Dax schließt nach wildem Tagesritt mit Gewinnen
Die Kehrtwende von US-Präsident Donald Trump im eskalierenden Iran-Krieg hat zum Wochenstart die Aktienmärkte befeuert und die Ölpreise um bis zu 14 Prozent einbrechen lassen. Der Dax sprang zwischenzeitlich um rund 1200 Punkte nach oben, nachdem Trump angekündigt hat, Angriffe auf iranische Kraftwerke und die Energieinfrastruktur für fünf Tage auszusetzen. Zu Handelsbeginn war der deutsche Leitindex klar unter die 22.000-Punkte-Marke gerutscht.
Am Ende ging der Dax mit einem Aufschlag von 1,2 Prozent auf 22.654 Zähler aus dem Handel. Der deutsche Leitindex agierte heute in einer Spannbreite zwischen 21.864 und 23.179 Punkten. Der EuroStoxx50 notierte 1,5 Prozent höher bei 5586 Stellen.
Trumps Äußerungen stoppten auch den Ausverkauf am Anleihemarkt. Im Gegenzug gaben die Renditen von Staatsanleihen deutlich nach. Zuvor hatten Inflationssorgen die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen seit Beginn des Iran-Krieges um mehr als 40 Basispunkte steigen lassen. Auch der US-Dollar gab auf breiter Front nach.
Gold bald bei 6000 Dollar?
Seit Beginn des Nahost-Kriegs geht der Goldpreis nach unten - und das trotz höherer Inflationsgefahr. Was steigende Zinsen und ein stärkerer Dollar damit zu tun haben, wie es langfristig weitergeht und wie Anleger reagieren können, darüber spricht Raimund Brichta mit Kemal Bagci von der BNP Paribas.
Novo Nordisk beginnt Studie für orales Abnehm-Medikament
Novo Nordisk hat eine Phase-1-Studie für einen oralen Adipositas-Medikamentenkandidaten begonnen. Das Unternehmen hatte im vergangenen Jahr vereinbart, diesen von Lexicon Pharmaceuticals zu lizenzieren. In der Studie werden die Sicherheit und Verträglichkeit des Medikaments mit dem Namen "LX9851" untersucht. Zudem werde analysiert, wie es sich durch den Körper bewegt und welche physiologischen und biologischen Auswirkungen es im Vergleich zu einem Placebo hat. Daran nehmen 96 Personen mit Übergewicht oder Adipositas teil. Die Studie wird voraussichtlich im ersten Quartal 2027 abgeschlossen sein.
Lexicon hat sich nach Erfüllung der anfänglichen Dosierungsanforderungen in der Studie eine zweite Meilensteinzahlung in Höhe von zehn Millionen US-Dollar für das Jahr 2026 von Novo Nordisk gesichert. Das Unternehmen hat zudem Anspruch auf eine dritte Meilensteinzahlung von zehn Millionen Dollar, die im weiteren Verlauf dieses Jahres erreicht werden könnte.
Zins-Karussell "hat enorme Auswirkungen auf Wirtschaft"
Brent-Preis fällt unter 100-Dollar-Marke
Eine gute Nachricht für Tankstellen-Kunden: Die Ölpreise bauen ihre Verluste aus. Brent-Rohöl ist wieder unter 100 US-Dollar je Barrel gefallen, nachdem Präsident Trump erklärt hatte, die USA würden nach "produktiven" Gesprächen mit Teheran Angriffe auf die iranische Energieinfrastruktur um fünf Tage verschieben. Der internationale Referenzpreis für Öl stürzt um 13 Prozent auf 98 US-Dollar je Barrel ab, während der Preis für die US-Sorte WTI um zwölf Prozent auf 83,8 US-Dollar je Barrel nachgibt. Das iranische Außenministerium dementierte laut staatlichen Medien, dass Teheran mit den USA in Gesprächen sei.
Jetzt sinken auch die Gaspreise
Die jüngsten Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zum Iran-Konflikt lassen die Gaspreise deutlich fallen. Der europäische Future rutschte zeitweise mehr als zehn Prozent auf bis zu 54,10 Euro je Megawattstunde ab, nachdem er zuvor bis auf 62,85 Euro gestiegen war.
"Die Märkte haben eine wilde Fahrt hinter sich, da die Anleger zwischen tiefem Pessimismus und schwindelerregendem Optimismus über den Verlauf des Krieges mit dem Iran geschwankt haben", sagte Susannah Streeter, Anlage-Strategin beim britischen Broker Wealth Club. Auch wenn es riskant sei, sich an Trumps Worte zu klammern, habe sich die Stimmung vorerst aufgehellt.
