Dienstag, 14. Juli 2020Der Börsen-Tag

Heute mit Jan Gänger
17:13 Uhr

Euro gewinnt an Wert 

Der Eurokurs hat frühe Verluste abgeschüttelt und ist deutlich gestiegen. Im Tageshoch kostete die Gemeinschaftswährung 1,1406 US-Dollar und damit fast einen Cent mehr als im Tagestief. Es ist der höchste Stand seit etwa einem Monat. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1375 Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8791 (0,8827) Euro.

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,21

Am Vormittag erhielt der amerikanische Dollar zunächst Rückenwind von der trüben Finanzmarktstimmung in Europa. Im Gegenzug geriet der Euro unter Druck. An den Aktienmärkten belastete zum einen, dass in dem großen US-Staat Kalifornien wegen steigender Infektionszahlen unlängst gelockerte Corona-Beschränkungen wieder eingeführt wurden. Zum anderen gibt es neue Spannungen zwischen den USA und China wegen der Gebietsansprüche der Volksrepublik im Südchinesischen Meer.

Am Nachmittag wendete sich jedoch das Blatt für den Euro. Händler nannten die schwache Eröffnung der amerikanischen Aktienmärkte als Grund für den steigenden Euro. Der Dollar wurde dadurch belastet.

16:52 Uhr

Virgin Atlantic ist gerettet 

Die britische Airline Virgin Atlantic hat sich bei ihren Eignern und Geldgebern Zusagen über 1,2 Milliarden Pfund (umgerechnet 1,3 Milliarden Euro) gesichert, um die Corona-Krise zu überstehen. Die Mehrheit der Aktionäre stimmte dem Restrukturierungsplan zu. Die Virgin Group des Firmengründers Richard Branson steuert ein Drittel von insgesamt 600 Millionen Pfund an frischem Kapital bei.

Die Investmentgesellschaft Davidson Kempner Capital Management schießt 170 Millionen Pfund zu. Außerdem werden Kredite über 450 Millionen Pfund gestundet. Die zunächst in Betracht gezogene staatliche Finanzhilfe verwarf die Fluggesellschaft.

15:56 Uhr

China kündigt Sanktionen gegen US-Rüstungsriesen an

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REUTERS

China plant gegen den Rüstungskonzern Lockheed Martin zu sanktionieren wegen dessen Beteiligung an einem 620 Millionen Dollar schweren Rüstungsgeschäft zwischen den USA und Taiwan. Es ist die jüngste Vergeltungsaktion Pekings, während der Druck aus Washington wächst.

Lockheed Martin
Lockheed Martin 302,60

Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Zhao Lijian, kündigte diesen Schritt als Reaktion auf die Entscheidung der Trump-Regierung aus der vergangenen Woche an, ein Nachrüstpaket für Taiwans Patriot-Boden-Luft-Raketen zu genehmigen. Wie die Sanktionen konkret aussehen, sagte er nicht.

China betrachtet Taiwan als Teil seines Territoriums und hat Waffenverkäufe der USA an Taiwan wiederholt als schädlich für die nationale Souveränität Chinas kritisiert. Lockheed Martin ist gemessen am Umsatz der größte Rüstungskonzern der Welt.

15:25 Uhr

Forscher halten Deglobalisierung für schlechte Idee

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REUTERS

Das Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung hat vor Einkommens- und Wohlstandsverlusten im Fall einer weniger integrierten Welt gewarnt, wie dies im Zuge der Corona-Pandemie gefordert wurde. Das Institut verwies dabei auf eine aktuelle eigene Studie. "Die Globalisierung zurückzudrehen, also zum Beispiel Produktion in größerem Umfang nach Deutschland zurück zu holen, wäre keine Lösung für die aktuelle Krise", so Ifo-Außenwirtschaftsexpertin Lisandra Flach.

"Wir können zeigen, dass die wirtschaftlichen Folgen von Covid-19 nur marginal kleiner wären, wenn wir die Globalisierung jetzt zurückdrehen." In Deutschland hätten eine Renationalisierung und das Zurückholen der Produktion enorme negative Folgen auf die Wirtschaftskraft. "In einer Welt mit um 100 Prozentpunkte erhöhten Handelskosten zwischen allen Handelspartnern würde der Covid-19-Schock zu einer Verringerung des realen Einkommens von 7,4 Prozent führen", erklärte die Ko-Autorin der Studie, Marina Steininger.

