Dienstag, 17. März 2020Der Börsen-Tag

Heute mit Diana Dittmer
18:05 Uhr

Dax kämpft sich ins Plus zurück - Anleger tappen im Dunkeln

Am Ende einer langen Achterbahnfahrt ein Hoffnungsschimmer: Nach heftigen Verlusten am Montag schafft der deutsche Leitindex das zweite Tagesplus in neun Tagen.

Schub gaben die neuen Krisenmaßnahmen der US-Notenbank Fed, mit denen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie eingedämmt werden sollen. Dax und EuroStoxx50 drehten daraufhin zurück ins Plus und gewannen 2,2 und 3,2 Prozent.

Auch die US-Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 begaben sich am Nachmittag auf Klettertour. Die Fed will wie während der Finanzkrise kurz laufende Unternehmensanleihen aufkaufen.

Der ZEW-Index, der den stärksten Einbruch aller Zeiten verzeichnete, konnte der Erholung nichts anhaben. Der Absturz im März auf minus 49,5 nach plus 8,7 im Monat zuvor bezeichneten Händler als "extrem". Unter Marktteilnehmern geht nicht nur die Angst vor einer Rezession um, erste Stimmen warnen sogar vor einer möglichen Depression wegen der Coronavirus-Pandemie.

"Niemand weiß, wo ein fairer Aktienwert liegt"

Marktteilnehmer warnen denn auch davor, den Kursgewinnen zu viel Bedeutung beizumessen. Von einer Bodenbildung könne noch nicht gesprochen werden. Eine Bodenbildung sei ein längerer Prozess, "der gut ein halbes Jahr in Anspruch nehmen kann", schreibt CMC Markets. Dafür benötige der Markt aber im ersten Schritt "ein Ende immer neuer Verlaufstiefs in den großen Indizes". Aktuell hätten die Investoren keine Ahnung, wie das wirtschaftliche Umfeld neu bewertet werden soll. "Daher weiß auch niemand, wo ein fairer Wert von Aktien liegt."

17:42 Uhr

Branchenverband: Europas Börsen bleiben offen

Der europäische Verband der Wertpapierbörsen FESE spricht sich gegen eine Schließung von Handelsplätzen aus. Trotz der Verunsicherung durch die Coronavirus-Pandemie solle und werde das Geschäft weiterlaufen. Eine Schließung ändere nichts an den Gründen für die aktuellen Kursturbulenzen.

17:27 Uhr

Millionenschwerer Geldsegen von Facebook für kleine Firmen

Facebook will kleinere Unternehmen angesichts ihrer Geschäftseinbußen in der Coronavirus-Krise mit 100 Millionen Dollar unterstützen. Dabei gehe es um Gutscheine für Werbeanzeigen, aber auch Geld, wie das Online-Netzwerk ankündigt.

Facebook
Facebook 249,02

Von dem Angebot sollen bis zu 30.000 Firmen in 30 Ländern profitieren. In den kommenden Wochen sollen sie sich bewerben können. Details sollen folgen.

Insgesamt nutzen laut Facebook 140 Millionen kleinere Unternehmen die Plattform des Online-Netzwerks, um ihr Geschäft voranzubringen. Das sind zum Teil Cafés und Restaurants sowie Dienstleister, denen durch die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus massive und auch existenzbedrohende geschäftliche Einbußen drohen.

16:58 Uhr

Weitere Geldspritzen der Fed in Sicht

Die Aussicht auf weitere milliardenschwere Geldspritzen der US-Notenbank gibt den Börsen weltweit Auftrieb. Dax und EuroStoxx50 drehen nach zwischenzeitlichen Verlusten zurück ins Plus.

Die US-Notenbank (Fed) wird Insidern zufolge wegen der Virus-Krise womöglich bereits an diesem Dienstag Schritte zur Stützung des Marktes für Geldmarktpapiere bekanntgeben. Die Fed wolle ein Finanzierungsinstrument - "Commercial Paper Funding Facility" genannt -  wieder einführen, das sie zuletzt während der Finanzkrise 2007 bis 2009 genutzt habe, sagten zwei mit der Situation vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Es gehe darum, die Liquidität im Markt für solche kurzfristige Finanzierungen zu verbessern. Dies sei ein Schlüsselwerkzeug der Notenbank, um insbesondere kleineren Firmen unter die Arme zu greifen, sagte einer der Insider.

Über spezielle Geldmarktpapiere - sogenannte Commercial Papers (CP)- besorgen sich Unternehmen kurzfristig Barmittel, etwa für Gehaltszahlungen, aber auch für unvorhergesehene Ereignisse.

16:11 Uhr

Corona-Tarifvertrag für McDonalds, Burger King und Co.