ETFs für Einsteiger - kompakt und einfach erklärt
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Reemtsma-Werk in Langenhagen macht dicht - Hunderte Menschen betroffen
Der Tabakkonzern Imperial Brands will nach erfolgloser Käufersuche sein Reemtsma-Werk in Langenhagen schließen. Die Produktion an dem Standort bei Hannover solle bis 2027 auslaufen, teilte das Unternehmen mit. Davon seien vor Ort aktuell noch rund 600 Beschäftigte betroffen.
Trotz intensiver und konstruktiver Verhandlungen mit einem Kaufinteressenten sei letztlich keine für die Zukunft des Standorts tragfähige Einigung erzielt worden, hieß es in der Mitteilung. Vor diesem Hintergrund habe sich Imperial Brands nun dazu entschieden, die Produktion in Langenhagen bis ins Jahr 2027 hinein schrittweise zu schließen.
Krisenwährungen versagen: Gold- und Silber im freien Fall
Gold hat die schlechteste Woche seit 1983 hinter sich. Das Edelmetall glänz schon seit einigen Tagen nicht mehr so verlockend wie in den Wochen und Monaten davor. Gleiches gilt für Silber. Warum die Edelmetalle in dieser Krise nicht den erwarteten Schutz bieten und was Experten jetzt empfehlen.
Es grünt auch an der Wall Street
US-Präsident Donald Trump sorgt mit dem Einräumen von Gesprächen mit dem Iran auch an den US-Märkten für bessere Stimmung. Im frühen Geschäft steigt der Dow-Jones-Index um 1,4 Prozent auf 46.234 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite klettern um 1,3 bzw. 1,5 Prozent. Trump kündigte Gespräche mit Iran über eine vollständige Lösung zu Feindseligkeiten im Nahen Osten an. Auch will er vorerst nun doch nicht die Energieinfrastruktur des Iran angreifen.
Bei den Einzelwerten steigen Tesla um 2,2 Prozent. CEO Elon Musk hat Pläne veröffentlicht, wonach der E-Autobauer und das Weltraumunternehmen SaceX gemeinsam eine neue Chipfabrik im US-Bundesstaat Texas errichten werden. Der Pharmariese Pfizer und der französische Impfstoffhersteller Valneva haben positive Studienergebnisse ihres Impfstoffkandidaten gegen die Lyme-Borreliose bekannt gegeben. Pfizer liegen 0,4 Prozent im Plus. Synopsys ziehen um 3,3 Prozent an.
Globale Anleiherenditen geben nach
Die Renditen globaler Staatsanleihen haben nachgegeben und damit eine Kehrtwende vollzogen, nachdem sie im früheren Tagesverlauf stark gestiegen waren. Die Kehrtwende folgt auf Signale von US-Präsident Trump bezüglich der Aussicht auf ein Ende der Feindseligkeiten mit dem Iran. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe fiel auf 2,988 Prozent, was einem Tagesminus von vier Basispunkten entspricht. Zuvor war sie laut LSEG bei 3,077 Prozent und damit auf dem höchsten Stand seit 2011 gehandelt worden. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe fällt um 2,8 Basispunkte auf 4,364 Prozent, nachdem sie zuvor auf 4,445 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit Juli gestiegen war.
Kraftstoffpreise steigen weiter - Diesel knapp unter Allzeithoch
Der Dieselpreis ist nur noch etwas mehr als einen Cent von seinem Allzeithoch entfernt. Sollte der Trend der letzten Tage anhalten, könnte der Rekord in Bälde gebrochen werden. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Sonntags hatte ein Liter Diesel 2,306 Euro gekostet, wie der ADAC mitteilte. Das waren 0,5 Cent mehr als am Samstag. Zum Allzeithoch aus dem März 2022 fehlen damit nur noch 1,5 Cent.
Superbenzin der Sorte E10 verteuerte sich von Samstag auf Sonntag ebenfalls leicht: um 0,2 Cent auf 2,085 Euro. Zum Allzeithoch aus dem März 2022 fehlen hier aber noch fast zwölf Cent.
Bosch schmiedet mit Tata E-Mobilitäts-Allianz in Indien
Der Technologiekonzern Bosch und der indische Autozulieferer Tata AutoComp Systems wollen mit einem Gemeinschaftsunternehmen den schnell wachsenden Markt für Elektromobilität in Indien erschließen. Das zu gleichen Teilen geführte Unternehmen wird nach Zustimmung der Kartellbehörden voraussichtlich Mitte 2026 den Betrieb aufnehmen, wie die beiden Konzerne mitteilten. Das Gemeinschaftsunternehmen mit Sitz in Pune soll sich auf die Entwicklung, Fertigung und den Vertrieb von E-Achsen und E-Motoren für den indischen Markt konzentrieren. Ziel sei es, den Kunden innovative globale Lösungen anzubieten, die vor Ort in Indien gefertigt werden.
