Rezessions- und Inflationsängste lähmen DAX - dickes Minus
Es wurde zum Wochenausklang nichts mit einem weiteren Aufstieg der deutschen Aktienindizes. Die Marke von 14.000 Punkte geriet für den DAX erst einmal in weite Ferne. Neu aufgeflammte Rezessionsängste sorgten für schlechte Stimmung auf dem Frankfurter Börsenparkett. Neben Aktien wurden auch Kryptowährungen sowie der Euro links liegen gelassen.
Der Inflationsdruck auf Produzentenebene in Deutschland hat im Juli energiepreisbedingt weitaus stärker als erwartet zugenommen. Die Erzeugerpreise in Deutschland waren im Juli 37,2 Prozent höher als ein Jahr zuvor, womit bei der Jahresrate ein neuer Rekord aufgestellt wurde. Allerdings ist für Commerzbank-Volkswirt Ralph Solveen dieser neuerliche Anstieg der Vorjahresrate alleine auf einen weiteren Schub bei den Energiepreisen zurückzuführen. Rechne man diese heraus, sei die Vorjahresrate etwas gefallen. Der unterliegende Preisdruck bei den Erzeugerpreisen scheine sich also allmählich abzuschwächen, ohne dass damit allerdings ein Ende der Zeit hoher Inflationsraten eingeläutet wäre.
"Inflationssorgen und die damit im Zusammenhang stehende Furcht vor raschen Zinsschritten hat die Investoren wieder eingeholt", sagt Timo Emden von Emden Research. Anleger gehen davon, dass vor allem in den USA die Zinsen weiter stark steigen werden und damit auch die Konjunktur ins Wanken geraten könnte.
Der DAX ging mit einem kräftigen Abschlag von 1,1 Prozent auf 13.545 Punkte ins Wochenende. Damit verlor der Leitindex in dieser Woche rund 250 Punkte. Der EUROSTOXX50 notierte 1,3 Prozent tiefer bei 3729 Zählern.
Im DAX schnitten Fresenius Medical Care und Fresenius mit Zugewinnen von 0,7 beziehungsweise 0,2 Prozent mit am besten ab. Auch Bayer (plus 0,6 Prozent) und Beiersdorf (plus 0,6 Prozent) notierten im grünen Bereich.
Kräftig Federn lassen mussten die Titel der Deutschen Bank, die mit einem Abschlag von 4,2 Prozent die rote Laterne im Leitindex.
Euro verweichlicht und rutscht wieder in Richtung Parität
Euro / DollarAngesichts der Spekulationen auf weitere aggressive Zinsschritte in den USA ist der der Dollar-Index mit 107,9900 Punkten auf den höchsten Stand seit mehr als vier Wochen geklettert. Das Nachsehen hatte der Euro, der mit 1,0045 US-Dollar auf einem Fünf-Wochen-Tief notierte und sich wieder der Parität näherte.
Die im Rekordtempo ansteigenden deutschen Erzeugerpreise fachten die Angst vor einer Fortsetzung der Teuerungsdynamik an. Zwar dürfte auch in der Eurozone angesichts der galoppierenden Inflation eine weitere Zinserhöhung vor der Tür stehen. Die Tatsache jedoch, dass diskutiert werde, ob die EZB ihren Leitzins im September nun um 25 oder 50 Basispunkte anheben werde, zeige nur, wie deutlich die EZB hinter der Fed hinterherhinke, schrieb Commerzbank-Analystin Esther Reichelt in einem Kommentar.
Weitere Geldspritze für Ex-Gazprom-Tochter?
Die ehemalige Gazprom-Tochter Gazprom Germania braucht in der Gas-Krise nach einem "Spiegel"-Bericht möglicherweise mehr Geld der öffentlichen Hand. Das von der Bundesnetzagentur in Treuhänderschaft übernommene und in Securing Energy for Europe (SEFE) umbenannte Unternehmen werde möglicherweise nicht mit einem Darlehen der staatlichen Förderbank KfW über 9,8 Milliarden Euro auskommen, berichtete das Nachrichtenmagazin.
SEFE-Treuhänder Egbert Laege äußerte sich zuversichtlich, dass Gas im Winter nicht rationiert werden muss. Die Füllstände der Speicher seien für die Jahreszeit mit rund 78 Prozent ermutigend, gleichzeitig führten die hohen Gaspreise dazu, dass der Verbrauch sinke.