Die Beschäftigten bei McDonalds, Burger King und Co. bekommen während der Coronavirus-Krise mehr Geld im Fall von Kurzarbeit.

McDonald's
McDonald's 184,18

Die Entgelte werden über das normale Kurzarbeitergeld hinaus auf 90 Prozent des alten Nettoeinkommens aufgestockt, zudem verzichten die Unternehmen auf betriebsbedingte Kündigungen, wie der Bundesverband der Systemgastronomie (BdS) und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mitteilten.

Das sei der Inhalt einer Zusatzvereinbarung zum erst kürzlich geschlossenen Tarifvertrag für die rund 120.000 Beschäftigten der Systemgastronomie-Branche. "Uns war es wichtig, dass wir den drohenden Einkommensverlust bei Kurzarbeit für die Beschäftigten mit der Regelung etwas abfedern können", sagte der stellvertretende NGG-Vorsitzende Freddy Adjan. "Vor allem haben wir es geschafft, einen Kündigungsschutz zwei Monate über die Laufzeit der Kurzarbeit hinaus zu vereinbaren." Das sichere das Einkommen für Tausende Beschäftigte.

15:53 Uhr

Virus-Angst lässt Aktienmärkte Achterbahn fahren

Auch nach mehreren Verkaufswellen binnen weniger Tage ist ein Ende der durch die Coronavirus-Pandemie ausgelösten Börsen-Talfahrt nicht in Sicht. "Es wird immer klarer, dass der Erreger COVID-19 auf seinem Höhepunkt wohl einen größeren Einfluss auf die Weltwirtschaft haben wird als die Finanzkrise", sagte Anlagestratege Jim Reid von der Deutschen Bank.

Die Volatilität der Märkte ist enorm: Der Dax fährt Achterbahn liegt am Nachmittag rund 0,5 Prozent höher bei 8820 Zählern, nachdem er auch ins Minus gesackt und zuvor auch noch bis auf 9145 Stellen geklettert war.

Auch an der Wall Street halten sich die Anfangsgewinne auch nur wenige Minuten. Zuletzt notiert der Dow-Jones-Index 0,6 Prozent höher bei 20.385 Punkte. Unmittelbar nach der Startglocke lag der Index kurz über 2 Prozent im Plus. Der S&P-500 legt um 2,4 Prozent zu und der Nasdaq-Composite um 1,2 Prozent. Am Montag hatten alle Indizes zweistellig verloren. Im Dow-Jones-Index betrug das Minus fast 13 Prozent.

15:34 Uhr

Bundesbank zur Bargeld-Versorgung: "Tresore prall gefüllt"

Die Versorgung der Bevölkerung mit Bargeld ist nach Angaben der Deutschen Bundesbank auch in der Coronavirus-Krise gesichert. "Das Bargeld wird in Deutschland nicht ausgehen, unsere Tresore sind prall gefüllt, die Logistik stimmt", sagte Bundesbank-Vorstand Johannes Beermann in Frankfurt. Das gelte auch für den Fall, dass sich das Virus weiter ausbreite und zusätzliche Maßnahmen deswegen getroffen würden. Beermann betonte zugleich, von Scheinen und Münzen gehe kein besonderes Ansteckungsrisiko aus.

Die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) hatte bereits versichert, die Bevölkerung könne darauf vertrauen, dass sie "mit Bankdienstleistungen wie gewohnt versorgt wird": Der Zahlungsverkehr mit allen Bezahlmöglichkeiten werde unverändert aufrecht gehalten, Geldautomaten würden ausreichend mit Bargeld bestückt. Die Bankmitarbeiter sollen für ihre Kunden weiter erreichbar seien - gegebenenfalls im Home Office.

14:59 Uhr

Britische Modefirma Laura Ashley ist pleite

Die britische Modefirma Laura Ashley, wegen ihrer Blümchenmuster vor allem beliebt in den 70er und 80er Jahren, ist pleite. Es sei nicht gelungen, die nötigen Mittel zum Weiterbetrieb zu bekommen, teilte die Firma mit. Daran sei die Coronavirus-Pandemie schuld. Gefährdet sind nun 2700 Arbeitsplätze.

Die Unternehmensberatung PwC soll nun versuchen, einen Käufer für das gesamte Unternehmen oder Teile davon zu finden. Laura Ashley hat 150 Geschäfte in Großbritannien. Die Firma war von der Waliserin Laura Ashley gegründet worden; es ging aber schon seit einigen Jahren bergab mit dem Unternehmen.