In einer weniger integrierten Welt läge das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach den Berechnungen des Instituts bereits heute auf einem weitaus geringeren Niveau. Demnach liegt das durch Covid-19 verringerte BIP Deutschlands auf dem Niveau von 2013. In einer weniger globalisierten Welt wäre das heutige BIP-Niveau mit dem Stand von 1996 vergleichbar.

14:54 Uhr

Gewinn von Wall-Street-Größe bricht ein

Hohe Rückstellungen für faule Kredite haben der Citigroup einen kräftigen Gewinnrückgang eingebrockt. Der Überschuss fiel im zweiten Quartal um 73 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar, wie das Geldhaus mitteilte. Wegen der Corona-Krise rechnet die Bank mit höheren Kreditausfällen und legte dafür 5,6 Milliarden Dollar zurück. Im Vorjahreszeitraum wurden dafür nur 111 Millionen Dollar angesetzt.

Wie beim Rivalen JP Morgan brummte auch bei der Citigroup der Anleihenhandel und das Investmentbanking, die Konzernerträge legten daher um fünf Prozent auf knapp 19,8 Milliarden Dollar zu.

14:25 Uhr

Millionenstrafe gegen Einkaufskartell verhängt

Die Wettbewerbshüter der EU haben gegen die Unternehmen Orbia, Clariant und Celanese eine Kartellstrafe in Höhe von insgesamt 260 Millionen Euro verhängt. Die Unternehmen hätten illegalerweise Informationen zu Einkaufspreisen für Ethylen ausgetauscht, teilte die zuständige EU-Vizekommissionspräsidentin Margrethe Vestager mit. Ziel sei es gewesen, die Preise für die unter anderem zur PVC-Herstellung verwendete Chemikalie zum Nachteil der Händler zu manipulieren. Betroffen seien Märkte in Belgien, Frankreich, Deutschland und den Niederlanden gewesen.

Neben den Unternehmen Orbia (Mexiko), Clariant (Schweiz) und Celanese (USA) war nach Angaben der EU-Kommission auch der US-Konzern Westlake an dem Kartell beteiligt. Er geht allerdings straffrei aus, weil er die Absprachen an die Wettbewerbshüter meldete. Den größten Teil der Strafe, rund 156 Millionen Euro, soll Clariant zahlen, Celanese ist mit 82 Millionen Euro dabei und Orbia mit 22 Millionen Euro.

13:57 Uhr

Briten schließen Huawei vom 5G-Ausbau aus

Großbritannien schließt den chinesischen Netzwerkausrüster Huawei vom 5G-Aufbau aus. Dies kündigte Digitalminister Oliver Dowden an. 2027 dürfe es keine 5G-Technik von Huawei mehr in den britischen Netzen geben. Zum Jahresende trete ein Einkaufsverbot in Kraft.

Damit folgt Großbritannien den Forderungen der USA. Die Regierung von Donald Trump wirft dem Konzern eine zu große Nähe zur kommunistischen Regierung in China und Spionage vor. Huawei weist dies zurück. Beweise gibt es bislang nicht.

13:42 Uhr

Umsatz von Swatch kollabiert

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Die Folgen der Coronakrise haben beim Schweizer Uhrenkonzern Swatch zu einem Umsatzkollaps und einem tiefroten Ergebnis geführt. Mit 308 Millionen Franken (umgerechnet knapp 289 Millionen Euro) stand beim weltweit größten Hersteller von hochpreisigen Uhren erstmals in der Firmengeschichte ein Halbjahresverlust in den Büchern. In der Vorjahresperiode hatte Swatch noch einen Gewinn von 415 Millionen Franken (rund 398 Millionen Euro) eingefahren. Der Umsatz brach in den ersten sechs Monaten um 46,1 Prozent auf 2,2 Milliarden Franken ein.

Swatch
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Konzernchef Nick Hayek kann aber bereits eine Trendwende erkennen. Im Juni habe Swatch ein positives operatives Ergebnis geschafft, sagte er. In Ländern, in denen der Lockdown aufgehoben worden sei, griffen die Kunden wieder zu. "Wir freuen uns auf eine sehr gute zweite Jahreshälfte, die den Konzern wieder in die Gewinnzone bringen wird", so Hayek.

Nach einem guten Jahresstart hätten die rund um den Globus verhängten staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie den Konzern ab Februar 2020 mit voller Wucht getroffen. Zeitweise seien bis zu 80 Prozent der Geschäfte, die Uhren der eigenen Marken wie Omega, Tissot oder Glashütte Original führen, geschlossen gewesen.

