Der Börsen-Tag"Die gute Nachricht, die niemand wollte"
Auf einen relativ ruhigen Handelstag stellen sich Händler an Europas Börsen ein. Mit dem US-Feiertag werde es am Nachmittag an Vorgaben fehlen. Diese seien angesichts der Diskussion um die US-Schuldenkrise und den Renditeanstieg derzeit extrem wichtig. Vor allem die weitere Entwicklung nach dem starken Arbeitsmarktbericht am Freitag stehe bei den US-Staatsanleihen im Fokus. Aktuell werden zehnjährige Papiere wieder über 4,78 Prozent gehandelt, eine Entspannung zeichnet sich hier nicht ab.
Der starke Arbeitsmarktbericht für August "ist die gute Nachricht, die niemand wollte", sagt Peter Graf, Chief Investment Officer bei Amova Asset Management Americas. "Er nimmt der Fed die glaubwürdigste Ausrede, die Zinsen im September nicht zu erhöhen". Volkswirte sehen Fed-Chef Kevin Warsh nun vor dem Dilemma stehen, die Zinsen erhöhen zu müssen, obwohl der US-Finanzminister gerade den Plan verkündet hatte, verstärkt über Kurzläufer finanzieren zu wollen. Eine Zinserhöhung würde damit direkt die Staatsverschuldung verteuern.
In Deutschland stehen mit dem Sentix-Index und der Industrieproduktion Konjunkturdaten im Blick. Diskutiert werde auch über den Wahlausgang in Sachsen-Anhalt, Bedeutung für die Börse habe dieser jedoch nicht, heißt es.