Ex-Starbucks-Cafés in Russland mit neuem Namen - Rapper Miteigentümer
Starbucks auf Russisch: Unter neuem Namen haben in der Föderation die ersten ehemaligen Cafés des US-Unternehmens wieder geöffnet. Unter dem Logo von "Star Coffee", das auch optisch stark an Starbucks erinnert, begrüßte die neue Kette die ersten Kunden in ihren Moskauer Niederlassungen.
Starbucks hatte sich infolge der russischen Militäroffensive in der Ukraine aus Russland zurückgezogen. Der regierungsfreundliche Rapper Timati und ein russischer Restaurantbesitzer übernahmen das Geschäft.
Minuszeichen an der Wall Street
Am letzten Handelstag der Woche machen die Anleger an den US-Börsen Kasse. Der Dow-Jones-Index fiel um 0,5 Prozent. Der S&P-500 verliert 0,7 Prozent. Mit dem Nasdaq-Composite ging es um ein Prozent abwärts. Die wieder gestiegenen Anleiherenditen belasteten vor allem die zinssensitiven Technologiewerte, hieß es auf dem New Yorker Parkett.
Unter den Einzelwerten zeigten sich Applied Materials 1,2 Prozent schwächer. Die Geschäftszahlen des Ausrüsters der Halbleiterindustrie waren besser ausgefallen als erwartet, doch kann sich die Aktie der allgemeinen Schwäche des Sektors nicht entziehen. Der Kurs von Deere gab in Reaktion auf die durchwachsenen Zahlen des Landmaschinenherstellers um 3,8 Prozent nach.
Aktienkurs von Kinokette fällt wie ein Stein
Regelrecht abgestürzt ist der Aktienkurs der Cineworld Group. An der Londoner fiel das Papier zeitweise um fast 68 Prozent, am Nachmittag notierte es 63,4 Prozent im Minus. Grund ist ein Bericht des "Wall Street Journal", wonach die britische Kinokette einen Konkursantrag vorbereitet.
Anfang der Woche hatte Cineworld mitgeteilt, dass sie Optionen zur Beschaffung zusätzlicher liquider Mittel prüfe und eine Restrukturierung ihrer Bilanz erwäge. Cineworld ist die Mutter der US-Kinokette Regal Entertainment Group.
Bezugsverhältnis beachten! Optisch teurer kann billiger sein
An der Börse gibt es eine Faustregel: Je größer die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs, desto teurer ist der Wertpapierhandel. Ein erster Eindruck kann aber täuschen. Denn wie im Supermarkt muss man hier auf die Packungsgröße achten. Was es damit auf sich hat, bespricht Raimund Brichta mit Matthias Hüppe von der HSBC.
Rote Vorzeichen an der Wall Street
Am letzten Handelstag der Woche dürften die Anleger an den US-Börsen Kasse machen. Die Futures auf die großen Aktienindizes tendieren vorbörslich leichter. Die wieder gestiegenen Anleiherenditen belasteten vor allem die zinssensitiven Technologiewerte, heißt es aus dem Handel. Da die Bilanzsaison zum zweiten Quartal praktisch gelaufen ist und auch keine Konjunkturdaten von Rang zur Veröffentlichung anstehen, rückt das Zinsthema wieder verstärkt in den Blick.
Bei den Einzelwerten zeigen sich Applied Materials vorbörslich etwas leichter. Die Geschäftszahlen des Ausrüsters der Halbleiterindustrie waren besser ausgefallen als erwartet, doch dürfte sich die Aktie der allgemeinen Schwäche des Sektors nicht entziehen können. Der Kurs von Deere gibt in einer ersten Reaktion auf die Zahlen des Landmaschinenherstellers um 2,4 Prozent nach.
Inflationsdaten schocken Börsen - bange Blicke auf Notenbanken
Die Angst vor der Inflation beunruhigt die Märkte und die Industrie beklagt fehlende Entlastungen von der Gasumlage. ntv-Reporterin Katja Dofel erläutert, was Börsianer von der kommenden Woche erwarten dürfen.