Bosch hat nach eigenen Angaben weltweit mehr als sechs Milliarden Euro in die Elektromobilität investiert. "Für uns ist die Elektromobilität ein zentrales Zukunftsfeld, wir investieren konsequent in die gesamte Wertschöpfungskette – von Halbleitern bis hin zu kompletten Achsantrieben", erklärte Bosch-Geschäftsführer Markus Heyn.
Ölkrise von historischem Ausmaß ist "Gift für deutsche Wirtschaft"
Bis heute sind durch den Iran-Krieg elf Millionen Barrel Öl pro Tag verloren gegangen - ein Schock für die Weltwirtschaft, dessen Konsequenzen sich in vielerlei Hinsicht niederschlagen werden. "Das ist Gift für die deutsche Wirtschaft", sagt Wolfgang Große Entrup vom Verband der Chemischen Industrie.
Dax kriegt sich wieder ein - Brent-Preis sinkt gen 100 Dollar
Der Dax ist mittlerweile wieder von den Tageshochs zurückgekommen und liegt nur noch 1,0 Prozent im Plus bei 22.602 Punkten. Trotz der Entspannungssignale bleibt die Unsicherheit enorm groß. Zum einen werden die Militärschläge fortgesetzt. Zum anderen stellen die staatlichen iranischen Medien US-Präsident Donald Trumps Entscheidung, seine Frist für Angriffe auf die iranische Energieinfrastruktur nach Gesprächen mit Teheran zu verschieben, als "Rückzieher Trumps" dar. Die Preise für die Ölsorten Brent und WTI sinken um 7,1 beziehungsweise 6,3 Prozent auf 104,38 beziehungsweise 91,89 Dollar.
Trump belebt auch Bitcoin wieder
Bitcoin legt kräftig zu, nachdem US-Präsident Trump auf seiner Website Truth Social gepostet hatte, dass er Militärschläge gegen iranische Kraftwerke und Energieinfrastruktur um fünf Tage verschieben werde. Dies folge auf produktive Gespräche mit dem Iran in den letzten beiden Tagen, die fortgesetzt würden, sagte er. Kryptowährungen legen im Zuge einer verbesserten Risikobereitschaft zu, da Aktien steigen und die Ölpreise fallen. Bitcoin notiert laut LSEG-Daten zuletzt 4,2 Prozent höher bei 71.050 US-Dollar, nachdem er zuvor auf ein Zweiwochentief von 67.383 US-Dollar gefallen war. Ether steigt um 5,3 Prozent auf 2164 US-Dollar.
Analysten rechneten vor EZB-Rat nicht mit Zinsanhebung
Regelmäßig von der EZB befragte geldpolitischen Analysten haben im Vorfeld der Ratssitzung am 18./19. März 2026 nicht damit gerechnet, dass die Notenbank ihren Leitzins auf absehbare Zeit anheben würde. Wie die EZB im Ergebnis einer entsprechenden Umfrage mitteilte, rechneten die Analysten vielmehr damit, dass die EZB ihren Leitzins auch langfristig bei 2,00 Prozent belassen würde.
Die Inflation im Euroraum sahen sie im ersten Quartal bei 1,9 und im zweiten Quartal bei 2,1 Prozent - danach aber - auch langfristig - bei 2,0 Prozent. Für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erwarteten die Analysten je 0,3 Prozent im ersten und zweiten Quartal. Die Umfrage fand vom 2. bis 5. März statt, der US-israelische Angriff auf den Iran hatte am 28. Februar begonnen.
Dax macht mit einem Schlag mehr als 1000 Punkte gut - Ölpreise fallen stark
Abrupte Kehrtwende an den Märkten. Nach der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, das Pentagon anzuweisen, jegliche militärische Angriffe auf iranische Kraftwerke und die Energieinfrastruktur für fünf Tage auszusetzen, ist der Dax ins Plus gerauscht. Der Leitindex sprang mit einem Schlag mehr als 1000 Punkte auf 23.179 Punkte hoch. Aktuell notiert der Dax 2,2 Prozent höher bei 22.884 Zählern. Der EuroStoxx50 hüpfte um 1,6 Prozent auf 5592 Stellen hoch.
Die Ölpreise gaben deutlich nach und fielen im europäischen Nachmittagshandel um mehr als zehn Prozent. Brent-Rohöl verbilligte sich um 7,2 Prozent auf 104,03 US-Dollar je Barrel, nachdem der Preis kurzzeitig unter 100 US-Dollar gefallen war, während WTI um 7,2 Prozent auf 88,14 US-Dollar je Barrel nachgab.
