dieser Krieg auf Druck Israels und dessen mächtiger US-Lobby begonnen worden sei.
Brent-Öl gibt um zwei Prozent nach und handelt bei 101 Dollar das Fass. Damit scheint sich der Ölpreis zunehmend um 100 Dollar einzupendeln - ein Niveau, mit dem die Märkte zumindest aktuell offenbar gut leben können.
Highlight des Tages ist die geldpolitische Entscheidung der US-Notenbank am Abend. Analysten gehen davon aus, dass die Zinszielspanne bei 3,50 bis 3,75 Prozent bestätigt wird. Auf der einen Seite zeigen sich am US-Arbeitsmarkt inzwischen klarere Abkühlungstendenzen; auf der anderen Seite erweist sich die Inflation als hartnäckig, um der von US-Präsident Donald Trump geforderten Zinssenkung einfach nachzukommen. Der jüngste Energiepreisschock dürfte zwar nicht ausreichen, um Zinserhöhungen wieder auf die Agenda zu setzen, er zwingt die Notenbanker jedoch an die Seitenlinie. Am Donnerstag entscheidet dann die EZB über ihre Geldpolitik.
Thyssenkrupp Nucera kappt Prognose
Thyssenkrupp Nucera hat wegen unerwartet hoher Kosten in seiner Sparte für grünen Wasserstoff (gH2) die Prognose für das laufende Geschäftsjahr gesenkt. Der Wasserstoff-Spezialist erwartet für 2025/26 nun einen operativen Verlust (Ebit) zwischen 30 und 80 Millionen Euro, wie die Thyssenkrupp-Tochter mitteilte. Zuvor war der Vorstand von einem Fehlbetrag von maximal 30 Millionen Euro oder einer schwarzen Null ausgegangen. Als Grund nannte Nucera höhere Aufwendungen für Optimierungsarbeiten an bereits ausgelieferten Modulen im gH2-Bereich. Zudem habe ein US-Kunde den Vertrag für eine 20-Megawatt-Pilotanlage aufgelöst, da das Projekt die Renditeerwartungen nicht mehr erfülle.
Auch beim Konzernumsatz ruderte das Unternehmen zurück und stellt nun 450 bis 550 Millionen Euro in Aussicht und damit in der Spitze 50 Millionen weniger als bisher geplant. Die Stornierung des US-Projekts und die damit verbundenen buchhalterischen Effekte belasten den Umsatz im Wasserstoff-Segment deutlich. Lichtblick bleibt dagegen das klassische Chlor-Alkali-Geschäft, für das Nucera das untere Ende der Ergebnisprognose leicht anhob.
Mega-Börsengang nimmt Formen an
OpenAI bereitet sich offenbar auf einen Börsengang vor, der Ende des Jahres stattfinden könnte. Das Unternehmen richte seine Strategie dabei auf Geschäftskunden aus, berichtete der Sender CNBC unter Berufung auf Insider und interne Dokumente. Fidji Simo, bei OpenAI für Anwendungen zuständig, habe auf einer Mitarbeiterversammlung in der vergangenen Woche das Ziel vorgegeben: Man müsse die 900 Millionen wöchentlichen Nutzer dazu bringen, die KI-Dienste intensiver zu nutzen: "Wir werden das erreichen, indem wir ChatGPT in ein Produktivitätswerkzeug verwandeln."
Finanzchefin Sarah Friar verstärkt dem Bericht zufolge unterdessen ihr Team mit erfahrenen Managern für den Kapitalmarkt. Dies wäre eine Kehrtwende: Noch im November hatte Friar Spekulationen über ein baldiges Börsendebüt zurückgewiesen. Nun hat OpenAI laut CNBC seine langfristigen Ausgabenpläne präzisiert, um Investoren zu überzeugen. Statt der ursprünglich von Firmenchef Sam Altman ins Spiel gebrachten 1,4 Billionen Dollar plane OpenAI inzwischen bis 2030 mit Ausgaben von rund 600 Milliarden Dollar für Rechenkapazitäten, hieß es in dem Bericht. Dem stünden erwartete Einnahmen von mehr als 280 Milliarden Dollar gegenüber. OpenAI steht bei der Künstlichen Intelligenz (KI) in einem harten Wettbewerb mit Rivalen wie Google und Anthropic.
Kurserholung an Tokioter Börse
Die asiatischen Börsen legen zu, nachdem die Ölpreise von ihren jüngsten Höchstständen zurückgekommen sind. Anleger richteten ihren Blick auf die Sitzung der US-Notenbank Fed, bei der es um die Balance zwischen Wachstums- und Inflationsrisiken vor dem Hintergrund der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten gehen wird. Israel hatte seine Offensive mit der Tötung des iranischen Sicherheitschefs verschärft, während der Iran seine Angriffe auf Ölanlagen in den Vereinigten Arabischen Emiraten fortsetzte. Die Straße von Hormus bleibt weitgehend blockiert.
Die japanische Börse legt deutlich zu: Der Nikkei-Index gewinnt 2,4 Prozent auf 54.981,70 Punkte. Die chinesischen Märkte zeigen sich uneinheitlich. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen gibt 0,3 Prozent auf 4621,95 Punkte nach.
