Freitag, 06. November 2020Der Börsen-Tag

mit Jan Gänger
Jan Gänger
17:01 Uhr

Euro legt zu

Der Euro baut seine jüngsten Gewinne aus. Die Gemeinschaftswährung kostet derzeit 1,1864 US-Dollar. Am Morgen hatte sie noch bei 1,18 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1870 (Donnerstag: 1,1855) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8425 (0,8435) Euro. Der Euro notiert so rund zwei Cent höher als zu Wochenbeginn.

Bei der Präsidentenwahl in den USA ist Joe Biden dem Weißen Haus ein großes Stück näher gekommen. Der demokratische Herausforderer von Donald Trump lag am Freitag bei der Auszählung der Stimmen in vier von fünf noch umkämpften Bundesstaaten in Führung. US-Präsident Donald Trump machte jedoch deutlich, dass er sich mit einer Niederlage nicht abfinden will.

"Unter Biden wird die Ausgabenfreudigkeit der US-Regierung höher sein", erwartet Commerzbank-Analystin You-Na Park-Heger. Dies könnte zu einer höheren Inflation führen, was den Dollar tendenziell belasten würde. Es ist aber noch unklar ob Biden seine Politik auch umsetzen kann, da die Mehrheitsverhältnisse im Senat noch unklar sind.


16:28 Uhr

Electronic Arts stürzen ab

Ein Quartalsumsatz unter Markterwartungen brockt Electronic Arts den größten Kursrutsch seit dem Börsen-Crash vom März ein. Die Aktien des Anbieters von Videospiele-Serien wie "Sims" oder "Fifa" fallen um mehr als neun Prozent. Die Erlöse lagen den Angaben zufolge bei 910 Millionen Dollar. Analysten hatten mit 971,3 Millionen Dollar gerechnet.

Electronic Arts
Electronic Arts 103,80

15:51 Uhr

Wie werden die US-Börsen auf einen Präsidenten Biden reagieren? 

Nach der jüngsten Rally startet die Wall Street zum Wochenausklang mit einem leichten Minus in den Handel gestartet. Vor dem Wochenende dürften Gewinne eingestrichen werden, heißt es.

Noch ist die US-Wahl nicht entschieden. Im wichtigen Bundesstaat Pennsylvania hat Joe Biden jedoch die Führung übernommen. Er liegt dort aktuell knapp vor Amtsinhaber Donald Trump, wie die Nachrichtensender CNN und Fox News berichten. Sollte Biden den Bundesstaat mit seinen 20 Wahlleuten tatsächlich gewinnen, wäre er auch Gesamtsieger der Präsidentschaftswahl. Auch in Georgia liegt Biden vorne.

Mehr dazu weiß ntv-Börsenkorrespondentin Katja Dofel:

15:10 Uhr

Verzögerter "Tod auf dem Nil" setzt Disney zu 

Die auf unbestimmte Zeit verschobene Premiere des Films "Tod auf dem Nil" setzt Disney zu. Die Aktien des Unterhaltungskonzerns fallen im vorbörslichen US-Geschäft um rund ein Prozent. Ursprünglich sollte die Adaption des Agatha Christie-Klassikers mit Gal Gadot und Kenneth Branagh in den Hauptrollen am 18. Dezember in die Kinos kommen.

Disney
Disney 123,84

14:44 Uhr

Easyjet verkauft weitere Flugzeuge

Der britische Billigflieger Easyjet besorgt sich in der Corona-Krise durch den Verkauf und das Zurückleasen weiterer Flugzeuge frisches Geld. Zur Stärkung seiner Finanzkraft hat das Unternehmen nochmals elf Maschinen des Typs A320 verkauft, um sie dann für mehrere Jahre wieder zurück zu mieten. Easyjet hat damit nach eigenen Angaben umgerechnet 145,6 Millionen Euro erlöst.

Nach Abschluss dieses erneuten Leasing-Deals verfügt Easyjet nach eigenen Angaben noch über 141 unbelastete Flugzeuge, die etwa 41 Prozent der Flotte ausmachten. Zuletzt hatte das Unternehmen Ende Oktober Flugzeuge verkauft und zurückgemietet.