Dax fährt U-Bahn - Euro weicher - Öl sehr teuer - Gold und Silber verlieren stark
Update von der Frankfurter Börse: Der Dax hat seine Talfahrt fortgesetzt. Der Leitindex notierte am Mittag 2,2 Prozent tiefer bei 21.892 Punkten. Der EuroStoxx50 fiel um 2,0 Prozent auf 5392 Stellen. Der Euro zeigte 0,7 Prozent schwächer bei 1,1486 US-Dollar. Die Preise für die Ölsorten Brent und WTI lagen bei rund 112 beziehungsweise rund 98 Dollar. Der Goldpreis fiel um 5,2 Prozent auf 4261 Dollar. Silber notierte 6,3 Prozent tiefer bei 63,74 Dollar.
Finanzprofi warnt Anleger: Diese Krise "ist anders"
Anders als bei anderen Krisen sei es für Anleger aktuell keine gute Kaufgelegenheit, meint Ascan Iredi. Die massive Störung der Weltwirtschaft mache eine schnelle Erholung unwahrscheinlich. Gleichzeitig sei die Kurskorrektur noch nicht ausgestanden, so der Börsenexperte.
BGH: Kein Erfolg für Klimaklagen gegen BMW und Mercedes
Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hat die Klimaklage der Deutschen Umwelthilfe gegen die Autobauer BMW und Mercedes abgewiesen. Drei Geschäftsführer der Umwelt-Organisation wollten erreichen, dass BMW und Mercedes ab 2030 keine Verbrennerautos mehr verkaufen dürfen, da sie sonst die Menge an klimaschädlichem Treibhausgas überschreiten würden. Der BGH urteilte jedoch, dass einzelnen Unternehmen kein CO2-Budget zugewiesen sei.
Krieg, Ölpreisschock, trotzdem Ruhe an der Wall Street - ein gefährlicher Irrtum?
Krieg im Nahen Osten, steigende Energiepreise, fallende Kurse in Europa – die zweite Hälfte der Börsenwoche hatte es in sich. Der Dax gerät unter Druck, während Öl und Gas spürbar anziehen. Doch ausgerechnet die Wall Street zeigt sich bislang erstaunlich unbeeindruckt. Noch. Ist diese Gelassenheit gerechtfertigt - oder trügerisch? Droht den Märkten eine verspätete Reaktion? Und welche Konsequenzen sollten Anleger jetzt ziehen? Darüber diskutiert Raimund Brichta mit Nicolai Tietze von Morgan Stanley und Sven Gundermann von Taunus Investments.
ZEW-Experte: Deutschland steuert auf horrende Zinskosten zu
Finanzexperten halten die seit Beginn des Iran-Krieges deutlich gestiegenen Renditen für deutsche Bundesanleihen auf mittlere Sicht für problematisch. "Der bisherige Renditeanstieg für Bundesanleihen ist kurzfristig gut verkraftbar", sagte Ökonom Friedrich Heinemann vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Die Rendite für deutsche Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit lag zuletzt über der Marke von drei Prozent und damit auf dem höchsten Stand seit 2011. Vor Kriegsbeginn betrug sie etwa 2,7 Prozent.
"Rechnerisch belastet dieser Anstieg den Bund auf Jahresfrist somit mit überschaubaren 1,5 Milliarden Euro", sagte Heinemann mit Blick auf Planungen des Bundes. Dieser will in diesem Jahr die Rekordsumme von 512 Milliarden Euro bei Investoren durch die Auktion von Bundeswertpapieren einsammeln. "Dennoch ist der Anstieg der Renditen brisant", warnte der ZEW-Finanzexperte. Früher hätten Bundesanleihen als sicherer Hafen gegolten und bei Kriegen eher von Kursgewinnen profitiert, sodass die Renditen fielen. "Dies gilt nicht länger", sagte Heinemann. Euro-Staatsanleihen würden heute bei geopolitischen Krisen eher mit wachsenden Risikoprämien belegt, was einen starken Reputationsverlust belege. "Deutschland steuert daher bei den Zinskosten aller Ebenen auf Beträge von 120 bis 150 Milliarden Euro pro Jahr zu", sagte Heinemann.
Hörgerätehersteller will Sennheiser abstoßen
Sonova will sich von seinem Geschäft mit Kopfhörern der Marke Sennheiser trennen und peilt in den kommenden Jahren ein deutliches Wachstum an. Bis zum Geschäftsjahr 2030/31 soll der Umsatz auf sechs Milliarden Franken steigen, teilte der Schweizer Hörgerätehersteller mit. Im Geschäftsjahr 2024/25 kam Sonova auf einen Umsatz von 3,87 Milliarden Franken. Um sich künftig vollständig auf das Kerngeschäft mit medizinischen Hörgeräten und Cochlea-Implantaten zu konzentrieren, stehe die Consumer-Hearing-Sparte zum Verkauf. Dieser Bereich operiere unter der Marke Sennheiser. Ziel sei es, den bestmöglichen Eigentümer für dieses Geschäft zu finden.