Ölpreise sinken deutlich - Goldpreis leidet unter festem Dollar
Anhaltende Konjunktursorgen haben auf den Ölpreisen gelastet. Ein Barrel der Nordseesorte Brent verbilligte sich am Nachmittag um 1,8 Prozent auf 94,85 US-Dollar. US-Leichtöl der Sorte WTI kostete mit 89,13 Dollar je Fass 1,4 Prozent weniger.
Der Goldpreis litt unter dem festeren Dollar und kostete mit 1748 Dollar je Feinunze so wenig wie zuletzt vor drei Wochen. Die Dollar-Stärke macht Rohstoffen zu schaffen, weil diese dadurch für Investoren außerhalb der USA teurer werden.
Brent Rohöl
Lockdowns in China lassen Smartphone-Riesen husten
Der chinesische Smartphone-Hersteller Xiaomi hat im zweiten Quartal einen Gewinnrückgang von 67 Prozent auf 2,08 Milliarden Yuan (rund 300 Millionen Euro) verzeichnet und damit die Markterwartungen verfehlt. Der Umsatz fiel um 20 Prozent auf 70,17 Milliarden Yuan, teilte das Unternehmen mit.
Der Absatz von Smartphones, der mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes ausmacht, schrumpfte um 29 Prozent. Der private Konsum in China hat sich noch nicht wieder von den strikten Covid-Beschränkungen in Shanghai und anderen großen Städten erholt.
DAX geht auf Tauchstation
Vor dem Wochenende setzen einmal mehr die Sorgen vor einer hohen Inflation den DAX unter Druck. Am frühen Nachmittag verlor der deutsche Leitindex nach zwischenzeitlich noch deutlicherem Minus 0,7 Prozent auf 13.608 Punkte. Der EUROSTOXX50 stand 0,8 Prozent tiefer bei 3749 Stellen.
Die hohe Inflation und die Sorge vor steigenden Zinsen bleibt einer der Hauptbelastungsfaktoren für den Aktienmarkt. Genährt wurde diese Furcht von deutlich stärker als erwartet gestiegenen Erzeugerpreisen in Deutschland.
Gaspreis im Höhenflug - Zink-Hütte stoppt bald Produktion
Der Gaspreis in Europa hat wieder zu einem Höhenflug angesetzt. Nachdem sich der für den europäischen Gashandel richtungsweisende Terminkontrakt TTF an der Energiebörse in Amsterdam in den ersten beiden Augustwoche noch stabil an der Marke von 200 Euro je Megawattstunde gehalten hatte, stieg er im Wochenverlauf kräftig bis auf knapp 251 Euro.
Als Preistreiber gilt die Reduzierung der Liefermengen von russischem Erdgas nach Europa. Der starke Anstieg des Gaspreises setzt Industrieunternehmen, die große Mengen an Erdgas benötigen, immer stärker unter Druck. So wird etwa mit der Budel-Hütte eine Zink-Hütte in den Niederlanden die Produktion ab September laut Unternehmensangaben vorläufig stoppen. Als Folge ist der Preis für Zink deutlich gestiegen.
Darauf sollten Immobilienkäufer derzeit achten
Die Zinsen steigen und auch die Immobilienpreise bewegen sich auf hohem Niveau. Wer ein Eigenheim erwerben möchte, sollte also besonders gewissenhaft vorgehen. Der Geldanlage-Check verrät, worauf es zu achten gilt und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen.
BVB schreibt rote Zahlen - keine Dividende für Aktionäre
Der Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund hat im Geschäftsjahr 2021/2022 den Verlust im Jahresvergleich zwar mehr als halbiert, die Anfang Juni gesenkte Prognose aber deutlich verfehlt und die Dividende gestrichen. Nach vorläufigen Zahlen schrieb der Fußball-Bundesligist einen Konzernverlust von 35,1 Millionen Euro, verglichen mit einem Minus von 72,8 Millionen Euro im Geschäftsjahr zuvor.
Die Westfalen begründete den höheren Verlust mit "werterhellenden Tatsachen nach dem Bilanzstichtag", infolge derer Spielerwerte einer Neubewertung unterzogen worden seien. Angesichts der Ergebnislage könne der Hauptversammlung die Ausschüttung einer Dividende nicht vorgeschlagen werden.
Die Ergebnisprognose hatte der BVB nach der vorzeitigen Trennung vom bisherigen Cheftrainer Marco Rose und seinem Trainerteam gesenkt. Diese führe zu einer Sonderabschreibung im mittleren einstelligen Millionenbereich für das Geschäftsjahr 2021/22, hieß es. Bis dahin war ein Jahresfehlbetrag im Konzern von 17 bis 24 Millionen Euro in Aussicht gestellt worden.
