Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagEs geht wieder um das liebe Geld

31.08.2026, 05:59 Uhr

Die Diskussionen über die weitere Zinspolitik der US-Notenbank Fed dürften in dieser Woche den Takt am deutschen Aktienmarkt vorgeben. Anleger rätseln derzeit, ob es - entgegen aller Erwartungen - auf der Sitzung am 16. September doch noch zu einer Zinserhöhung kommen könnte. Der am Freitag anstehende US-Arbeitsmarktbericht könnte neue Hinweise auf die geldpolitischen Pläne unter Fed-Chef Kevin Warsh bringen. Die Analysten der Commerzbank gehen davon aus, dass die Jobdaten im August eher gegen eine Zinserhöhung sprechen. Sie wären wohl nicht stark genug, um die Geldpolitiker von der Notwendigkeit höherer Zinsen zu überzeugen, hieß es in einer Kurzstudie. Damit könnte der Dax seinen Marsch in Richtung 27.000 Punkte fortsetzen - an den vergangenen fünf Handelstagen hat er mehr als zwei Prozent auf 26.570 Zähler zugelegt.

Zuletzt hatte sich der US-Arbeitsmarkt im Juli überraschend abgekühlt. Daniel Hartmann, Chefvolkswirt bei Bantleon, rechnet für August alles in allem mit einem "robusten, wenn auch nicht überbordenden Stellenaufbau". Die Fed, die für Vollbeschäftigung und stabile Preise sorgen soll, hatte den Leitzins Ende Juli in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen. Gleichzeitig mehrten sich in der US-Notenbank angesichts der hartnäckig hohen Teuerung jedoch die Rufe nach einer Zinserhöhung. Fed-Chef Kevin Warsh hat sich mit Blick auf den weiteren geldpolitischen Kurs bislang bewusst bedeckt gehalten.

In der Eurozone rücken vor allem die vorläufigen Zahlen zur Entwicklung der Inflation in den Fokus. Heute werden die deutschen Daten für August veröffentlicht, morgen die für den gesamten Euro-Raum. Aufgrund der durch den Nahost-Konflikt höheren Energiepreise dürfte die Inflation in der Eurozone laut Commerzbank spürbar von 2,9 Prozent im Juli auf 3,3 Prozent im August springen. Die Anleger stellen sich inzwischen darauf ein, dass die EZB bei ihrer Sitzung am 10. September die Zinsen wohl von 2,25 auf 2,50 Prozent schrauben wird. Die Wahrscheinlichkeit von sekundären Preiseffekten der teureren Energie auf andere Bereiche habe zugenommen und es zeichne sich immer noch keine Entspannung bei den Ölpreisen ab, sagte Robert Greil, Chefstratege bei Merck Finck. Die EZB hatte die Zinsen im Juni erstmals seit fast drei Jahren erhöht.

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Quelle: ntv.de