14:04 Uhr

Türkische Zentralbank senkt Leitzins

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Die Maßnahmen der türkischen Zentralbank folgen auf einen ähnlichen Schritt der US-Notenbank am Sonntag, auf den eine Reihe von Zinssenkungen der Zentralbanken in aller Welt folgte.

picture alliance/dpa

Die türkische Zentralbank hat ihren Leitzins um einen ganzen Prozenpunkt bzw. 100 Basispunkte gesenkt und so weitere Maßnahmen ergriffen, um die Wirtschaft gegen die Auswirkungen des Coronavirus-Ausbruchs abzufedern.

Nach einer außerplanmäßigen Sitzung erklärten die Notenbanker, dass sie ihren Leitzins von 10,75 auf 9,75 Prozent gesenkt haben. Außerdem kündigten sie eine Reihe von Maßnahmen an, die die Kreditvergabe der Banken an Unternehmen unterstützen sollen.

In einer Erklärung hieß es, dass trotz der jüngsten Abschwächung der türkischen Lira die sinkenden Ölpreise und Reisebeschränkungen in den kommenden Monaten wahrscheinlich zu einer geringer als erwarteten Inflation führen würden.

Wie auch anderswo will die türkische Zentralbank sicherstellen, dass die Banken ihre Kreditvergabe an die von dem Ausbruch betroffenen Unternehmen nicht kürzen und damit die ohnehin schon düsteren Wirtschaftsaussichten noch weiter verschlechtern.

13:49 Uhr

Zeitung - US-Regierung will 850-Milliarden-Konjunkturpaket

Inmitten der Virus-Krise strebt die US-Regierung laut Pressebericht ein großes Konjunkturpaket an. Insgesamt sollten dafür 850 Milliarden Dollar bereitgestellt werden, berichtete die "Washington Post". 

Etwa 50 Milliarden seien für die von der Krise besonders hart getroffene Luftfahrtbranche vorgesehen. Laut der Zeitung wollte Finanzminister Steven Mnuchin die Pläne im Laufe des Tages mit Senatoren der Republikanischen Partei besprechen. Für die Pläne sollten die Lohnsteuer oder andere Mechanismen genutzt werden.

13:32 Uhr

VW-Chef Diess verdient weniger

VW-Konzernchef Herbert Diess bekommt für das vergangene Geschäftsjahr etwas weniger Gehalt als noch für 2018. Der Vorstandsvorsitzende soll - Rentenansprüche herausgerechnet - insgesamt rund 7 Millionen Euro erhalten. Dies geht aus dem Vergütungsbericht hervor, den Volkswagen zusammen mit den endgültigen Jahreszahlen in Wolfsburg veröffentlichte.

Im Jahr zuvor hatten die entsprechenden Zuflüsse bei Diess noch mehr als 7,6 Millionen Euro betragen. Die Werte sind aber nicht direkt vergleichbar. Unter anderem ist in der Summe für 2019 eine Zahlung enthalten, die aus einem nach Beginn der Dieselkrise zunächst auf Eis gelegten Aktienpaket stammt und die in den Vorjahren fehlte. Andererseits entfällt für Diess 2019 eine Ausschüttung aus dem "langfristigen Anreizprogramm", die sich über mehrere Jahre verteilt und von der der Manager schon im Jahr davor profitiert hatte.

13:08 Uhr

T-Mobile US schließt 80 Prozent der Filialen

Der Mobilfunkanbieter T-Mobile US will bis mindestens Ende März 80 Prozent seiner US-Einzelhandelsfilialen im Kampf gegen die Corona-Krise schließen. Zudem kündigte die Tochter der Deutschen Telekom an, den Personalbestand an den Kundenbetreuungsstandorten zu senken.

T-Mobile US
T-Mobile US 93,92

Bei den noch offenen Geschäften werden die Öffnungszeiten auf 10 bis 18 Uhr eingeschränkt, führte Chief Operating Officer Mike Sievert in einem Brief an die Mitarbeiter weiter aus.

12:47 Uhr

Wacker Chemie sieht Engpässe bei Ethanol

Wacker Chemie sieht Engpässe bei der Belieferung mit Ethanol, dem wichtigsten Grundstoff für Desinfektionsmittel.

Wacker Chemie
Wacker Chemie 79,26

"Es zeichnet sich eine Lieferverlangsamung bei Ethanol ab", sagt der Vorstandschef des Münchner Chemiekonzerns, Rudolf Staudigl. Umso unverständlicher sei, dass der Alkohol noch als Teil von E10-Kraftstoffen in Automotoren verbrannt werde.

12:38 Uhr

Wall Street erwartet nur kleine Gegenbewegung

Nach dem drastischen Ausverkauf zum Wochenauftakt zeichnet sich heute eine Gegenbewegung an den US-Börsen ab. Diese dürfte die Indizes aber höchstens einen Bruchteil ihrer Verluste wettmachen lassen. Vorbörslich liegen die Futures auf die großen US-Aktienindizes etwa 2 Prozent im Plus, am Montag hatten sie aber zweistellig verloren. Im Dow-Jones-Index betrug das Minus fast 13 Prozent.