13:11 Uhr

Gazprom mit Milliardenverlust

Der russische Gas-Riese Gazprom hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2020/21 wegen niedriger Ölpreise und einem schwachen Rubel einen Milliarden-Verlust verbucht. Der Nettoverlust beläuft sich auf 116 Milliarden Rubel (1,43 Milliarden Euro) verglichen mit einem Nettogewinn von 536 Milliarden Rubel im Vorjahreszeitraum, wie Gazprom mitteilte.

Gazprom
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Der Konzern begründete den Ergebniseinbruch mit einem Rückgang der Gasverkäufe in Europa und China um 17 Prozent und einem Preisverfall um durchschnittlich 36 Prozent je 1000 Kubikmeter. Dadurch sei ein Umsatzverlust von 1,7 Billionen Rubel entstanden. Der stellvertretende Gazprom-Chef Famil Sadygov wies darauf hin, dass der Quartalsverlust hauptsächlich auf einen starken Wertverlust des Rubels zurückzuführen sei, der auf einen Rückgang der weltweiten Ölpreise folgte. Ohne Währungsschwankungen hätte Gazprom einen Nettogewinn von 288 Milliarden Rubel erzielt.

12:49 Uhr

Dax rutscht ab

Die zuletzt verdrängten Sorgen um die Corona-Pandemie und den US-Handelsstreit mit China sind an den deutschen Aktienmarkt zurückgekehrt. Nach zwei klaren Gewinntagen fällt der Dax um 1,4 Prozent auf 12.610 Punkte.

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Heute wird der Berichtsreigen der Banken mit Zahlen von JPMorgan, Wells Fargo und der Citigroup eröffnet. Experten wollen dann in Zeiten der Pandemie einen starken Fokus auf Rückstellungen für Kreditausfälle legen. Deutsche Bankentitel zeigen sich uneinheitlich: Während Deutschen Bank knapp im Minus liegen, steigen Commerzbank um 0,9 Prozent.

Hierzulande trübt auch der aktuelle ZEW-Index die Stimmung. Die darin gemessenen Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten haben sich im Juli nach drei Anstiegen in Folge etwas stärker als von Analysten erwartet eingetrübt.

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12:15 Uhr

Dax-Vorstände verdienen fast das 50-Fache ihrer Mitarbeiter 

Die Topmanager deutscher Börsenschwergewichte haben im vergangenen Jahr trotz leichter Gehaltseinbußen im Schnitt das 49-Fache ihrer Mitarbeiter verdient. Laut einer Studie der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München kassierten Vorstände von Dax-Konzernen im Schnitt 3,4 Millionen Euro. Das waren 0,3 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Die Nominallöhne in Deutschland stiegen dagegen im Schnitt um 2,6 Prozent.

"Trotzdem ist der Unterschied zwischen den Gehältern von normalen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einerseits und Vorstandsmitgliedern andererseits immer noch gewaltig", sagte Gunther Friedl von der TU München. 2018 verdienten die Vorstände demnach sogar noch das 52-Fache. Die Vergütung sank im vergangenen Jahr, weil die 30 Dax-Konzerne im Schnitt weniger verdienten. Das bekamen die Topmanager vor allem bei den Boni zu spüren.

Spitzenreiter war den Angaben zufolge wie schon im Vorjahr Volkswagen. Trotz eines Rückgangs um knapp 8 Prozent lag die Vergütung bei durchschnittlich rund 5,7 Millionen Euro je Vorstandsmitglied (einschließlich des Vorsitzenden). Die Bezüge der Topetage waren demnach 86 Mal höher als der durchschnittliche Personalaufwand pro Mitarbeiter im Konzern.

Auf Rang zwei folgte das nach Börsenwert wertvollste deutsche Unternehmen SAP mit 5,6 Millionen Euro je Vorstand. Das war das 38-Fache der Beschäftigten. Am geringsten war das Gehaltsgefälle demnach beim Kunststoffkonzern Covestro, der den Vorständen im Schnitt das 17-Fache zahlte.

Spitzenverdiener unter den Vorstandschefs war den Angaben zufolge Herbert Diess von Volkswagen mit 9,9 Millionen Euro. Auf Rang zwei kam Stefan Oschmann vom Pharmakonzern Merck mit 8,5 Millionen Euro, gefolgt von Siemens-Chef Joe Kaeser (7,2 Mio). Im Schnitt erhielten die Chefs der Dax-Konzerne 5,3 Millionen Euro und damit deutlich mehr als ihre Vorstandskollegen, die auf 3 Millionen Euro kamen.