Nvidia im Billionenfieber
Nvidia-Chef Jensen Huang traut allein den beiden Chip-Generationen Blackwell und Rubin bis Ende 2027 ein Umsatzpotenzial von mehr als einer Billion Dollar zu. Diese Schätzung beziehe sich ausschließlich auf die KI-Prozessoren, sagte Huang. In dieser Summe nicht enthalten seien die Erlöse aus dem Geschäft mit Netzwerkchips sowie die neuen Prozessoren, die auf der im Dezember lizenzierten Technologie des Start-Ups Groq basieren. Zum Auftakt der Nvidia-Entwicklerkonferenz GTC am Vortag hatte Huang bereits von einem Umsatzvolumen von einer Billion Dollar gesprochen, ohne jedoch Einzelheiten zur Zusammensetzung zu nennen.
Blackwell und Rubin sind Hochleistungsprozessoren, die das Training und den Betrieb von Künstlicher Intelligenz (KI) ermöglichen. Der Blackwell-Chip ist gegenwärtig verfügbar und soll Aufgaben wie das Antworten von Chatbots bis zu 30 Mal schneller erledigen als sein Vorgänger. Die nächste Generation Rubin ist für den weiteren Jahresverlauf geplant. Nvidia will künftig im Jahresrhythmus neue KI-Chipfamilien auf den Markt bringen, um seine dominierende Stellung bei der KI-Hardware gegen Konkurrenten wie AMD und Intel zu verteidigen.
Das ist los im frühen Devisengeschäft
Am Devisenmarkt gibt der Dollar 0,1 Prozent auf 158,95 Yen nach. Zum chinesischen Yuan legt er leicht auf 6,8813 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notiert er 0,1 Prozent höher bei 0,7854 Franken. Der Euro bleibt fast unverändert bei 1,1533 Dollar und zieht leicht auf 0,9058 Franken an.
Rettet die Rüstungsindustrie den deutschen Automobilbau?
Für die kriselnde Auto-Zulieferbranche bieten sich laut einer Studie Chancen in der Rüstungsindustrie. "Rüstung ist nicht der alleinige Rettungsanker für den Automotive-Bereich", sagte der Branchenexperte Werner Olle der dpa. "Aber die Unternehmen müssen sich breiter aufstellen und da kann Rüstung eine Komponente sein." Als Beispiele nannte Olle die Fertigung von Karosserieteilen, Antriebskomponenten, aber auch Fahrzeug- und Assistenzsystemen.
Die Absatzschwäche der deutschen Auto-Industrie und der Wandel hin zur Elektromobilität trifft viele Zulieferbetriebe. Jobabbau ist die Folge. Dagegen verzeichnet die Rüstungsindustrie wegen internationaler Konflikte wie den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine starke Zuwächse und expandiert.
Lässt es Powell noch einmal richtig krachen?
Der Dax versucht sich nach oben zu arbeiten. Dem Montagsplus von 0,5 Prozent ließ der deutsche Börsenleitindex im gestrigen Geschäft einen Aufschlag von 0,7 Prozent auf 23.731 Punkte folgen. Und das trotz eines negativen Handelsstarts. Nach wie vor bestimmen der Krieg im Nahen Osten und die Entwicklung der Ölpreise die Richtung an den weltweiten Aktienmärkten.
Terminlich hat die Wochenmitte für Anleger aber auch anderweitig einiges zu bieten. Los geht's mit den Preisen. So dürfte die Inflation im Euroraum bereits vor dem Ende Februar ausgebrochenen Nahost-Krieg auf dem Vormarsch gewesen sein. Klarheit bringen die finalen Daten des EU-Statistikamts Eurostat. Es hat in einer früheren Schätzzahl für Februar eine Teuerungsrate von 1,9 Prozent ermittelt. Im Januar hatte die Rate mit 1,7 Prozent noch deutlich unter der Zielmarke von 2,0 Prozent gelegen, die von der Europäischen Zentralbank mittelfristig als ideal für die Konjunktur angesehen wird.
Die US-Notenbank muss in Zeiten des Nahost-Krieges und steigender Ölpreise den geldpolitischen Kurs bestimmen. Trotz der mit dem Militärkonflikt verbundenen Inflationsrisiken gehen Ökonomen davon aus, dass die Federal Reserve den Leitzins weiter in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent halten wird. Zugleich blicken Investoren mit Spannung auf den aktualisierten Zinsausblick der Währungshüter: Dabei wird sich zeigen, ob sie wie bereits im Dezember für 2026 einen Zinsschritt nach unten avisieren oder diese Option unter dem Eindruck des Ölpreisschocks vorerst vom Tisch nehmen.
Unternehmensseitig legt etwa der von Continental 2025 abgespaltene Autozulieferer Aumovio seine erste Jahresbilanz vor. Analysten rechnen im Schnitt mit einem Umsatz von 18,7 Milliarden Euro und einem bereinigten Betriebsergebnis von 706 Millionen Euro - das wäre ein Anstieg um mehr als 40 Prozent zum Vorjahr, als es noch die Autosparte des Reifenherstellers Conti war. Der MDAX-Konzern ist mit dem Abbau Tausender Arbeitsplätze noch mitten in der Restrukturierung.
Nach US-Börsenschluss öffnet dann noch Micron die Bücher. Die kräftigen Preissteigerungen bei Speicherchips haben dem US-Konzern voraussichtlich zu einem Gewinnsprung verholfen. Börsianer erwarten von Micron zudem Aussagen zur Entwicklung der weltweiten Lieferengpässe für derartige Halbleiter. Das Unternehmen hat für das abgelaufene Quartal einen Umsatz zwischen 18,3 und 18,7 Milliarden Dollar sowie einen Gewinn von 7,99 bis 8,39 Dollar je Aktie in Aussicht gestellt.
Die komplette Wirtschaftsterminübersicht für diese Woche finden Sie hier.