Der Börsen-TagDer Horror nimmt kein Ende
Die bisherige Dax-Woche fällt tiefrot aus. Lag der deutsche Börsenleitindex am Freitag noch bei gut 25.300 Punkten, beendete er das gestrige Geschäft mit einem Abschlag von 1,0 Prozent und 24.703 Zählern. Der Grund dafür liegt in den Zoll-Androhungen von US-Präsident Donald Trump gegen mehrere europäische Staaten, darunter Deutschland, im Zusammenhang mit dem von ihm vom Zaun gebrochenen Streit um Grönland.
Und auch zur Wochenmitte bleibt diese Auseinandersetzung das bestimmende Thema, denn Trump wird heute beim Weltwirtschaftsforum in Davos erwartet. Am Nachmittag soll Trump vor den führenden Vertretern aus Politik und Wirtschaft eine Rede halten. Erwartet wird, dass die Forderungen des US-Präsidenten nach einer US-Annexion des zu Dänemark gehörenden Grönlands im Zentrum stehen werden. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz wird am Mittwoch in dem Schweizer Skiort erwartet. Trump hat für eine Übernahme Grönlands auch militärische Gewalt nicht ausgeschlossen. Die Europäer haben den Forderungen Trumps eine entschiedene Absage erteilt. Trump hat in Davos auch mehrere Vorstandsvorsitzende von führenden Unternehmen zu einem Empfang geladen.
Gleichzeitig wird in der Machtprobe zwischen Trump und der unabhängigen Notenbank ein wegweisendes Urteil erwartet. Der Oberste Gerichtshof entscheidet, ob die Entlassung von Fed-Direktorin Lisa Cook rechtens war. Ein Berufungsgericht hatte am 15. September den Antrag der Regierung abgelehnt, eine einstweilige Verfügung gegen die Entlassung Cooks auszusetzen. Diese war im September von einem Bundesbezirksgericht erlassen worden. Trump begründet die von ihm geplante Entlassung von Cook damit, dass sie vor ihrem Amtsantritt im Jahr 2022 Hypothekenbetrug begangen haben soll. Sie bestreitet die Vorwürfe. Der Ausgang des Urteils wird von den Finanzmärkten mit großer Spannung verfolgt, denen die Unabhängigkeit der Notenbank als hohes Gut gilt.
Zudem entscheidet das Europäische Parlament, ob der Europäische Gerichtshof mit einer Prüfung des bereits unterzeichneten EU-Mercosur-Freihandelsabkommens beauftragt wird. Die Bundesregierung hat die Abgeordneten aufgefordert, den EuGH nicht anzurufen, um das Inkrafttreten des Abkommens nicht zu gefährden.