Inflation und steigende Zinsen: Ist der Immobilienboom vorbei?
Die Immobilienpreise in Deutschland kannten lange Zeit nur eine Richtung, nämlich nach oben. Nun könnte sich das Blatt wenden, denn die Aktien von Immobilienfirmen sind dieses Jahr stark unter Druck. Was steckt dahinter? Und ist der Immobilienboom damit vorbei? Darüber spricht Raimund Brichta mit Henrik Muhle von der Fondsgesellschaft Gané.
Milliardär in China verurteilt - Milliardenstrafe für seine Holding
Der kanadische Milliardär Xiao Jianhua ist von einem Gericht in Shanghai wegen Bestechung, Veruntreuung und anderer Finanzverbrechen zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Die Investmentgruppe Tomorrow Holding des chinesischstämmigen Finanziers, der umfangreiche Beziehungen in die Elite der Kommunistischen Partei unterhalten hatte, muss ferner 55 Milliarden Yuan, umgerechnet acht Milliarden Euro, an Strafe bezahlen, wie das sogenannte Erste Volksgericht verfügte.
Der heute 50-Jährige war vor fünf Jahren im Four-Seasons-Hotel in Hongkong aufgegriffen und nach China gebracht worden - offenkundig eine Aktion chinesischer Sicherheitsleute. Seither war Xiao Jianhua, der einen kanadischen Pass hat, nicht mehr gesehen worden. Das Gericht verhängte eine persönliche Geldstrafe von 6,5 Millionen Yuan (945.000 Euro) gegen ihn.
Hörakustikkette in China wird eidgenössisch
Der Schweizer Hörgerätehersteller Sonova baut sein China-Geschäft aus. Der Weltmarktführer übernimmt die Hörakustikkette Hysound, wie Sonova mitteilte. Mit mehr als 650 Mitarbeitern habe die Gesellschaft 2021 trotz der Covid-Pandemie einen Nettoumsatz von umgerechnet rund 32 Millionen Franken erwirtschaftet. Dank der rund 200 Fachgeschäfte werde Hysound den direkten Zugang von Sonova zu Konsumenten in diesem schnell wachsenden Markt erheblich erweitern. China sei wegen der alternden Bevölkerung ein attraktiver Markt, hieß es weiter.
Die Übernahme unterliegt der Zustimmung der Aufsichtsbehörden und dürfte in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2022/23 abgeschlossen werden.
Hohe Nachfrage nach Kampfpanzer "Panther"
Nach der überraschenden Präsentation im Juni berichtet Rheinmetall-Chef Armin Papperger von einer großen Nachfrage nach dem neuen Kampfpanzer "Panther". "Europaweit werden bis zum Jahr 2030 rund 1000 der 8000 Kampfpanzer ersetzt werden. Mit unserem neuen Panther wollen wir mindestens die Hälfte, also rund 500 Einheiten, des Volumens liefern", sagte Armin Papperger dem "Handelsblatt". Bisher sei das Modell Vertretern aus mehr als 20 Nationen angeboten worden.
"Es bleibt eher ungemütlich für den Aktienmarkt"
Kurse von Bitcoin und Ethereum rauschen runter
Der Bitcoin ist kräftig unter Druck geraten. Der Kurs der größten und bekanntesten Kryptowährung fiel innerhalb weniger Minuten um bis zu 8,6 Prozent auf ein Drei-Wochen-Tief von 21.397 US-Dollar. Auch für Ethereum geht es um mehr als acht Prozent auf 1725 Dollar bergab. Was die Abwärtsbewegung ausgelöst hat, war zunächst unklar.
Am Wochenende war Bitcoin erstmals seit Juni wieder über die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Dollar geklettert. Insbesondere die Hoffnung auf eine umsichtige US-Geldpolitik lockte die Anleger zurück in riskante Anlageklassen.
Sri Lanka sucht Weg aus Finanzmisere - Gespräche mit Japan
Das von einer Finanzkrise schwer gebeutelte Sri Lanka will mit Japan über eine Umstrukturierung seiner Schulden bei wichtigen Gläubigerstaaten sprechen. Zu diesem Zweck will sich der neue Präsident Ranil Wickremesinghe im kommenden Monat mit der Regierung in Tokio treffen.
