Der Börsen-TagErst "Silvester", nun der DAX-Kater?
Ein Großkampftag in der Berichtssaison liegt hinter dem DAX. Ein weiterer liegt vor ihm. Der deutsche Börsenleitindex schloss zur Wochenmitte 0,5 Prozent fester mit 15.230 Punkten – auch dank der Gewinnsträhne der Wall Street. Quartalszahlen kamen etwa von Bayer, Adidas, Siemens Healthineers, Eon, DHL und der Commerzbank. "Silvester ist nichts dagegen", kommentierte ntv-Börsenkorrespondent Frank Meyer.
Und auch im heutigen Handel dürften die Quartalsausweise der Konzerne für Kursimpulse und -bewegungen sorgen. Aus dem DAX meldet etwa das Schwergewicht Deutsche Telekom ihren Geschäftsausweis. Mit ermutigenden Zahlen der Tochter T-Mobile im Rücken legt der Bonner Konzern seine Quartalsbilanz vor. Ähnlich wie ihr US-Ableger werde wohl auch die Deutsche Telekom ihre Gesamtjahresziele anheben, prognostiziert DZ Bank-Analyst Karsten Oblinger. Dies hatte das Unternehmen auch in den beiden vorangegangenen Quartalen getan. Im Auftrag der Telekom befragte Analysten erwarten für das abgelaufene Vierteljahr einen Konzernumsatz von 27,56 Milliarden Euro und einen bereinigten operativen Gewinn von 10,47 Milliarden Euro.
Auch der Pharma- und Technologiekonzern Merck veröffentlich seine Quartalsbilanz. Analysten erwarten einen Rückgang des bereinigten operativen Gewinns (Ebitda) auf im Schnitt 1,38 Milliarden Euro. Vor Jahresfrist stand noch ein Ergebnis von 1,8 Milliarden zu Buche. Doch Merck leidet unter einer rückläufigen Nachfrage nach dem Corona-Boom der Vorjahre und einem schwachen Geschäft mit der Halbleiterbranche. Vorstandschefin Belen Garijo hatte deshalb im Sommer die Jahresziele gesenkt und setzt auf 2024. Dann will Merck wieder auf einen Wachstumskurs zurückkehren.
Daneben rückt auch Apple in den Fokus: Im Streit um eine 13 Milliarden Euro schwere Steuernachzahlung des Elektronik-Konzerns geben die Gutachter des Europäischen Gerichtshofs ihre Einschätzung bekannt. Das Gericht ist an diese Empfehlung zwar nicht gebunden, folgt ihr aber häufig. Der EU-Kommission zufolge hatte Irland, wo die Europa-Zentrale von Apple sitzt, dem Unternehmen eine unzulässig niedrige Steuerquote eingeräumt. Eine niedrigere europäische Instanz hatte einem Einspruch des US-Konzerns gegen die Nachzahlung stattgegeben. Weitere Wochentermine finden Sie hier.