Mittelfristig peile Sonova in Lokalwährungen ein jährliches Umsatzwachstum von fünf bis zehn Prozent sowie einen Anstieg beim operativen Kernergebnis (Ebit) von sieben bis zwölf Prozent an. Für das noch bis Ende März laufende Geschäftsjahr 2025/26 dämpfte der Konzern jedoch die Erwartungen leicht. Das Wachstum werde voraussichtlich am unteren Ende der bisherigen Prognosespanne liegen, hieß es weiter. Bislang hatte Sonova währungsbereinigt ein Umsatzplus von fünf bis neun Prozent sowie einen Anstieg beim bereinigten operativen Gewinn (Ebita) von 14 bis 18 Prozent in Aussicht gestellt.
Salzgitter reduziert Verlust und will zurück in Gewinnzone
Salzgitter hat seine Verluste im vergangenen Jahr trotz eines schwachen Stahl-Umfeldes deutlich reduziert und will in diesem Jahr zurück in die schwarzen Zahlen. 2025 standen unter dem Strich 69,8 Millionen Euro Verlust, nach einem Fehlbetrag von 347,9 Millionen Euro im Jahr zuvor, wie das Unternehmen mitteilte. 2024 war das Ergebnis noch von hohen Wertberichtigungen, Rückstellungen und Umbaukosten geprägt gewesen.
Vor Steuern lag das Minus 2025 bei 28 Millionen Euro. 2026 peilt das Unternehmen wieder einen Vorsteuergewinn von 75 bis 175 Millionen Plus an. Das hatte der Stahlkonzern, der nun wieder im MDax der mittelgroßen Werte notiert ist, bereits im Februar bei seinen vorläufigen Zahlen angekündigt. Auch der zuletzt rückläufige Außenumsatz soll wieder steigen - von 8,98 auf rund 9,5 Milliarden Euro. 2024 waren es noch 10,01 Milliarden Euro gewesen. Noch nicht eingerechnet ist dabei die geplante Übernahme der Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) von Thyssenkrupp Steel zum 1. Juni 2026. Thyssenkrupp Steel hält dort bisher 50 Prozent, Salzgitter 30 Prozent.
Tiefrote Kurse auch an den Börsen in UK, Frankreich, Italien und Spanien
Massive Kursverluste auch an anderen Aktienmärkten: Der britische FTSE 100 und der französische CAC 40 geben beide um rund 1,5 Prozent nach. Bergbauwerte, die in der vergangenen Woche die Verluste im Londoner Index noch abgefedert hatten, geben im frühen Handel nun ebenfalls nach. Der Industriekonzern Rolls-Royce notiert 4,6 Prozent niedriger, während der Stahlhersteller ArcelorMittal um 3,3 Prozent nachgibt. In Madrid bricht der Ibex 35 um zwei Prozent ein, und der italienische FTSE MIB gibt um 1,7 Prozent nach.
Delivery Hero will Teilgeschäft an Rivalen verkaufen
Delivery Hero nimmt einen neuen Anlauf zum Verkauf seines Taiwan-Geschäfts. Der asiatische Konkurrent Grab wolle die Tochter Foodpanda Taiwan für 600 Millionen Dollar in bar übernehmen, teilte der deutsche Essenslieferant mit. Die Einnahmen würden unter anderem zum Schuldenabbau verwendet. Die Transaktion müsse jedoch noch von den Behörden genehmigt werden.
Vor etwa zwei Jahren hatte Delivery Hero schon einmal versucht, sich von Foodpanda Taiwan zu trennen. Der Verkauf an Uber Eats war damals am Veto der dortigen Kartellbehörde gescheitert. Der Markt für Essenslieferungen in Taiwan ist hart umkämpft. Das bei Foodpanda Taiwan über die Plattform gehandelte Brutto-Warenvolumen (GMV) lag Delivery Hero zufolge 2025 bei 1,5 Milliarden Euro. Zudem habe die Tochter einen bereinigten operativen Gewinn erwirtschaftet.
Tesla und SpaceX bauen Chipfabriken für Eigenbedarf
Die von Elon Musk geführten Unternehmen SpaceX und Tesla wollen im texanischen Austin zwei hochmoderne Chipfabriken bauen.Das kündigte Musk an. Ein Werk solle Halbleiter für Autos und humanoide Roboter produzieren, das andere sei für Rechenzentren mit Künstlicher Intelligenz (KI) im Weltraum gedacht. "Terafab wird technisch gesehen aus zwei Fabriken bestehen, von denen jede nur ein einziges Chipdesign herstellt", so Musk. Bereits am Samstag hatte er in Austin Pläne für einen KI-Chip-Komplex vorgestellt. Dabei betonte er, dass die derzeitige weltweite Chipproduktion künftig nur einen kleinen Bruchteil des Bedarfs seiner Unternehmen decken werde. "Entweder wir bauen die Terafab, oder wir haben keine Chips", sagte er.