11:43 Uhr

Tech-Investor feiert erfolgreiches Börsen-Debüt 

Brockhaus Capital hat mit Kursaufschlägen an der deutschen Börse debütiert. Die Aktien des Technologie-Investors erschienen mit 36,55 Euro erstmals auf den Kurszetteln. Das Unternehmen hatte 3,59 Millionen Anteilsscheine zu je 32 Euro zugeteilt.

Den Emissionserlös von 115 Millionen Euro will Brockhaus nach eigenen Angaben für weitere Zukäufe aus dem Mittelstand nutzen.

11:09 Uhr

Großbritanniens Wachstumszahlen sind "erbärmlich"

Die heute veröffentlichten Daten zum britischen Wirtschaftswachstum sind enttäuschend ausgefallen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im Mai auf Monatssicht um 1,8 Prozent. Analysten hatten im Vorfeld im Schnitt mit einem Plus von 5 Prozent gerechnet.

Mit Blick auf die Daten spricht Volkswirt Thomas Pugh von Capital Economics von einem "enttäuschenden ersten Schritt auf dem Weg zur Erholung" der Wirtschaft. Hoffnungen auf eine rasche Erholung hätten sich als trügerisch erwiesen. Eine vollständige Erholung der Wirtschaft werde wohl mehr Zeit in Anspruch nehmen, als die meisten Menschen annähmen, sagt er. Bauwirtschaft und Industrieproduktion hätten nur geringe Fortschritte verzeichnet, und auch der Zuwachs von 0,9 Prozent des wichtigen Servicesektors im Monatsvergleich sei erbärmlich.

10:47 Uhr

Singapurs Wirtschaft bricht so heftig ein wie noch nie

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Die Wirtschaft Singapurs ist im Zuge der Corona-Krise mit Rekordtempo eingebrochen. Im zweiten Quartal sei die Wirtschaftsleistung des asiatischen Stadtstaates auf das Jahr hochgerechnet um 41,2 Prozent geschrumpft, teilte das Ministerium für Handel und Industrie mit. Dies ist der stärkste jemals ermittelte Einbruch. Damit fiel der konjunkturelle Rückschlag in der Hochphase der Corona-Krise in den Monaten April bis Juni noch stärker aus als von vielen Analysten befürchtet.

In Singapur werden die vierteljährlichen Daten zur Wirtschaftsleistung auf das Jahr hochgerechnet angegeben und können daher nicht mit deutschen Wachstumszahlen verglichen werden. Bei dieser Berechnung wird angegeben, wie die Entwicklung auf das Jahr hochgerechnet wäre, wenn sich der Trend aus dem Quartal fortsetzen würde.

Wegen der konjunkturellen Erholung nach dem Corona-Einbruch ist in Singapur in den kommenden Quartalen wieder mit besseren Wachstumsdaten zu rechnen.

10:31 Uhr

Tesla darf bei Projekt in der Nähe von Berlin nächste Stufe zünden 

Baukrähne und Baumaschinen stehen auf dem Gelände der künftigen Tesla Giga-Factory. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Der US-Elektroautohersteller Tesla kann mit dem Bau des Fundaments für seine Fabrik in Grünheide bei Berlin loslegen - auch wenn die komplette umweltrechtliche Genehmigung noch aussteht. Das Brandenburger Landesumweltamt habe grünes Licht für die Zulassung des vorzeitigen Beginns von Gründungs - und Fundamentarbeiten gegeben, teilte das Umweltministerium mit.

Auch Erd- und Rohbauarbeiten sowie der Bau von Verkehrsflächen auf dem Gelände seien möglich, nicht aber Arbeiten oberhalb von Pfahlgründungen und unterhalb des Grundwasserleiters - das ist ein Gesteinskörper mit Hohlräumen, der Grundwasser leiten kann. Tesla muss Auflagen etwa zum Gewässerschutz einhalten. In Grünheide sollen ab Juli 2021 bis zu 500.000 Fahrzeuge pro Jahr vom Band rollen.

