Der Börsen-TagEZB bei Inflationsschock machtlos
Frankreichs Notenbankchef Francois Villeroy de Galhau hat die Entschlossenheit der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Eindämmung der energiegetriebenen Inflation bekräftigt. Es sei jedoch noch zu früh, um über konkrete Termine für mögliche Zinserhöhungen zu sprechen, sagte das EZB-Ratsmitglied der italienischen Zeitung "La Stampa". Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran hat die Energiepreise stark steigen lassen. Die Währungshüter debattieren nun darüber, ob und unter welchen Umständen sie die Zinsen anheben müssen, um zu verhindern, dass diese Teuerung auf andere Waren und Dienstleistungen übergreift. "Wir sind bereit, in diese Richtung zu handeln, falls nötig", zitierte das Blatt Villeroy.
Der Notenbanker räumte ein, dass der Krieg die Inflationsaussichten verschlechtert habe und die EZB machtlos sei, einen kurzfristigen Schock zu verhindern. Ihre Aufgabe sei es jedoch sicherzustellen, dass sich kurzfristige Preissteigerungen nicht in einer breiteren Inflation niederschlügen. Villeroy, der im Juni aus dem Amt scheidet, merkte zudem an, dass die ungünstigen Inflationsszenarien der EZB die Auswirkungen möglicherweise überschätzten, da sie keine Reaktion der Notenbank berücksichtigten.