Beobachter zweifeln überdies an der Nachhaltigkeit einer etwaigen Erholung. Obwohl mittlerweile weltweit drastische Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie ergriffen wurden, breitet sich das Virus weiter aus. Die Hilfszusagen der Regierungen gehen Marktteilnehmern nicht weit genug.

12:18 Uhr

BVB-Aktie im Corona-Sog stürzt weiter ins Bodenlose

Die Aktie des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund befindet sich vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie auf extremer Talfahrt. Der Kurs des Anteilsscheins wurde im  frühen elektronischen Handel (Xetra) nur noch mit 4,41 Euro notiert. Das war ein Minus von über vier Prozent gegenüber dem Schlusskurs am Montagabend (4,60).

BVB
BVB 5,77

Bereits tags zuvor hatte das BVB-Papier an der Börse knapp 17 Prozent verloren, nachdem die Dortmunder aufgrund der Aussetzung der Ligaspiele ihre Jahresprognose zurückgezogen hatten. Noch am 21. Februar stand die Aktie bei 9,39 Euro, dreieinhalb Wochen später hat sich der Wert mehr als halbiert. Der Ausgabepreis für einen Anteilsschein des börsennotierten deutschen Fußballvereins hatte am 31. Oktober 2000 elf Euro betragen.

Danach fiel die Aktie ins Bodenlose. In den  Jahren 2008, 2009 und 2010 war die Aktie zwischenzeitlich sogar zu  einem Pennystock verkümmert, also weniger als einen Euro wert.

11:46 Uhr

Ökonomen: "Szenario wie 2008 oder 2012 nicht mehr ausgeschlossen"

Angesichts der Ausbreitung des Coronavirus warnen führende Ökonomen vor einer dramatischen Ausweitung der ökonomischen Krise. Clemens Fuest, Chef des Münchner Ifo-Instituts, sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung": "Es ist jetzt besonders wichtig, dass zu den direkten Belastungen durch die Corona-Krise nicht noch eine Banken- oder Staatsschuldenkrise hinzukommt."

10-jährige italienische Staatsanleihen
10-jährige italienische Staatsanleihen 110,35

Auch Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), mahnte: "Wir dürfen in Deutschland nicht nur in nationalen Grenzen denken." Es sei auch ein großer Fehler, "dass die EU keine koordinierte Strategie zur Bekämpfung des Coronavirus und dessen wirtschaftliche Auswirkungen hat", erklärte der DIW-Chef.

Italien ist nach den Worten von Fratzscher das schwächste Glied in der Kette. Er betonte: "Ein Szenario wie 2008 oder 2012, als Italien kurz vor der Pleite stand, kann heute nicht mehr ausgeschlossen werden."

Wie schlimm ist es? Lesen Sie hier mehr zum Thema:

 

11:26 Uhr

ZEW-Index fällt so krass wie noch nie - Händler geschockt

Die Konjunkturerwartungen von Finanzanalysten und institutionellen Investoren für Deutschland sind im März wegen der Corona-Krise auf beispiellose Weise eingebrochen. Der von Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) erhobene Index der Konjunkturerwartungen fiel auf minus 49,5 Punkte von plus 8,7 im Vormonat. Der Rückgang um 58,2 Punkte ist laut ZEW "der stärkste Rückgang seit Beginn der Umfrage im Dezember 1991".

Volkswirte hatten einen Rückgang auf minus 30,0 vorausgesagt. Der Index der Lagebeurteilung verschlechterte sich von minus 15,7 auf minus 43,1 Punkte. Erwartet worden war nur ein Rückgang auf minus 32,7. "Die jetzt vorliegende Kombination von Erwartungen und Lageeinschätzung mit stark negativen Werten für beide Indikatoren gab es so nur in der Finanzkrise im Herbst 2008", erklärte das ZEW.

Händler reagieren geschockt und verständnislos: "Man kann sich auch selber in die Panik hineinsteigern", kommentiert einer den extremen Einbruch in den ZEW-Konjunkturerwartungen. Ein Wert von -49,5 sei "höchstens einem Weltkrieg oder globalem Ebola-Ausbruch angemessen", sei aber eine völlige Übertreibung beim Coronavirus. Daraus lasse sich nur noch ablesen, dass auch die Unternehmen von Emotionen, aber nicht mehr einer kaufmännisch-kühlen Planung getrieben würden.