10:02 Uhr

Hellofresh-Aktie geht durch die Decke 

Zu den wenigen Gewinnern zählen die Titel von Hellofresh mit einem Plus von 6,3 Prozent. Das Unternehmen profitierte von geschlossenen Restaurants und Ausgangssperren in der Corona-Krise. Der Anbieter von Kochboxen, die mit Rezepten und abgemessenen Zutaten direkt nach Hause geliefert werden, hob deshalb seinen Ausblick für das Gesamtjahr an.

Hellofresh
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Nach einer Verdoppelung des Umsatzes im zweiten Quartal und einem guten Start in das laufende Vierteljahr rechnet das Berliner Unternehmen nun 2020 mit einem Erlösplus zwischen 55 und 70 Prozent statt bisher 40 bis 55 Prozent.

Hellofresh, nunmehr in 14 Ländern aktiv, profitiert zum einen von Neukunden, zum anderen von häufigeren und umfangreicheren Bestellungen durch Bestandskunden. Inzwischen zählt das Unternehmen 4,2 Millionen Kunden. Davon befinden sich rund zwei Millionen in den USA.

Im zweiten Quartal stieg der Umsatz basierend auf vorläufigen Zahlen auf 965 bis 975 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum waren knapp 437 Millionen Euro erwirtschaftet worden. Der bereinigte Betriebsgewinn kletterte deutlich auf 145 bis 155 Millionen Euro nach rund 18 Millionen Euro im Vorjahr.

09:38 Uhr

Dax verliert deutlich - vor allem Tech-Titel leiden

Nach den jüngsten Kursgewinnen machen einige Dax-Anleger Kasse. Der deutsche Leitindex verliert zur Eröffnung 1,2 Prozent auf 12.645 Punkte. "Es setzt sich immer mehr die Meinung durch, dass die Kurse zu weit gelaufen sind", sagt Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners.

Dax
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Sorgen bereiteten Börsianern die wieder verschärften Coronavirus-Restriktionen in Kalifornien und Hongkong. Sie könnten die Erholung der Weltwirtschaft verzögern. Ein weiterer Belastungsfaktor sind die wachsenden Spannungen zwischen den USA und China, nachdem die Regierung in Washington chinesische Ansprüche auf das Südchinesische Meer und die dortigen Ressourcen zurückgewiesen hatte.

Bei den Aktienwerten gehören die Technologietitel zu den größten Verlierern. Sie leiden unter einem Kursrutsch ihrer US-Rivalen. Die Aktien des Software-Konzerns SAP, des Chip-Herstellers Infineon und des Zulieferers Siltronic fallen um bis zu 3,4 Prozent.

09:09 Uhr

Inflation legt zu 

Die Inflation in Deutschland hat im Juni im Zuge der Lockerung der Corona-Eindämmungsmaßnahmen leicht zugelegt. Die Verbraucherpreise stiegen um 0,9 Prozent zum Vorjahresmonat nach ein Plus von 0,6 Prozent im Mai, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Dienstleistungen verteuerten sich überdurchschnittlich um 1,4 Prozent.

Nach den Lockerungen der Corona-Maßnahmen konnten Verbraucher insgesamt wieder vermehrt Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Beim Friseur und für die Körperpflege (plus 5,1 Prozent) sowie beim Besuch in Restaurants, Cafés und im Straßenverkauf (plus 2,6 Prozent) mussten sie höhere Preise bezahlen.

Ein Grund dürfte hier jeweils die Umsetzung der Hygieneauflagen nach der Wiedereröffnung in Zeiten der Corona-Pandemie sein, so die Statistiker. Auch Strom verteuerte sich - und zwar um 4,1 Prozent. Zudem erhöhten sich die Preise für Nahrungsmittel überdurchschnittlich um 4,4 Prozent. Teurer wurden vor allem Obst (plus 11,1 Prozent) sowie Fleisch und Fleischwaren (plus 8,2 Prozent).

Dagegen gingen insbesondere die Preise für Heizöl (minus 26,5 Prozent) und Kraftstoffe (minus 15,1 Prozent) gegenüber dem Vorjahresmonat in den Keller.

08:45 Uhr

VW und Brose bauen gemeinsam Autositze

Volkswagen will seine Autositz-Tochter Sitech mit der konkurrierenden Sparte des fränkischen Autozulieferers Brose zusammenführen. Geplant sei ein Gemeinschaftsunternehmen für Komplettsitze, Sitzstrukturen und -komponenten, das auch andere Autohersteller beliefern soll, teilten die künftigen Partner mit. Volkswagen und Brose sollen je 50 Prozent daran halten.

