Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagEskalation ist nicht vom Tisch

22.01.2026, 05:59 Uhr

Die gestern mit Spannung erwartete Rede von US-Präsident Donald Trump auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos hat nicht die befreiende Wirkung gebracht, auf die Anleger gehofft hatten. Zwar sprach er sich im Streit um Grönland gegen den Einsatz von Gewalt aus, gleichzeitig ist die Drohung von Zöllen gegen mehrere europäische Staaten aber nicht vom Tisch. Der Dax hatte deshalb zur Wochenmitte erneut schwächer geschlossen und war mit einem Minus von 0,6 Prozent und einem Stand von 24.561 Punkten in den Feierabend gegangen. Am vergangenen Freitag hatte der deutsche Börsenleitindex noch nahe der 25.300er-Marke notiert, seitdem ging es rund zwei Prozent abwärts.

Heute soll Bundeskanzler Friedrich Merz auf dem WEF in Davos reden. Erwartet wird neben dem Werben für Deutschland als Investitionsstandort auch eine klare Positionierung gegenüber den US-Ansprüchen auf Grönland und den angedrohten neuen US-Strafzöllen. Der Kanzler dürfte darüber hinaus grundsätzliche Bemerkungen zum Zustand der transatlantischen Beziehungen machen und auf eine regelbasierte Weltordnung pochen.

Derweil erhoffen sich Investoren von der Veröffentlichung der EZB-Protokolle der jüngsten Zinssitzung Aufschluss über den weiteren Kurs. Die Währungshüter hatten im Dezember erneut eine Zinspause eingelegt. EZB-Chefökonom Philip Lane hat signalisiert, dass sich am Leitzins von 2,0 Prozent vorerst wohl nichts ändern wird, falls die Wirtschaft auf Kurs bleibt. Er zeigte sich zuversichtlich, dass sich die zuletzt auf 1,9 Prozent gesunkene Inflation nachhaltig beim EZB-Zielwert von 2,0 Prozent stabilisieren wird.

Unternehmensseitig blicken die Anleger auf frische Zahlen von der US-Berichtssaison: Dabei erhoffen sie sich von den Quartalszahlen des kriselnden Chipkonzerns Intel Hinweise auf eine Trendwende. Intel-Chef Lip-Bu Tan hatte vor Monaten den Abbau von etwa einem Viertel der Belegschaft angekündigt. Zudem warten sie auf Aussagen zum Verkaufsstart der neuen Prozessorgeneration "Panther Lake", die mithilfe einer hochmodernen Fertigungstechnik produziert wird. Das US-Unternehmen hat für das abgelaufene Quartal Erlöse zwischen 12,8 und 13,8 Milliarden Dollar sowie einen Gewinn von 0,08 Dollar je Aktie in Aussicht gestellt.

Quelle: ntv.de