Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagDie Börsenwoche wird "Fed"

14.09.2026, 06:00 Uhr

In dieser Börsenwoche dürfte die Geldpolitik der amerikanischen Notenbank den Takt an den Börsen vorgeben. Wenige Tage nach der Europäischen Zentralbank (EZB) wird die Federal Reserve den Leitzins am Mittwoch voraussichtlich ebenfalls um einen Viertelprozentpunkt anheben. Anleger sehen die Wahrscheinlichkeit bei rund 70 Prozent. Sprunghafte Anstiege beim Ölpreis und den Anleiherenditen und eine zunehmend restriktive Geldpolitik haben die Stimmung an den Aktienmärkten getrübt: Am Freitag verabschiedete sich der Dax mit einem Minus von rund zwei Prozent und 25.569 Punkten ins Wochenende. "Der saisonal häufig schwierige September wird seinem schlechten Ruf damit bislang gerecht", sagen die Analysten der LBBW. Seit Monatsbeginn ging es für den Leitindex rund 3,4 Prozent abwärts.

Ein wichtiger Faktor für den zunehmenden Preisdruck ist der Anstieg des Ölpreises. Wegen der erneuten Kämpfe zwischen den USA und dem Iran übersprang der Preis für die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee am Mittwoch wieder die psychologisch wichtige Marke von 100 Dollar je Barrel (159 Liter). Darüber hinaus gewinnt der US-Arbeitsmarkt an Schwung. "Eine anziehende Inflation rechtfertigt zwar eine straffere Geldpolitik", sagt Analyst Lloyd Chan von der Bank Mitsubishi UFJ. "Weitere Zinserhöhungen würden aber auch die Kreditkosten der Regierung in einer Zeit in die Höhe treiben, in der Haushaltsdefizite und die Belastung durch den Schuldendienst ohnehin bereits unter genauer Beobachtung stehen." US-Präsident Donald Trump dringt daher auf Zinssenkungen durch die Fed. Die FOMC-Erklärung und die Pressekonferenz mit Fed-Chef Kevin Warsh werden die Erwartungen für den Rest des Jahres prägen.

Zu den wichtigsten Daten-Veröffentlichungen der Woche gehört hierzulande der ZEW-Index am Dienstag. Für die Eurozone sind die Handels- und Industrieproduktionsdaten für Juli sowie die endgültige Inflationsrate für August von besonderem Interesse. Zu den wichtigsten US-Daten gehören die Einzelhandelsumsätze für August am Mittwoch und die Industrieproduktion am Freitag. China veröffentlicht am Dienstag die Daten zur Industrieproduktion, zum Einzelhandelsumsatz, zu den städtischen Investitionen, zur Arbeitslosenquote und zu den Immobilienpreisen für August.

Heute trifft sich Bundesfinanzminister Lars Klingbeil in Berlin mit dem Chef der italienischen Großbank UniCredit, Andrea Orcel, um über die anstehende Übernahme der Commerzbank zu sprechen. Dabei will die Bundesregierung Insidern zufolge auf den Erhalt der deutschen Identität und der Börsennotierung des Frankfurter Instituts sowie auf den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen pochen. Zudem wolle sich der Bund, der noch zwölf Prozent an der Commerzbank hält, zwei Aufsichtsratsmandate sichern. Nachdem sich UniCredit zuletzt fast die Hälfte der Anteile gesichert hat, hatten Berlin und die Commerzbank ihren Widerstand gegen die Übernahmepläne aufgegeben.

Die komplette Terminvorschau für diese Woche finden Sie hier.

Quelle: ntv.de