Teil der Vereinbarung sei eine Beschäftigungssicherung bis 2029, sagte die stellvertretende VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo. Brose beschäftigt in der Sitz-Sparte 8000 Mitarbeiter, Volkswagen mehr als 5000.

08:11 Uhr

Chinas Außenhandel legt überraschend zu

Der chinesische Außenhandel hat sich im zweiten Quartal wieder erholt. Trotz der weltweiten Corona-Krise legten die Ausfuhren der größten Handelsnation im Juni in US-Dollar berechnet um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu, wie Chinas Zoll berichtete. Die Einfuhren stiegen unerwartet stark um 2,7 Prozent. Experten hatten eigentlich weiter mit einem starken Minus der Importe wie in den Vormonaten gerechnet.

Der gesamte Außenhandel wuchs im Juni um 1,5 Prozent. Seit Januar wurde dennoch insgesamt ein Minus von 6,6 Prozent verzeichnet. Die Einfuhren aus den USA stiegen im Juni allerdings um 11,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, während die chinesischen Ausfuhren in die USA leicht um 1,4 Prozent zulegten.

07:25 Uhr

Boeing angelt sich milliardenschweren Kampfjet-Auftrag

Der amerikanische Flugzeughersteller Boeing hat von der US-Luftwaffe einen Auftrag über knapp 1,2 Milliarden Dollar für den Bau von acht F-15EX-Kampfflugzeugen an Land gezogen. Die ersten beiden Jets, die sich bereits in der Fertigung befänden, würden im kommenden Jahr ausgeliefert, teilte die Luftwaffe mit.

Boeing
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"Das digitale Rückgrat, die offenen Missionssysteme und die großzügige Nutzlastkapazität der F-15EX passen gut zu unserer Vision einer künftigen netzfähigen Kriegsführung", sagte Dr. Will Roper, stellvertretender Sekretär der US-Luftwaffe für Akquisition, Technologie und Logistik. Die Finanzierung zwölf weiterer Jets seien für den Haushalt 2021 bereits angefragt. Insgesamt sollen über einen Zeitraum von fünf Jahren 76 F-15EX angeschafft werden, um die alternde Flotte der US-Luftwaffe auszutauschen.

07:15 Uhr

Dax-Anleger halten sich zurück - und hoffen auf US-Banken

Dax
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Zum Auftakt der US-Bilanzsaison wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge heute niedriger starten. Im Tagesverlauf läuten die US-Großbanken JPMorgan, Citigroup und Wells Fargo mit ihren Zahlen die US-Bilanzsaison offiziell ein. "Der Verlauf der Berichtssaison wird sicherlich die Börsenrichtung für die kommenden Wochen vorgeben", sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. Wegen der niedrigen Erwartungen hoffen Investoren auf zahlreiche positive Überraschungen.

Ihre Aufmerksamkeit richten Anleger auch auf den ZEW-Index, der die Stimmung der deutschen Börsenprofis widerspiegelt. Vor dem Hintergrund der steigenden Corona-Infektionszahlen vor allem in den USA erwarten Experten für Juli einen Rückgang auf 60 Punkte von 63,4 Zählern im Vormonat. Außerdem stehen die Zahlen zur europäischen Industrieproduktion auf dem Terminplan. Hier prognostizieren Analysten für Mai ein Plus von 14,5 Prozent nach einem Einbruch um 17,1 Prozent im Vormonat.

06:54 Uhr

US-Konflikt bremst Asiens Börsen aus

Nikkei
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Die schwelenden Spannungen zwischen China und den USA sowie die neuen Beschränkungen im US-Bundesstaat Kalifornien haben auf die Kauflaune der asiatischen Anleger gedrückt. Angesichts stark steigender Coronavirus-Fälle müssen Bars, Kinos, Zoos und Museen im ganzen Bundesstaat erneut schließen und Gaststätten die Bewirtung in geschlossenen Räumen einstellen. Auch die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und China ließen den Optimismus der Anleger auf die anstehende Bilanzsaison schwinden: Die Vereinigten Staaten lehnten am Montag Chinas umstrittene Ansprüche auf Offshore-Ressourcen im größten Teil des Südchinesischen Meeres ab. "

Die Börse in Tokio hat sich heute zunächst schwächer gezeigt. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 0,8 Prozent tiefer bei 22.593 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 0,9 Prozent und lag bei 1560 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 1,1 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verlor 1,2 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans stieg um 0,4 Prozent.