Japan zählt neben China und Indien zu den wichtigsten Gläubigern Sri Lankas. Der südlich von Indien gelegene Inselstaat mit seinen etwa 22 Millionen Einwohner sucht dringend nach Auswegen aus der schlimmsten Wirtschafts- und Finanzkrise seit Jahrzehnten. Aus Mangel an Währungsreserven war das Land im Mai erstmals zahlungsunfähig geworden.
Nikkei tritt auf der Stelle
Die asiatischen Aktienmärkte haben sich zum Wochenschluss kaum bewegt. Die Anleger richteten sich darauf ein, dass die Zinsen in den USA weiter deutlich steigen werden und blieben daher vorsichtig.
In Tokio trat der Nikkei mit 28.930 Zählern auf der Stelle, der breiter gefasste Topix stieg um 0,2 Prozent. In China lag die Börse in Shanghai 0,2 Prozent im Minus, der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen verlor 0,4 Prozent.
Mieses britisches Konsumklima - "Gefühl der Verzweiflung"
Die Kauflaune der Briten ist im August angesichts der stärksten Inflation seit 40 Jahren auf ein Rekordtief gefallen. Das Barometer für das Verbrauchervertrauen sank um drei auf minus 44 Punkte, wie die GfK-Konsumforscher zu ihrer monatlichen Umfrage mitteilen. Das ist der niedrigste Stand seit mindestens 1974, als die Erhebung über die Finanzen der britischen Haushalte begann.
Die befragten Verbraucher schätzten sowohl ihre persönlichen Finanzen als auch die allgemeine wirtschaftliche Lage schlechter ein. "Alle Werte fielen, was die akuten Sorgen angesichts der steigenden Lebenshaltungskosten widerspiegelt", sagt GfK-Experte Joe Staton. "Das Gefühl der Verzweiflung über die britische Wirtschaft ist der Hauptgrund für diese Ergebnisse." Experten betrachten vor allem mit Sorge, dass sich neben Energie auch Lebensmittel stark verteuern. "Über die Runden zu kommen, ist zu einem Albtraum geworden", sagte Staton.
Erzeugerpreise drücken DAX runter
Der deutsche Aktienmarkt ist mit deutlichen Abschlägen in den Handel gestartet. Der DAX verlor 0,7 Prozent auf 13.601 Punkte. MDAX, SDAX und TECDAX sackten ebenfalls um je 0,7 Prozent ab. Für Abgabedruck sorgen die deutlicher als erwartet gestiegenen deutschen Erzeugerpreise.
Es ist heute der dritte Freitag im Monat und damit der kleine Verfalltermin an der Eurex. Damit könnte es am Mittag spannend werden, wenn die Optionen auf den EUROSTOXX50 und den DAX verfallen. Allerdings befindet sich der August-Termin, wie jedes Jahr, mitten in der Ferienzeit. Daher ist historisch belegt das Interesse zu diesem Zeitpunkt des Jahres vergleichsweise gering.
Vorbote der Inflation steigt im Rekordtempo
Die deutschen Hersteller haben ihre Preise im Juli überraschend in Rekordtempo angehoben. Die Erzeugerpreise stiegen vor allem wegen teurer Energie um durchschnittlich 37,2 Prozent. "Dies war der höchste Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat seit Beginn der Erhebung im Jahr 1949", wie das Statistische Bundesamt mitteilt.
Die Produzentenpreise gelten als Vorläufer für die Entwicklung der allgemeinen Inflation. In der Statistik werden die Preise ab Fabriktor geführt - noch bevor die Produkte weiterverarbeitet werden oder in den Handel kommen.
So wird der DAX heute starten
Der DAX wird Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge mit Verlusten in den Handel gehen. Lang & Schwarz indiziert den Leitindex mit bei 13.635 Punkten. Gestern hatte der Leitindex ein halbes Prozent auf 13.697 Zähler zugelegt. Die Wall Street schloss minimal im Plus. Zum Wochenausklang könnten die Kurse etwas stärker schwanken, da an den Terminmärkten der kleine Verfallstag ansteht.
Euro gibt nach
Der Euro steht nach dem gestrigen Kursrutsch weiter unter Druck. Die Gemeinschaftswährung notiert bei 1,0078 US-Dollar und damit etwas unter dem Niveau von gestern Abend.