Easyjet
Easyjet 9,32

14:01 Uhr

Teslas neuer Tequila blitzschnell ausverkauft

Elon Musk, Chef des US-Elektroautobauers Tesla, hat seine Ankündigung wahr gemacht und einen Tesla-Tequila auf den Markt gebracht. Die 250 Dollar teuren Flaschen in Form eines Blitzes seien in kürzester Zeit ausverkauft gewesen, teilte das Unternehmen mit. Das Produkt konnte nur in einigen US-Bundestaaten wie New York, Kalifornien und Washington erworben werden. Der 2018 als Aprilscherz angekündigte Tequila war nicht Musks erstes ungewöhnliches Verkaufsprojekt. Im selben Jahr verkaufte Tesla beispielsweise Flammenwerfer für 500 Dollar das Stück.

13:26 Uhr

Gopro-Aktien heben ab 

Ein überraschend hoher Quartalsgewinn beschert Gopro einen der größten Kursgewinne der Firmengeschichte. Die Aktien des Anbieters von Action-Kameras steigen im vorbörslichen US-Geschäft um mehr als 20 Prozent auf ein Drei-Jahres-Hoch von 7,98 Dollar. Der Überschuss beläuft sich den Angaben zufolge auf 0,20 Dollar pro Aktie, gut drei Mal so viel wie von Analysten erwartet.

Gopro
Gopro 5,78

13:02 Uhr

Wo bleiben die Fitnessgeräte? Für Peloton geht es kräftig abwärts

Lieferengpässe bei den in der Corona-Krise besonders gefragten Fitnessgeräten lasten auf den Aktien von Peloton. Die Papiere verlieren vorbörslich sieben Prozent. Das US-Unternehmen gehört zu den Profiteuren der Corona-Krise, weil sich viele Menschen wegen der geschlossenen Fitnessstudios eines der Peloton-Geräte ins Haus stellten und über Internetverbindungen mit anderen zusammen Sport machten. Seit Jahresauftakt hat sich der Aktienkurs vervierfacht.

Peloton
Peloton 90,00

12:31 Uhr

Uber verbrennt Milliarden Dollar

Die Uber-Aktien geben im vorbörslichen US-Handel 3,4 Prozent nach. Der Fahrdienst hat in der Corona-Krise erneut einen Milliarden-Verlust verbucht.

Der Nettoverlust belief sich auf 1,09 Milliarden Dollar. Dank Kostensenkungen fiel er damit etwas niedriger aus als der Fehlbetrag von 1,16 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Während der Pandemie hat Uber rund ein Viertel seiner Stellen abgebaut.

In Zeiten der Pandemie kann Uber immerhin mit seinem Lieferdienst Uber Eats punkten. Die Buchungen dort haben sich im Jahresvergleich mehr als verdoppelt und sind im Quartalsvergleich um 23 Prozent gestiegen.

Das hat aber nicht gereicht, um die Misere in anderen Konzernbereichen auszugleichen. Die Buchungen insgesamt sanken um 10 Prozent. Der Konzernumsatz ging um 18 Prozent auf 3,13 Milliarden Dollar zurück.

Uber
Uber 42,84

12:00 Uhr

Tiktok-Rivale plant offenbar Milliarden-Börsengang

Die plötzliche Absage des gigantischen Börsengangs der Ant Group lässt die Pipeline der Ipo-Aspiranten aus der chinesischen Technologiebranche nicht abreißen. Kuaishou Technology, Betreiber einer Kurzfilm- und Live-Streaming-Plattform und Konkurrent der Bytedance-Tochter Tiktok, will bei einem Börsengang in Hongkong rund 5 Milliarden US-Dollar erlösen, wie die Nachrichtenagentur Dow Jones berichtet.

Dow Jones beruft sich auf "eine informierte Person". Kuaishou schiele auf eine Bewertung von rund 50 Milliarden Dollar, hieß es. Der Börsengang könne im Januar 2021 stattfinden.

Eine ganze Reihe chinesischer Technologiefirmen steht in den Startlöchern für einen Börsengang in Hongkong. Sie lassen sich davon nicht durch die überraschende Entscheidung Pekings abbringen, den Börsengang von Ant abzublasen. Vor der Absage hatte Ant bereits bei Investoren Orders eingesammelt und war auf dem Weg, mit einem Erlös von 34,4 Milliarden Dollar den weltgrößten Börsengang auf die Beine zu stellen.