Dass Tesla eine eigene Chipfabrik benötigt, hatte Musk bereits in der Vergangenheit geäußert. Die Beteiligung des Raumfahrtunternehmens SpaceX war jedoch bislang nicht bekannt. Die neuen Weltraum-Chips müssten für extremere Umgebungen und höhere Temperaturen ausgelegt sein, erklärte Musk. Das geplante Rechenzentrum im Weltall soll künftig eine Rechenleistung von einem Terawatt pro Jahr erzeugen. Zum Vergleich: In den gesamten USA wird derzeit etwa ein halbes Terawatt generiert.
Börsenbeben geht weiter: Dax rauscht unter 22.000er-Marke
Der Dax startet tiefrot in die neue Handelswoche. Der deutsche Börsenleitindex, der bereits am vergangenen Freitag rund zwei Prozent auf 22.380 Punkte eingebüßt hatte, notiert erneut zwei Prozent tiefer bei 21.935 Zählern.
"Das Beben geht weiter", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Corinna Wohlfeil und verweist etwa auf "Kurseinbrüche in Asien". "Der Krieg im Nahen Osten dauert an und droht weiter zu eskalieren", erläutert sie. "Das sorgt für zunehmende Verunsicherung bei den Anlegern und lässt Aktienkurse abrutschen."
"Eine wirklich richtig schlechte Entwicklung"
"Das ist also eine wirklich richtig schlechte Entwicklung, die der Dax da gerade nimmt. An diesem Markt brennt jetzt schon ein bisschen der Baum", so der Kommentar von Chartanalyst Marcel Mußler zum deutschen Auswahlindex. Das nächste Korrekturziel rücke jetzt schnell näher. Mußler verweist auf den langfristigen Aufwärtstrend bei 21.890 Punkten. "Er ist jetzt auch schnell und leicht erreichbar, auch in der neuen Woche schon." Allerdings spreche einiges dafür, dass der Aufwärtstrend in einem ersten Anlauf noch halten werde.
Salzgitter hält Dividende stabil
Salzgitter hält die Dividende stabil. Für das Geschäftsjahr 2025 sollen die Aktionäre wie im Jahr davor 20 Cent je Aktie erhalten, teilte der Stahlkonzern mit. Einen entsprechenden Vorschlag wollen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 3. Juni unterbreiten.
Trump-Ultimatum als Stimmungskiller
Die asiatischen Aktienmärkte stehen zu Wochenbeginn unter deutlichem Abgabedruck. US-Präsident Donald Trump hat mit der Zerstörung von Irans Kraftwerken gedroht, sollte das Land seine Blockade der Straße von Hormus nicht innerhalb von 48 Stunden beenden. Der Iran hat für solch einen Fall mit Vergeltungsschlägen gedroht. Dies schürt Sorgen vor einer weiteren Eskalation. Besonders deutlich geht es für den Kospi in Seoul nach unten, der 5,9 Prozent verliert. Der Handel war wegen der hohen Verluste im Verlauf kurzzeitig ausgesetzt. Der Topix in Tokio reduziert sich nach der Feiertagspause am Freitag um 3,3 Prozent. An den chinesischen Börsen geht es für den Shanghai Composite und den Hang-Seng-Index ebenfalls deutlich abwärts.
Der Ölpreis zieht in der Folge an, ein Barrel der Sorte Brent steigt um 0,4 Prozent auf 112,68 Dollar. Asiens Abhängigkeit von Energieimporten mache es im Vergleich zu anderen Regionen anfälliger für eine längere Phase höherer Ölpreise, so Gareth Leather von Capital Economics. Etwa 80 bis 90 Prozent der Energieströme, die die Straße von Hormus passieren, seien in der Vergangenheit für die asiatischen Märkte bestimmt gewesen.
In Südkorea belastet auch die Nominierung des neuen Präsidenten der Bank of Korea. Der nominierte Shin Hyun-song favorisiere eine frühe und entschlossene geldpolitische Straffung, wenn die Inflationsrisiken steigen, meint Jin-Wook Kim von der Citigroup. Shin habe während des Straffungszyklus nach der Pandemie im Jahr 2022 argumentiert, dass vorgezogene Zinserhöhungen bei steigenden Inflationsrisiken vorzuziehen seien. Verzögerungen könnten nämlich dazu führen, dass sich die Inflation verfestige und eine spätere Stabilisierung kostspieliger werde, so der Volkswirt.
Ölpreis von 150 Dollar ist möglich
Die Ölpreise zeigen sich unruhig. Die Sorte Brent verbilligt sich um 0,2 Prozent auf 111,90 Dollar je Barrel, notiert auf Monatssicht jedoch immer noch 55 Prozent im Plus. "Der Krieg könnte noch viele Wochen andauern und den Ölpreis auf 150 Dollar pro Barrel treiben", sagt Shane Oliver, Anlagestratege beim Fondsmanager AMP.