Ein anderer Händler stimmt zu: "Die Firmen schaffen sich mit ihren Geschäftschließungen ihre eigene Rezession." Es gebe keinen Grund, eine ganze Filiale zu schließen, nur wegen eines einzigen positiv getesteten Mitarbeiters.

11:12 Uhr

Kampf gegen Corona-Kollaps: Frankreich erwägt Verstaatlichungen

Frankreich will mit weiteren Milliarden-Hilfen den Kollaps von Firmen verhindern. "Ich werde nicht zögern, alle verfügbaren Mittel einzusetzen, um große französische Unternehmen zu schützen", sagte Finanzminister Bruno Le Maire.

Dabei seien auch Verstaatlichungen denkbar. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone werde zunächst 45 Milliarden Euro Sofort-Hilfe mobilisieren. "Wir wollen keine Firmenpleiten", erklärte Le Maire. Das Geld komme zu den 300 Milliarden Euro an Staatsbürgschaften hinzu, die Präsident Emmanuel Macron am Montag zugesagt habe. Es werde ein neues Haushaltsgesetz geben, das für 2020 von einem Schrumpfen der Wirtschaft des Landes um ein Prozent zur Basis ausgehe.

11:00 Uhr

Türkische Lira so schwach wie seit Währungskrise 2018 nicht

Die türkische Lira fällt wegen der Coronakrise auf den niedrigsten Stand seit der Währungskrise 2018. Ein Dollar kostet im Gegenzug mit 6,4638 0,6 Prozent mehr.

10:49 Uhr

Frankreich und Belgien verbieten Wetten auf Kursturz

Die französische Finanzaufsicht verbietet wegen der Turbulenzen an den Börsen Leerverkäufe. Das Verbot gelte für 24 Stunden, teilt das Finanzministerium in Paris mit.

Eine Schließung der Börsen komme nicht in Betracht, vorher gebe es andere Optionen wie etwa ein Leerverkaufsverbot. Die belgische Aufsichtsbehörde untersagt ebenfalls für den gesamten Dienstag Short-Selling von bestimmten Aktien.

10:41 Uhr

Gewinne wieder futsch: Dax taumelt 8500 Punkten entgegen

Dass der Dax seine Gewinne vom Handelsstart wieder aufgegeben hat, überrascht im Handel nicht. "Wie am Morgen erwartet gibt es bei einer Tages-Volatilität von 800 Punkten auch mal Gegenbewegungen ohne direkten Nachrichtenfluss", sagt ein Händler.

DAX
DAX 12.642,97

Derzeit sei alles "flow-basiert", hänge also an den jeweils auf den Markt treffenden Orders. Und hierbei gingen Käufe zumeist nur auf Short-Eindeckungen zurück, so dass nach ihrer Abarbeitung wieder der Verkaufsüberhang für fallende Kurse sorge: "Nur Verkäufer werden ausreichend mit Nachrichten wie abgesagten Hauptversammlungen oder geschlossenen Geschäften wie jetzt etwa Ikea versorgt".

Aus Angst vor den Folgen der Coronavirus-Pandemie war der Dax am Montag erstmals seit dem Jahr 2016 unter die Schwelle von 9000 Punkten gerutscht.

10:30 Uhr

US-Flugzeugbauer Boeing will Staatshilfe

Der angeschlagene US-Flugzeugbauer Boeing ruft angesichts der Corona-Krise nach dem Staat. Das Unternehmen aus Seattle bestätigte am Montagabend (Ortszeit) Gespräche mit der US-Regierung und führenden Kongress-Mitgliedern über kurzfristige Staatshilfen für sich und die gesamte Luftfahrtindustrie.

Boeing
Boeing 130,10

Für Fluggesellschaften, Flughäfen, Hersteller und Zulieferer sei der kurzfristige Zugriff auf staatliche und private Liquidität "der wichtigste Schritt", um wieder auf die Beine zu kommen, erklärte Boeing. Eine mit den Verhandlungen vertraute Person sagte, die Branche brauche schnelle Hilfe. Es gehe um Tage.

10:07 Uhr

Japanische Banken besorgen sich hohen Dollar-Betrag

Mehrere US-amerikanische Geldscheine mit der Aufschrift

Die Zentralbanken wollen sicherstellen, dass die Geldhäuser in der Virus-Krise nicht an Dollar-Knappheit leiden.

Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv

Die japanischen Banken haben sich angesichts erhöhter Unsicherheit infolge der Coronavirus-Krise bei ihrer Notenbank mit einem hohen Betrag an US-Dollar eingedeckt.

Nach Angaben der Bank of Japan vom Dienstag floss den Banken die Gesamtsumme von rund 32 Milliarden US-Dollar zu. Das ist die höchste Summe an Dollar-Liquidität, die die Banken seit der Finanzkrise im Jahr 2008 abgerufen haben.

