Der Börsen-TagEin Überflieger und die Sucht nach immer mehr
Der Dax kratzt wieder an der 25.000er-Marke. Nachdem er mit 24.901 Punkten ins Wochenende gegangen war, startete der deutsche Börsenleitindex mit leichten Aufschlägen und 24.933 Zählern in die neue Handelswoche.
Die Eskalation in den USA mit dem Tod eines weiteren US-Bürgers durch die Einwanderungsbehörde ICE beunruhigt viele Anleger. Angesichts der eskalierenden Gewalt in Minneapolis hat der demokratische Minderheitsführer im Senat, Chuck Schumer, angekündigt, ein umfangreiches Ausgabenpaket, über das in der kommenden Woche im Senat abgestimmt werden soll, zu blockieren. Hier sehen die Marktstrategen der DZ Bank ein Problem. Um den Senat zu passieren, benötige das Ausgabenpaket 60 Stimmen. Da die Republikaner derzeit nur über 53 Sitze verfügten, seien sie auf die Unterstützung der Demokraten angewiesen. Die innenpolitische Tragweite macht auch der Wirtschaft Sorgen: Am Wochenende forderten mehr als 60 CEOs von Firmen eine Deeskalation in Minnesota, darunter Cargill, Target und Unitedhealth.
Heute liegt das Augenmerk der Anleger etwa auf der Berichtssaison: So legt etwa der Airbus-Konkurrent Boeing seine Geschäftszahlen zum abgelaufenen Vierteljahr vor. Experten gehen davon aus, dass der Flugzeugbauer unter dem Strich das 14. Quartal in Folge einen Verlust erwirtschaftet hat. Das Hauptaugenmerk dürften Investoren daher darauf legen, wie der US-Traditionskonzern wieder aus der Krise kommen und seinen Barmittelzufluss steigern will. Auch die Produktion soll hochgefahren werden. Zugute kommen dürften Boeing dabei volle Auftragsbücher: Bei den Neubestellungen überholte der US-Konzern seinen europäischen Erzrivalen Airbus 2025 zum ersten Mal seit Jahren.
Daneben müssen sich die Social-Media-Konzerne Meta, TikTok und Youtube in einem wegweisenden Prozess in Kalifornien verantworten. In dem Verfahren geht es um den Vorwurf, die Plattformen der Unternehmen förderten psychische Krisen bei Jugendlichen. Klägerin ist eine 19-Jährige aus Kalifornien. Sie wirft den Firmen vor, sie durch das Design der Apps bereits in jungen Jahren süchtig gemacht zu haben, was zu Depressionen und Suizidgedanken geführt habe. Die Auswahl der Geschworenen soll heute beginnen.