Neue Verkaufswelle zeichnet sich ab
Europas Börsen dürften auf das Ultimatum von US-Präsident Donald Trump an den Iran mit einer neuen Verkaufswelle reagieren. Trump hat dem Land bis Montagabend Zeit gegeben, um die Straße von Hormus wieder zu öffnen. Andernfalls werde man iranische Energieinfrastruktur angreifen. Der Iran hat für einen solchen Fall bereits Vergeltung angekündigt. Derweil hat Israel seine Angriffe auf Teheran intensiviert. Der Iran hatte am Wochenende zwei israelische Städte in der Nähe der israelischen Nuklearanlagen bei Dimona mit Raketen beschossen. Dabei wurden rund 200 Menschen verletzt.
Brent notiert am Morgen wenig verändert bei 112 Dollar das Barrel, und damit nur leicht unter den Höchstständen von knapp 120 Dollar seit Ausbruch des Krieges im Nahen Osten. Ohne die Freigabe der strategischen Ölreserven würde der Ölpreis vermutlich noch wesentlich höher liegen. Zunehmend setzt sich am Markt die Meinung durch, dass der Konflikt länger andauern dürfte. Damit stiegen auch die Stagflationsrisiken. In einem solchen Fall wären den Zentralbanken weitgehend die Hände gebunden. Mit dem großen Verfall am vergangenen Freitag müssen sich die Börsen nun neu orientieren.
"Unattraktiv": Goldpreis gibt spürbar nach
Der Goldpreis setzt seine kräftigen Abgaben fort. Die Feinunze reduziert sich um weitere 3,0 Prozent auf 4354 Dollar. Das Edelmetall hatte in der Vorwoche den höchsten Wochenverlust seit sechs Jahren verzeichnet. Der feste Dollar und gestiegene Marktzinsen machen das Edelmetall unattraktiv, heißt es.
Goldman Sachs hebt Ölpreis-Prognose deutlich an
Goldman Sachs hat seine Prognose für den durchschnittlichen Preis der Rohölsorte Brent im Jahr 2026 auf 85 von 77 Dollar je Barrel angehoben. Für die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) werde nun ein Preis von 79 statt 72 Dollar erwartet, teilte die US-Investmentbank mit. Als Grund nannte die Bank die Unsicherheit über die Dauer der Krise im Nahen Osten. Sollten die Lieferungen durch die Straße von Hormus bis zum 10. April bei nur fünf Prozent des üblichen Volumens liegen, dürften die Preise in diesem Zeitraum tendenziell steigen, hieß es in einer Mitteilung. Dies werde anhalten, bis der Markt nicht mehr von einer längeren Unterbrechung ausgeht.
Kurseinbrüche an Asien-Börsen
Die Eskalation im Nahost-Konflikt schickt die Börsen in Asien auf Talfahrt, während die Renditen von US-Staatsanleihen auf ein Achtmonatshoch klettern. Grund sind neue Drohungen zwischen den USA und dem Iran sowie die Aussicht auf wochenlange Kämpfe in Israel. Der Iran hatte gedroht, die Energie- und Wassersysteme seiner Nachbarn am Golf anzugreifen, falls US-Präsident Donald Trump seine Drohung wahr mache, binnen 48 Stunden das iranische Stromnetz lahmzulegen. Trump setzte dem Iran seinerseits eine Frist von 48 Stunden, um die strategisch wichtige Straße von Hormus zu öffnen.
Der japanische Nikkei-Index fällt 3,9 Prozent, der südkoreanische Markt gibt um 4,5 Prozent nach. Für Europa deuten die Terminkontrakte auf den EuroStoxx 50 und den Dax ebenfalls auf Verluste von jeweils 1,2 Prozent hin.
Der Inflationsschub durch die steigenden Energiepreise hat die Hoffnung der Märkte auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik zunichtegemacht. Stattdessen werden nun Zinserhöhungen in den meisten Industrieländern eingepreist. Dies treibt die Anleiherenditen in die Höhe. Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen erreichen mit 4,4110 Prozent ein Achtmonatshoch. Sie liegen damit 44 Basispunkte höher als zu Beginn des Krieges vor vier Wochen.
Entwicklung des Dollar im Fokus
Von der erhöhten Volatilität an den Märkten profitiert der US-Dollar, der als sicherer Hafen gilt. Die USA sind zudem Netto-Energieexporteur, was ihnen einen relativen Vorteil gegenüber Europa und einem Großteil Asiens verschafft. Der Euro gibt leicht auf 1,1555 Dollar nach. Der Dollar notiert gegenüber dem Yen unverändert bei 159,15 und damit nur knapp unter einem 20-Monatshoch.
Kommt das Verbrenner-Aus schon 2030?
