Wirtschaft

Erstmals über 5000 DollarGoldrausch an der Wall Street hält an

26.01.2026, 23:58 Uhr
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Zwischenzeitlich wurde die Feinunze Gold für 5110,50 gehandelt. (Foto: REUTERS)

Die Woche hält einige interessante Termine bereit und die Wall Street startet mit leichtem Optimismus. Neben Aktien packen sich die Anleger aber auch krisensichere Edelmetalle ins Depot. Nicht nur der Goldpreis erreicht neue Höhen, sondern auch der von Silber.

In Erwartung wichtiger Firmenbilanzen und der anstehenden Zinsentscheidung der US-Notenbank ist die Wall Street mit Zugewinnen in die Woche gestartet. Der Standardwerteindex Dow Jones schloss am Montag 0,6 Prozent höher mit 49.412 Punkten. Der technologielastige Nasdaq rückte 0,4 Prozent auf 23.601 Zähler vor und der breit gefasste S&P 500 0,5 Prozent auf 6950 Stellen.

Mit Spannung blicken Investoren zudem auf die US-Notenbank Federal Reserve, die ihre zweitägige Sitzung am Dienstag beginnt. "Die in dieser Woche anstehenden Gewinne der großen Unternehmen dürften dazu beitragen, die Stimmung in Bezug auf den KI-Handel und den immer noch angeschlagenen Tech-Sektor zu beeinflussen, aber die Fed wird wahrscheinlich die Politik in den Schlagzeilen halten", sagte Chris Larkin vom Broker E-Trade.

Stärker als der Zinsentscheid am Mittwoch, bei dem die Fed wohl alles beim Alten belassen wird, steht derzeit die Spitzenpersonalie bei der Zentralbank im Fokus: US-Präsident Donald Trump könnte zeitnah zur Sitzung das gut gehütete Geheimnis lüften, wer dem noch bis Mai amtierenden Fed-Chef Jerome Powell nachfolgen soll. Anleger fürchten um die Unabhängigkeit der Zentralbank, nachdem das Justizministerium in diesem Monat eine Untersuchung gegen Powell eingeleitet hat.

Das in Krisenzeiten als "sicherer Hafen" geltende Gold überflog erstmals die Schallmauer von 5000 Dollar und verteuerte sich um bis zu 2,6 Prozent auf 5110,50 Dollar je Feinunze. Im Verlauf bröckelte der Preis auf 5502 Dollar ab. Auf Höhenflug blieb auch Silber, das am Freitag die Marke von 100 Dollar geknackt hatte. Zwischenzeitlich schoss der Preis für das Edelmetall um rund 14 Prozent nach oben und auf bis zu 117,69 Dollar. Auch hier sackte der Preis im Verlauf ab und lag zum Handelsschluss der Wall Street noch bei 104 Dollar. Experten führen den Run auf Edelmetalle unter anderem auf fallende Zinsen, geopolitische Konflikte, Käufe der Zentralbanken und ETF-Zuflüsse zurück.

Minenwerte im Vorteil

Die Goldpreisrally trieb auch Aktien von Minenbetreibern an. So stiegen Newmont um 1,3 Prozent. USA Rare Earth beflügelte eine mögliche Regierungsbeteiligung zusätzlich. Die Aktien schossen zeitweise auf rund 32 Dollar nach oben, am Ende gingen sie mit einem Plus von acht Prozent bei knapp 27 Dollar aus dem Handel. Der Firma zufolge strebt die US-Regierung im Rahmen eines 1,6 Milliarden Dollar schweren Fremd- und Eigenkapital-Investitionspakets eine 10-prozentige Beteiligung an.

Eine milliardenschwere Investition des US-Chipriesen Nvidia ermunterte Anleger zum Einstieg beim Cloud-Infrastrukturanbieter Coreweave. Die Papiere stiegen um 5,7 Prozent. Nvidia steckt zwei Milliarden Dollar in Coreweave. Der Cloud-Spezialist strebt an, bis 2030 mehr als fünf Gigawatt an KI-Rechenzentrumskapazität aufzubauen. Nvidia-Aktien gaben am Montag leicht nach.

Ein Joint Venture mit der Markenmanagementfirma WHP Global beflügelte Lands' End. Die Aktien der Modekette stiegen um ein Drittel. Lands' End bringt unter anderem seine Markenrechte ein und erhält von WHP einen Bruttoerlös von 300 Millionen Dollar in bar.

Aktien einiger Airlines standen unter Druck, nachdem viele Flüge nach einem massiven Wintersturm im Osten der USA annulliert werden mussten. Jetblue verlor 3,8 Prozent.

Aktien von Intel setzten ihre Talfahrt mit einem Minus von 5,7 Prozent fort. Am Freitag hatten sie den stärksten Rückgang seit fast 18 Monaten verzeichnet, nachdem die Gewinn- und Umsatzprognosen des Chipkonzerns unerwartet schwach waren.

Die Bilanzflut nimmt in den nächsten Tagen weiter zu. Unter anderem legen Apple und Microsoft Zahlen vor. Deren Aktien kletterten im Vorfeld um drei beziehungsweise ein Prozent. Auch Meta und Tesla werden ihre Bücher öffnen. Tesla verloren am Montag rund drei Prozent.

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Quelle: ntv.de, ino/rts

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