US-Dollar / Yen
US-Dollar / Yen 105,40

Gut 30 Milliarden Dollar stehen den japanischen Geldhäusern für etwa drei Monate zur Verfügung, rund zwei Milliarden Dollar erhalten sie für sieben Tage. Die zu zahlenden Zinssätze betragen 0,37 beziehungsweise 0,41 Prozent.

Die Dollar-Aufnahme folgt auf eine konzertierte Aktion großer Zentralbanken vom Sonntag, an der auch die japanische Zentralbank beteiligt ist. Die US-Notenbank Fed hatte die Kosten für bestehende Leihgeschäfte, mit denen die Fed andere Zentralbanken und Geschäftsbanken mit US-Dollar versorgt, reduziert und ein zusätzliches Geschäft eingeführt.

10:04 Uhr

Italien will Fluggesellschaft Alitalia verstaatlichen

Die italienische Regierung will die Fluggesellschaft Alitalia verstaatlichen, deren wirtschaftliche Schwierigkeiten durch die Coronavirus-Krise massiv verstärkt wurden.

Diese Entscheidung habe das Kabinett im Rahmen eines Hilfspakets für die Wirtschaft getroffen, heißt es heute in einer offiziellen Mitteilung  der Regierung. Wegen der Corona-Krise sind weltweit unzählige Flüge ausgefallen, Fluggesellschaften in aller Welt haben dadurch massive Einbußen.

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10:00 Uhr

VW-Betriebsrat: Brauchen mehr Klarheit wegen Corona-Gefahr

Der Volkswagen-Betriebsrat verlangt vom Vorstand mehr Klarheit und Verantwortung bei den angekündigten Schließungen der Produktion wegen der wachsenden Coronavirus-Risiken.

VW Vorzüge
VW Vorzüge 135,48

Die für Freitag (20. März) geplante Aussetzung an zahlreichen Standorten sei zu spät, kritisierte die Mitarbeitervertretung: "Wir erwarten jetzt einen geordneten Ausstieg aus der Fertigung." Zudem müsse das Management detaillierte Pläne für die einzelnen Werke vorlegen, schrieben Betriebsratschef Bernd Osterloh und seine Stellvertreterin Daniela Cavallo an die Belegschaft.

"Dazu zählt insbesondere das Werk in Zwickau, wo die Kolleginnen und Kollegen den ID-Anlauf stemmen. Wir erwarten hier eine Lösung - denn einige im Vorstand wollen ihrer Verantwortung offenbar nicht gerecht werden."

09:36 Uhr

Renault macht Werke in Spanien vorerst dicht

Nachdem die Regierung Spaniens zur Bekämpfung des Coronavirus den Notstand ausgerufen hat, stellt der Autobauer Renault die Produktion vorübergehend ein.

Renault
Renault 22,19

Wie die Franzosen mitteilen, liegt die Fertigung solange brach, wie der Ausnahmefall andauert. Renault rechnet aber damit, dass nach der Krise die Wiederaufnahme der Fertigung schnell erfolgen werde.

09:16 Uhr

Dax versucht eine Gegenbewegung

Dax
Dax 12.642,97

Der deutsche Aktienmarkt versucht nach dem desaströsen Wochenbeginn eine Stabilisierung. Der Leitindex Dax stieg im frühen Handel um 4,5 Prozent auf 9133 Punkte. In den vergangenen Wochen waren Erholungsversuche allerdings zumeist rasch in sich zusammengefallen.

Zu Wochenbeginn hatte der Leitindex wegen des neuartigen Coronavirus weitere gut fünf Prozent verloren und war zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit September 2013 eingebrochen.

Der MDax rückte nun um 3,4 Prozent auf 19 892,11 Punkte vor. Der Index der mittelgroßen Börsentitel war am Vortag erstmals seit fast vier Jahren unter die Marke von 20.000 Punkten gefallen. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 erholte sich um gut vier Prozent.

09:02 Uhr

VW hält wegen Corona die Bänder an

VW Vorzüge
VW Vorzüge 135,48

Europas größter Autohersteller hält wegen der Coronavirus-Krise die Bänder an. In den meisten Werken in Deutschland und Europa soll die Produktion Ende der Woche eingestellt werden. Das kündigte VW-Chef Herbert Diess bei Vorlage der Jahresbilanz in Wolfsburg an. Produktionsunterbrechungen gibt es demnach bereits diese Woche in Werken in Spanien, Portugal, Italien und in der Slowakei. In China dagegen wurde die Produktion bereits wieder aufgenommen.