11:24 Uhr

Lufthansa übt Flüge mit Antigen-Schnelltests für alle Passagiere

Die Lufthansa startet erste Probeläufe, sämtliche Passagiere vor Flugantritt auf das Coronavirus zu testen. Ab dem kommenden Donnerstag sollen auf einzelnen Flügen zwischen München und Hamburg alle Passagiere einen für sie kostenfreien Antigen-Schnelltest ablegen, wie das Unternehmen mitteilte. Ersatzweise könnten die Fluggäste einen höchstens 48 Stunden alten negativen PCR-Test vorlegen oder sich kostenfrei auf einen anderen Flug umbuchen lassen. Die Testergebnisse sollen nach 30 bis 60 Minuten vorliegen.

Lufthansa hat nach Angaben ihres Vorstandschefs Carsten Spohr 250.000 Antigen-Tests erworben, um die Prozesse einzustudieren. Grundsätzlich erhofft sich die Airline, mit den Schnelltests wieder mehr Flugverbindungen insbesondere auch nach Übersee anbieten zu können.

Lufthansa
Lufthansa 10,33

11:02 Uhr

Rheinmetall erhöht Gewinnprognose

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picture alliance / Holger Hollem

Rheinmetall hat im dritten Quartal mit einer unerwartet starken Entwicklung sowohl im Rüstungs- als auch Autoteilegeschäft überrascht und die Gewinnprognosen für beide Bereiche angehoben. Besonders deutlich übertraf der im MDax notierte Konzern die Marktschätzungen im eigentlich von der Corona-Pandemie besonders belasteten Automotive-Geschäft. Während Analysten im Konsens einen Millionenverlust erwartet haben, erzielte Rheinmetall hier schwarze Zahlen.

Rheinmetall
Rheinmetall 78,76

Unter dem Strich erzielte der Düsseldorfer Konzern im dritten Quartal einen Gewinn von 44 Millionen nach 57 Millionen Euro im Vorjahr. Der Umsatz sank auf 1,3 Milliarden Euro.

Anziehende Geschäfte in seiner Automobilsparte lassen den Rheinmetall-Konzern optimistischer auf das Jahr blicken. Der Düsseldorfer Konzern erwartet für 2020 nun ein positives operatives Ergebnis für die konjunkturabhängige Sparte. Zuvor hatte Rheinmetall hier noch einen Verlust nicht ausgeschlossen.

Im nicht von der Corona-Krise belasteten Rüstungsgeschäft will Rheinmetall profitabler arbeiten als bisher vorausgesagt. Die operative Ergebnismarge, die zuletzt mit rund zehn Prozent prognostiziert wurde, erwarten die Düsseldorfer nun zwischen zehn und elf Prozent.

10:06 Uhr

Ryanair trollt Trumps Sohn Eric 

Während sich eine Niederlage Donald Trumps abzeichnet, verspottet die Fluggesellschaft Ryanair seinen Sohn Eric. "Der Blick eines Mannes, der möglicherweise zukünftig keinen Zugang zur Air Force One haben wird und Linie fliegen muss", twitterte Ryanair. "Keine Sorge, Eric. Wir haben Flüge für 9,99 Euro, wenn Du das nächste Mal in Europa bist."

Ryanair setzte dazu den Screenshot von einem Auftritt des Trump-Sohns in Philadelphia dazu, in dem er unter anderem behauptet hatte, sein Vater werde um den Sieg im wichtigen Bundesstaat Pennsylvania betrogen. Trump behauptet nach wie vor, er habe die Präsidentenwahl gewonnen - während noch nicht alle Stimmen ausgezählt wurden.

09:22 Uhr

Bilfinger-Aktien gehen durch die Decke 

Spekulationen auf eine Übernahme durch Finanzinvestoren bescheren Bilfinger den größten Kurssprung seit zwölf Jahren: Die Aktien des Industrie-Dienstleisters steigen um 16 Prozent auf 20,02 Euro.

Insidern zufolge sind mehrere Finanzinvestoren an dem Industrie-Dienstleister interessiert. "Das ist das zweite Mal innerhalb weniger Wochen, dass diese Geschichte auftaucht", sagte ein Börsianer. "Beim letzten Mal fiel das Kursplus binnen kurzer Zeit wieder in sich zusammen."

Bilfinger
Bilfinger 23,54

09:14 Uhr

Dax fällt zurück 

Nach der Kursrally der vergangenen Tage nutzen Anleger die Gelegenheit für Gewinnmitnahmen: Der Dax gibt zur Eröffnung 0,3 Prozent nach auf 12.536 Punkte.

