Anleiherenditen fallen Tech-Werte stehen wieder hoch im Kurs

Vor der Veröffentlichung der Nvidia-Zahlen macht sich an der Wall Street Zuversicht breit: Papiere des KI-Schwergewichts sind gefragt und auch andere Techwerte legen zu. Die Inflationssorgen treten angesichts von sinkenden Ölpreisen in den Hintergrund.
Die US-Börsen haben am Dienstag im Plus geschlossen. Stützend wirkten die Erholung der Technologiewerte sowie sinkende Ölpreise und Anleiherenditen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,3 Prozent höher auf 53.577 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 rückte um 0,3 Prozent auf 7677 Zähler vor. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,7 Prozent auf 26.151 Punkte.
Die Renditen länger laufender US-Staatsanleihen gaben nach, nach dem Ausverkauf der letzten Woche kehrte die Nachfrage zurück. Die Entscheidung von US-Finanzminister Scott Bessent, die Rückkäufe von Staatsanleihen auszuweiten, zeigt offenbar Wirkung. Zudem fielen die Ölpreise auf ein Ein-Wochen-Tief. "Es gibt ein ständiges Tauziehen - am Anleihemarkt, bei der Geopolitik und beim Öl", sagte Joe Quinlan, Marktstratege bei Merrill und der Bank of America Private Bank. "Wir sind jedoch für die US-Wirtschaft in den kommenden zwölf bis 18 Monaten recht zuversichtlich gestimmt, weshalb wir auch für die Märkte zuversichtlich sind."
Die Blicke der Anleger richteten sich auf die am Mittwoch anstehenden Geschäftszahlen von Nvidia. Sie gelten als nächster Test für die von Unternehmensgewinnen angetriebene Kursrally. Anzeichen für ein langsameres Wachstum könnten erneut Sorgen über hohe Bewertungen auslösen und die Frage aufwerfen, wie lange der Boom um Künstliche Intelligenz (KI) diese noch rechtfertigen kann. Nvidia-Aktien stiegen am Dienstag um 2,2 Prozent.
Für Moderna geht es weiter nach oben
Auch andere große Technologiewerte legten zu: Meta gewannen knapp zwei Prozent, und der Chipkonzern Micron verbuchte ein Plus von 2,5 Prozent. Der Halbleiterindex schloss 1,4 Prozent höher. Papiere von Advanced Micro Devices (AMD) kletterten nach einer Hochstufung durch Raymond James um 4,9 Prozent.
Aktien von Moderna machten einen Satz von 14 Prozent nach oben. Die Analysten von Barclays hatten das Kursziel für das Biotechnologieunternehmen angehoben. Zuvor hatten Moderna und Merck Ergebnisse aus der späten Studienphase für ihren gemeinsam entwickelten Hautkrebs-Impfstoff veröffentlicht.
Dick's Sporting Goods brachen dagegen um 30,7 Prozent ein. Der Einzelhändler hatte seine Jahresprognose gekürzt. 2025 hatte die Firma den Konkurrenten Foot Locker geschluckt und damit eine große Wette auf Turnschuhe abgeschlossen, war aber gezwungen, die Preise für Schuhe zu senken. Papiere des Sportartikelherstellers Nike gaben ebenfalls nach. Target-Aktien fielen um 3,8 Prozent. Das Unternehmen hatte sich nach Rassismus-Vorwürfen für ein Halloween-Kostüm entschuldigt und dieses aus dem Sortiment genommen.
Konjunkturseitig trübte sich die Stimmung der US-Verbraucher im August auf den tiefsten Stand seit sieben Monaten ein. Anleger warten nun auf den Preisindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE) am Mittwoch sowie auf die Rede von US-Notenbankchef Kevin Warsh auf dem Notenbanker-Treffen in Jackson Hole am Freitag. Laut LSEG-Daten preisen die Finanzmärkte bis zum Jahresende eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte ein.
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