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08:30 Uhr

Airbus stoppt Produktion in zwei Ländern

Airbus hat entschieden, in den kommenden vier Tagen die Produktion an den Standorten in Frankreich und Spanien wegen der Coronavirus-Epidemie einzustellen. Grund seien neue Maßnahmen in Frankreich und Spanien, um die Covid-19-Pandemie einzudämmen.

Airbus
Airbus 61,26

Mit dem vorübergehenden Stopp der Produktion will der Flugzeughersteller sicherstellen, dass genügend Zeit verfügbar ist, um stringente Bedingungen bei Gesundheit und Sicherheit einzuführen in Bezug auf Hygiene, Sauberkeit und Sicherheitsabstand. In den beiden Ländern will die Airbus SE darüber hinaus weiter den Anteil der im Home-Office Beschäftigten maximieren, "wo möglich".

08:20 Uhr

Schwankungen in Asien - "Märkte nicht überzeugt"

An den asiatischen Märkten herrscht weiter vielfach Abgabedruck. Im Sog des Ausverkaufs an der Wall Street schwanken die Kurse weiter erheblich. Denn mit den drastischen Reaktionen Regierungen in Europa auf die Corona-Pandemie steigen die negativen Einflüsse auf die Konjunktur. "Bisher sind die Märkte nicht davon überzeugt, dass solche Maßnahmen ausreichen werden, um einen starken Anstieg der Insolvenzen und der Arbeitslosigkeit zu verhindern", so Mark Haefele, Chief Investment Officer von UBS Global Wealth Management.

Nikkei
Nikkei 23.346,49

Für den Schanghai-Composite geht es um ein Prozent auf 2762 Punkte nach unten. Der Nikkei-225 steigt leicht um 0,4 Prozent auf 17.058 Zähler. Gesucht bei den Anlegern bleibt der "sichere Hafen" Yen. Der Hang-Seng-Index legt um 0,4 Prozent zu. Ein kräftigstes Plus verzeichnete der australische Leitindex S&P/ASX-200, für den es um 5,8 Prozent nach oben ging - der stärkste Tagesgewinn seit 1997.

07:47 Uhr

Wacker Chemie rechnet mit bis zu 100 Millionen Euro Corona-Kosten

Der Chemiekonzern streicht nach einem Verlust die Dividende für 2019 auf 0,50 Euro je Aktie zusammen und stellt die Prognose für das neue Jahr wegen des Coronavirus in Frage. Die Folgen der Pandemie könnten das operative Ergebnis (Ebitda) mit mehr als 100 Millionen Euro belasten, teilte Wacker Chemie mit.

Wacker Chemie
Wacker Chemie 79,26

Dabei rechnet der Konzern auch ohne das Virus mit einem Ebitda, das um etwa fünf Prozent unter dem bereinigten Wert des Vorjahres (671 Millionen Euro) liegt. Der Umsatz soll 2020 leicht steigen. Fürs erste Quartal geht Wacker von einem Umsatz von rund 1,2 Milliarden Euro und einem Ebitda deutlich über Vorjahr (142 Millionen Euro) aus.

07:30 Uhr

Japans Notenbank prüft weitere Lockerungen

Die Bank of Japan (BoJ) wird zusätzliche Lockerungsmaßnahmen in Betracht ziehen, sollte sich die Wirtschaft aufgrund der Auswirkungen des neuartigen Coronavirus weiter abschwächen. "Die Geldpolitik kann nicht jedes Problem lösen, und es liegt in der Verantwortung der Regierung, Virusinfektionen einzudämmen und die Einkommen der Betroffenen zu kompensieren. Aber die Bank of Japan hat auch eine Rolle als Zentralbank zu spielen", sagte Gouverneurs Haruhiko Kuroda.

Die japanische Zentralbank hatte am Vortag beschlossen, ihre Aktienkäufe zu verdoppeln, um auf die jüngste Marktinstabilität zu reagieren. Sie richtete auch eine neue Kreditfazilität ein, in deren Rahmen Geschäftsbanken kostengünstige Mittel von der BoJ ausleihen und Kredite an betroffene Unternehmen vergeben können.

07:16 Uhr

Dax - zwischen Gegenbewegung und "uninvestierbar"

Händler rechnen nach dem Einbruch der Börsen gestern mit einer Gegenreaktion. Allerdings werde es weiter starke Schwankungen geben - Ausschläge von 800 Punkten im Dax seien fast das normale Tagesgeschäft. "Von Versuchen einer Bodenbildung wollen viele noch nicht sprechen", sagt ein Händler. Es gebe zwar Schnäppchenjäger, die meisten würden den Markt aber als "uninvestierbar" bezeichnen. Erst fallende Ansteckungsraten würden den Boden einleiten.