Zuletzt hatten robuste Konjunkturdaten aus der US-Wirtschaft den Dollar gestärkt und im Gegenzug den Euro geschwächt. Börsianern zufolge könnte nun US-Notenbankchef Jerome Powell auf dem in der nächsten Woche anstehenden traditionellen Treffen der Notenbanker in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming eine restriktive Gangart im weiteren Kampf gegen die hohe Inflation signalisieren. Dies würde mit weiteren deutlichen Zinserhöhungen einhergehen und den Dollar entsprechend stützen.
Aktionärsschützer fordern weitere Prüfung des Adler-Konzerns
Nach dem schwer angeschlagenen Immobilienkonzern Adler Group sollen Sonderprüfer nun auch dessen Tochter Adler Real Estate durchleuchten. Dies hat die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) im Vorfeld der Hauptversammlung von Adler Real Estate beantragt. Die erste Sonderuntersuchung hatte Vorwürfe über eine massiv falsche Bewertung eines Immobilienprojekts untermauert. Das größte Sorgenkind des Konzerns, Consus Real Estate, überraschte die Aktionäre derweil negativ durch die Höhe nicht besicherter Darlehen.
Asiatische Aktien in der Schwebe
Die asiatischen Märkte hängen im luftleeren Raum. Für Gesprächsstoff sorgen mögliche weitere Zinserhöhungen in den USA. "Es gibt keine Anzeichen dafür, dass sich der Arbeitsmarkt oder die Inflationsdaten so weit abschwächen, dass die Fed die Inflation für besiegt erklären könnte", sagt Brian Martin, Leiter der G3-Wirtschaftsabteilung bei ANZ.
Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index liegt im Verlauf 0,1 Prozent höher bei 28.968 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index steigt um 0,3 Prozent und lag bei 1996 Punkten. Die Börse in Shanghai liegt 0,3 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen verliert 0,4 Prozent.
Applied Materials erfreut Börsianer
Die Umsatzprognose des Chip-Zulieferers Applied Materials kommt an der Börse gut an. Das US-Unternehmen geht für das laufende vierte Geschäftsquartal von Erlösen von 6,65 Milliarden Dollar aus, plus oder minus 400 Millionen Dollar.
Im dritten Quartal legte der Umsatz um fünf Prozent auf einen Rekordwert von 6,52 Milliarden Dollar zu. Die Versorgungsengpässe hätten dazu geführt, dass die große Nachfrage der Kunden nicht gänzlich bedient worden konnte, sagt Konzernchef Gary Dickerson. Oberstes Ziel bleibe, die Auslieferungen zu erhöhen. Die Applied-Materials-Aktie legt im nachbörslichen Handel rund vier Prozent zu.
Das wird für den DAX heute wichtig
Nach dem kräftigen Minus zur Wochenmitte haben sich die DAX-Anleger am Donnerstag wieder aus der Deckung gewagt. Der Plan einer Mehrwertsteuersenkung auf Gas kam laut Börsianern gut an. Gebremst wurden die Gewinne allerdings durch die Ungewissheit über den weiteren geldpolitischen Kurs der US-Notenbank. Die Veröffentlichung der jüngsten FED-Sitzungsprotokolle brachte kaum Erkenntnisse darüber, ob die Währungshüter im September erneut einen ungewöhnlich großen Zinsschritt in Höhe von 0,75 Prozentpunkten gehen wollen oder es bei einer Anhebung um einen halben Punkt belassen werden.
Auch im Euroraum dürfte die nächste Zinserhöhung trotz der Rezessionsgefahren nicht mehr lange auf sich warten lassen. Die Inflationsaussichten hätten sich seit der Juli-Sitzung nicht verbessert, sagte EZB-Direktorin Isabel Schnabel. Die nächste EZB-Zinssitzung ist für den 8. September geplant.
Was liegt heute an? Nicht allzu viel. Die Berichtssaison ist so gut wie vorbei. Wichtige Unternehmenszahlen gibt es zum Wochenausklang nicht.
Eine Stunde vor Handelsbeginn in Frankfurt gibt es die deutschen Erzeugerpreise für Juli. Um 10 Uhr stellt die EZB Daten zur Eurozonen-Leistungsbilanz im Juni vor.