Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagDie "SaaSpocalypse" geht um

26.08.2026, 06:01 Uhr

Der Dax meldet sich zurück: Im gestrigen Geschäft legte der deutsche Börsenleitindex 0,6 Prozent auf 26.266 Punkte zu, nachdem er zum Wochenstart noch auf der Stelle getreten war. Sinkende Ölpreise, die wieder unter der 90-Dollar-Marke liegen, stützten.

Rückenwind kam auch von ermutigenden Wirtschaftsdaten. Das IFO-Geschäftsklima hat sich im August trotz der wieder gestiegenen Energiepreise deutlich aufgehellt. "Dabei ist der Anstieg um mehr als zwei Punkte von 86,7 auf 88,8 sowohl auf positivere Erwartungen als auch auf eine bessere Beurteilung der aktuellen Lage zurückzuführen. Dies spricht dafür, dass sich die Konjunktur trotz einiger Belastungsfaktoren in den kommenden Monaten weiter beleben wird", kommentierte die Commerzbank. Daneben wurde das Wachstum des deutschen BIP im zweiten Quartal auf 0,3 von 0,2 Prozent nach oben revidiert. Dies unterstreicht laut Marktteilnehmern die Einschätzung vieler Volkswirte, dass die Stimmung schlechter ist als die Lage.

Nach der Betriebsversammlung im Stammwerk Wolfsburg stellt sich VW-Chef Oliver Blume in Emden und Zwickau heute den Fragen der Belegschaft. Dabei dürfte es vor allem um die Frage gehen, wie es an den beiden Elektrowerken weitergeht. Bislang könne er "keine wettbewerbsfähige Belegung für die 2030er Jahre darstellen", sagte Blume. "Unser Ziel ist es, in den nächsten sechs bis zwölf Monaten belastbare Perspektiven für alle Standorte zu schaffen."

Und wie ist es um die US-Wirtschaft bestellt? Sie dürfte im Zuge des Iran-Krieges an Schwung verloren haben. Klarheit bringen die revidierten Daten des Handelsministeriums. Eine erste Schätzung hatte für das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal ein aufs Jahr hochgerechnetes Plus von 1,5 Prozent ergeben. Zu Jahresbeginn war die Wirtschaft noch um 2,1 Prozent gewachsen.

Wie es zu Beginn des zweiten Halbjahres wiederum um den privaten Konsum in den USA bestellt ist, zeigen Daten des Handelsministeriums für Juli: Experten rechnen mit einem minimalen Plus von 0,1 Prozent, nach einem Zuwachs von 0,3 Prozent im Juni. Als Konsumbremse wirkt die hohe Inflation, die von den im Zuge des Iran-Krieges stark gestiegenen Ölpreisen angefacht wird. Die für Preisstabilität zuständige US-Notenbank Federal Reserve achtet besonders auf ein Inflationsmaß, das auf Verbraucherausgaben zugeschnitten ist. Dieser sogenannte PCE-Index dürfte im Juli gegenüber dem Vorjahr um 3,6 Prozent zugelegt haben, nach einem Wert von 3,7 Prozent im Juni. Damit wäre der Preisauftrieb weiterhin stärker als von der Fed angestrebt, die einen Wert von 2,0 Prozent anpeilt.

Und dann stehen noch Quartalsberichte auf der Agenda, etwa von Salesforce.  Anleger werden die Quartalsergebnisse des SAP-Rivalen auf Anzeichen für eine mögliche "SaaSpocalypse" abklopfen. Darunter verstehen Experten die Verdrängung traditioneller Firmensoftware (Software-as-a-Service, SaaS), wenn sich Unternehmen künftig Anwendungen zu einem Bruchteil der bisherigen Kosten von einer KI programmieren lassen. Salesforce hat für das abgelaufene Quartal einen Umsatz zwischen 11,27 und 11,35 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt.

Die komplette Terminvorschau für diese Woche finden Sie hier.

Quelle: ntv.de