Dax
Dax 12.642,97

Die Panikverkäufe an Wall Street mit einem 13-Prozent-Crash zeigten, dass ein Einpreisen der aktuellen Informationen kaum möglich sei. Selbst Gold wurde verkauft, weil Investoren Liquidität benötigen.

Hinzu kommt die Angst vor kompletten Börsenschließungen, bei denen Anleger auf ihren Aktien sitzenbleiben müssen. Den Anfang haben bereits die Phillipinen gemacht. Logisch ist dies nach Ansicht vieler Marktteilnehmer, da auch die Länder ihr Alltagsleben herunterfahren.

Im Börsenfokus stehen nun weitere Notenbank-Erleichterungen, aber vor allem die Hoffnung auf konzertierte Konjunkturpakete.

Bei den Unternehmen werden viele Anträge auf Staatshilfe erwartet. Im Fokus im Tagesverlauf steht vor allem der ZEW-Index als Stimmungsbarometer der deutschen Wirtschaft.

07:10 Uhr

US-Airlines wollen mehr Hilfe als nach 9/11

Die US-Fluggesellschaften bitten die US-Regierung wegen der Coronavirus-Pandemie um finanzielle Unterstützung in Höhe von mehr als 50 Milliarden US-Dollar. Eine Summe, die dreimal so hoch ist, wie nach den Terroranschlägen vom 11. September.

Wie genau das Hilfspaket für die Branche aussehen soll ist derzeit Gegenstand von Beratungen der US-Regierung und des Kongresses. Das Paket könnte staatlich abgesicherte Kredit, Barzuschüsse oder die Befreiung von Steuern umfassen, heißt es von Insidern. "Wir werden die Fluggesellschaften zu 100 Prozent unterstützen", hatte US-Präsident Donald Trump gesagt.

 

06:52 Uhr

Roche liefert wöchentlich 400.000 Covid-19-Tests in USA

Der schweizerische Pharmakonzern Roche hat in den USA mit der Auslieferung von Covid-19-Tests begonnen. Die Lieferung der ersten 400.000 Test-Kits sei bereits am vergangenen Freitag angelaufen. Sie gehen an ein landesweites Netzwerk aus Krankenkäusern und Laboren, wie es in einer Mitteilung hieß. Der Cobas SARS-CoV-2 Test für die Krankheit Covid-19 wurde in der vergangenen Woche von der US-Gesundheitsbehörde FDA zugelassen. Das Unternehmen plant ein Liefervolumen von 400.000 pro Woche.

06:43 Uhr

Ökonomen richten Fokus auf Italien

Führende Ökonomen warnen angesichts der Ausbreitung des Coronavirus vor einer dramatischen Ausweitung der ökonomischen Krise. Ifo-Chef Clemens Fuest sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", dass es jetzt besonders wichtig sei, "dass zu den direkten Belastungen durch die Corona-Krise nicht noch eine Banken- oder Staatsschuldenkrise hinzukommt".

DIW-Chef Marcel Fratzscher mahnte: Italien sei das schwächste Glied in der Kette. "Ein Szenario wie 2008 oder 2012, als Italien kurz vor der Pleite stand, kann heute nicht mehr ausgeschlossen werden." Deshalb müssten EU und alle nationalen Regierungen ein gemeinsames Signal setzen, dass man auch den schwächsten Mitgliedern helfen werde. Käme Italien in Schieflage, "würde auch Deutschland einen riesigen wirtschaftlichen Preis dafür zahlen. Deshalb ist es auch im deutschen Interesse, dass Italien nicht in eine Finanzkrise abgleitet".

Auch Ifo-Chef Fuest forderte, die Regierungen der Eurozone sollten klar signalisieren, dass alle Länder, die krisenbedingt in finanzielle Schwierigkeiten geraten, auf die volle Solidarität der Gemeinschaft der Euro-Staaten zählen können.

06:19 Uhr

Qantas streicht Angebot radikal zusammen

Die australische Fluggesellschaft Qantas und ihr Billigflieger Jetstar werden wegen der Coronavirus-Pandemie ihre internationalen Flüge um 90 Prozent reduzieren. Grund ist die schwache Nachfrage. Die Aktion gilt vorerst bis mindestens Ende Mai.

Wie Qantas erklärte, spiegelt der Schritt hauptsächlich, welche Folgen die drastischen Quarantäne-Anforderungen für die Möglichkeit haben, in die Ferne zu reisen. Auch Inlandsflüge werden reduziert - um etwa 60 Prozent. 150 Flugzeuge blieben am Boden. Am Wochenende hatte die australische Regierung verkündet, dass sich alle Reisende nach ihrer Ankunft 14 Tage in heimische Quarantäne begeben müssen.