Der Börsen-TagDer Dax und die große Geopolitik
Zur Wochenmitte hat der Dax weitgehend auf der Stelle getreten. Nach dem 1,0-Prozent-Abschlag zum Wochenstart und dem am Dienstag folgenden 0,5-Prozent-Plus ging es gestern für den deutschen Börsenleitindex 0,1 Prozent abwärts auf den Schlusskurs von 23.694 Punkte.
Ein klar unter den Erwartungen ausgefallener ADP-Arbeitsmarktbericht unterstrich zwar die Erwartung einer Leitzinssenkung durch die US-Notenbank in der kommenden Woche. Im privaten Sektor wurden im November 32.000 Stellen abgebaut, die Prognose lag dagegen bei plus 40.000. Die schwache Lesung löste aber neue Sorgen über den Zustand der US-Wirtschaft aus. Diese Befürchtungen wurden noch genährt durch eine klar nach unten revidierte Oktober-Lesung der US-Industrieproduktion.
Im heutigen Anlegerfokus dürfte die große Weltpolitik stehen: Zum einen wird der russische Präsident Wladimir Putin zu seinem ersten Indien-Besuch seit 2021 in Neu-Delhi erwartet. Dort will er am 23. jährlichen Indien-Russland-Gipfel mit Premierminister Narendra Modi teilnehmen. Das Treffen findet wenige Monate nach der Einführung von Zusatzzöllen durch US-Präsident Donald Trump auf indische Waren statt, mit denen Neu-Delhi für seine Importe von günstigem russischen Öl bestraft werden soll.
Zum anderen setzt Frankreichs Präsident Emmanuel Macron den Besuch in China fort. Gemeinsam mit seiner Frau Brigitte Macron trifft er den chinesischen Staatschef Xi Jinping. Macron möchte die europäisch-chinesischen Beziehungen neu gestalten, während Europa wirtschaftliche Abhängigkeiten und sicherheitspolitische Herausforderungen in Einklang bringen muss. Im Fokus dürften Gespräche über den Zugang zu chinesischen Technologien und Märkten stehen.