Dax
Dax 13.244,94

Bei der US-Präsidentenwahl schlage das Pendel zwar in Richtung des Herausforderers Joe Biden, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. Wegen der Anfechtungsklagen von Amtsinhaber Donald Trump müssten sich Anleger aber auf eine länger Phase der Unsicherheit einstellen.

Zu den Gewinnern im Dax zählt die Allianz mit einem Kursplus von gut einem Prozent. Das Quartalsergebnis des Versicherers sei besser ausgefallen als erwartet, kommentierte Analyst Philip Kett von der Investmentbank Jefferies. Ein Wermutstropfen sei allerdings der abgebrochene Aktienrückkauf.

08:58 Uhr

Allianz kämpft sich durch die Corona-Krise

Die Allianz kommt bisher ohne größere Blessuren durch die Corona-Krise. Im dritten Quartal kamen nur 100 Millionen Euro zusätzliche Belastungen durch die Virus-Pandemie hinzu, so dass Deutschlands größter Versicherungskonzern beim operativen Ergebnis einen Rückgang um drei Prozent auf 2,9 (2019: 3,0) Milliarden Euro hinnehmen musste.

Die Allianz beweise ihre Widerstandsfähigkeit, sagte Vorstandschef Oliver Bäte. "Deshalb sind wir zuversichtlich, die Covid-19-Krise gut zu bewältigen und gleichzeitig eine noch stärkere Allianz aufzubauen." Eine Gewinnprognose für das laufende Jahr wagte Bäte aber weiterhin nicht.

Analysten trauten der Allianz bisher ein operatives Ergebnis von gut zehn Milliarden Euro zu. Das wären knapp zwei Milliarden weniger als im vergangenen Jahr vor der Krise.

08:39 Uhr

Deutsche Produktion arbeitet sich "Schritt für Schritt aus der Krise"

Die deutschen Unternehmen haben ihre Produktion im September den fünften Monat in Folge gesteigert. Industrie, Bau und Energieversorger fuhren ihre Erzeugung zusammen um 1,6 Prozent hoch, wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte. "Das Produzierende Gewerbe kämpft sich Schritt um Schritt zurück", so das Ministerium. Im Vergleich zum Februar - dem Monat vor Beginn der Corona-bedingten Einschränkungen - ist die Produktion noch um 8,4 Prozent niedriger.

Die exportabhängige Industrie allein fuhr ihre Produktion im September um 2 Prozent hoch. Sie zog zuletzt fünf Monate in Folge mehr Aufträge an Land, nachdem sie wegen der Corona-Rezession im In- und Ausland schwere Einbrüche verzeichnet hatte. "Die Auftragseingänge und das Geschäftsklima sprechen für die Fortsetzung des Erholungsprozesses, auch wenn dieser Pfad angesichts des Pandemiegeschehens noch steiniger wird", betonte das Ministerium.

07:57 Uhr

Dax vor US-Arbeitsmarktdaten niedriger erwartet

Dax
Dax 13.243,31

Zum Abschluss einer ereignisreichen Börsenwoche wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge heute niedriger starten. Am Donnerstag hatte er dank Spekulationen auf eine Beibehaltung des wirtschaftspolitischen Status Quo in den USA zwei Prozent auf 12.568,09 Punkte zugelegt. Das Rennen um das Weiße Haus hält Börsianer auch vier Tage nach der US-Wahl in Atem. Joe Biden, der Herausforderer von US-Präsident Donald Trump, fehlen der bisherigen Auszählung zufolge nur noch wenige Stimmen für eine Mehrheit im Wahlgremium. Trump sprach wiederholt von Wahlbetrug, ohne Belege zu liefern und kündigte Anfechtungsklagen an.

Daneben sind Investoren mit der Nachlese der jüngsten US-Notenbanksitzung beschäftigt. Wie erwartet hielt die Fed die Füße zunächst still, stellte für Dezember aber eine Ausweitung ihrer Wertpapierkäufe in Aussicht, um die Folgen der Coronavirus-Pandemie abzufedern. Diese Themen machen die anstehenden monatlichen US-Beschäftigtenzahlen zu einer Randnotiz. Experten erwarten für Oktober 600.000 neu geschaffene Stellen außerhalb der Landwirtschaft. Im Vormonat hatte das Job-Plus bei 661.000 gelegen.