Der Bundesgerichtshof (BGH) entscheidet heute über zwei Klimaklagen gegen BMW und Mercedes-Benz. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) will, dass das Gericht den Autobauern untersagt, ab November 2030 Neuwagen mit klimaschädlichen Verbrennungsmotoren zu verkaufen. Im Kern geht es um die Frage, ob Unternehmen auch abseits staatlicher Vorschriften zu solchen Maßnahmen verpflichtet werden können.
Die drei klagenden DUH-Geschäftsführer berufen sich auf ihr im Grundgesetz verankertes, allgemeines Persönlichkeitsrecht. Dadurch, dass BMW und Mercedes einen zu großen Teil des globalen und nationalen CO2-Budgets aufbrauchten, werde der politische Handlungsspielraum beschränkt, sagen sie. So würden später weitreichende Maßnahmen zur CO2-Reduktion notwendig, die wiederum ihre Freiheitsrechte einschränkten.
Die Argumentation basiert auf dem berühmten Klimaschutz-Beschluss des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2021. Das Gericht hatte damals vom Gesetzgeber Nachbesserungen beim Klimaschutzgesetz gefordert. Die zum Teil noch sehr jungen Klägerinnen und Kläger würden durch die Regelungen in ihren Freiheitsrechten verletzt, hieß es. Denn: "Die Vorschriften verschieben hohe Emissionsminderungslasten unumkehrbar auf Zeiträume nach 2030."
Im Würgegriff des Iran-Kriegs
Der Krieg im Nahen Osten wird Börsianern zufolge auch in dieser Woche die Richtung am deutschen Aktienmarkt vorgeben. Anleger stellen sich die bange Frage, wie stark die Energiepreise noch steigen und wie sehr die Weltwirtschaft davon betroffen sein wird. Zuletzt eskalierte die Lage mit der Beschädigung von Energieinfrastruktur sowohl im Iran als auch in Katar und Kuwait. Auch die für den Ölhandel relevante Meerenge von Hormus ist für Schiffe weiterhin unpassierbar. "Das Risiko einer Energiekrise - ähnlich wie nach der Ukraine-Invasion im Jahr 2022 - ist damit gewachsen", sagen die Strategen der LBBW. Der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, warnte sogar vor der möglicherweise schwersten Energiekrise der Geschichte. Es könne bis zu sechs Monate dauern, die Öl- und Gasflüsse aus der Golfregion wiederherzustellen. Rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gasversorgung sei in der Region blockiert. Politiker und Märkte unterschätzten das Ausmaß der Störung, erklärte Birol.
Händler müssen ein höheres Risiko einer anhaltenden Unterbrechung der Ölversorgung aus dem Persischen Golf einkalkulieren. Seit Beginn des Krieges vor knapp drei Wochen ist der Preis für das Nordsee-Öl Brent wegen der Furcht vor langfristigen Versorgungsengpässen um gut 64 Prozent in die Höhe geschnellt. Je teurer das Öl, desto tiefer fielen in den vergangenen Tagen die Aktienkurse. Der Dax gab allein am Freitag 2,0 Prozent ab und schloss mit 22.380 Punkten sehr deutlich unter der 23.000er-Marke.
Der Dax-Ausverkauf hielt sich nach Einschätzung der Helaba dennoch in Grenzen, denn die Kursrückgänge hätten zwischenzeitlich auch wieder Käufer angelockt. "Offensichtlich gibt es noch Investoren, die dieses Niveau eher als Kaufopportunität bewerten", sagt Helaba-Strategin Claudia Windt. Die Stimmung der Anleger sei eher sorglos als panisch, heißt es auch bei der LBBW. Für die Aktienstrategen der DZ Bank würde ein dauerhaft hoher Ölpreis die Rahmenbedingungen für die Aktienmärkte weltweit zwar merklich eintrüben. Es bestehe aber die Chance, dass der Konflikt auf absehbare Zeit schon wieder vergessen sei. Bislang überwiege weiterhin die Perspektive, dass weder die USA noch der Iran ein Interesse daran haben dürften, wenn die Öl- und Gasproduktion militärisch stärker ins Visier genommen würde.
Die LBBW-Experten warnen indes vor der Annahme, dass der Spuk an den Finanzmärkten schnell wieder vorbei sein könnte. Historische Vergleiche zeigten, dass Börsenkorrekturen bei Terror- und Kriegsereignissen zumeist einige Monate andauern, ehe eine Erholung einsetzt. "Die Volatilität dürfte hoch bleiben, eine defensive Positionierung ist weiterhin angebracht."
Das Augenmerk der Investoren liegt auf der Konjunkturentwicklung: In dieser Berichtswoche stehen morgen die deutschen Einkaufsmanagerindizes und am Mittwoch das iFO-Geschäftsklima auf dem Programm. Der heutige Wochenstart geht terminlich ruhig vonstatten.
Die komplette Wirtschaftsterminübersicht für diese Woche finden Sie hier.