Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagFällt das Kartenhaus in sich zusammen?

12.01.2026, 06:00 Uhr

Nach einem starken Jahresauftakt dürfte für die Dax-Anleger die Gewinnentwicklung der Unternehmen stärker in den Fokus rücken. Das Gros der Analysten zeigt sich aktuell optimistisch für 2026. "Diese hohe Einigkeit spricht zwar für eine positive Marktstimmung, erhöht vor dem Hintergrund bereits ambitionierter Bewertungen an den Aktienmärkten jedoch die Anfälligkeit für Enttäuschungen", sagt Portfoliomanager Martin Zurek von der Weberbank mit Blick auf die beginnende Bilanzsaison.

Geopolitische Risiken sind nach der Militäraktion der USA in Venezuela ebenfalls präsent. Trotz der daraus erwachsenden Risiken trugen Kursgewinne bei Rüstungsfirmen dazu bei, dass der deutsche Leitindex in der alten Woche die Schallmauer von 25.000 Punkten durchbrach und am Freitag bei 25.281 Zählern eine Rekordmarke setzte. Ins Wochenende war der deutsche Börsenleitindex dann mit 25.262 Punkten gegangen. Im laufenden Börsenjahr konnte der Dax bislang jeden Handelstag Gewinne verbuchen. Verteidigungsfirmen dürften Strategen zufolge gefragt bleiben, zumal US-Präsident Donald Trump deutlich höhere Militärausgaben ankündigte. "Zudem stützt die Hoffnung auf weiter tiefe Ölpreise, da nach der Militäraktion in Europa ein höheres Ölangebot erwartet wird, was wiederum die Inflationsraten in Schach halten dürfte", fassen die Strategen der LBBW zusammen.

In diesem Zusammenhang blicken Anleger auch auf den Iran. Nach wochenlangen Demonstrationen gegen das Regime ist das Land, das einer der wichtigsten Ölproduzenten ist, weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten. Hintergrund der Proteste sind die wachsende Not im Zuge der kriselnden Wirtschaft, eine galoppierende Inflation und Einschränkungen der politischen und sozialen Freiheiten.

Für die Märkte relevant ist die Frage, wie sich die Unternehmensgewinne entwickeln werden. Ein paar Antworten dürften mit dem Start der US-Berichtssaison aus dem Bankensektor kommen. Viele Indizes seien mittlerweile teuer, erläutern die Helaba-Strategen. Kursanstiege müssten somit durch entsprechende Verbesserungen der Gewinnperspektiven untermauert werden. "Andernfalls würden die Aktienmärkte über kurz oder lang vermutlich wie ein Kartenhaus zusammenfallen."

Am Dienstag öffnen Bank of New York Mellon und JP Morgan ihre Bücher. Zur Wochenmitte legen unter anderem Bank of America, Wells Fargo und Citigroup Zahlen vor. Am Donnerstag folgen die Bilanzen von Goldman Sachs und Morgan Stanley. Hierzulande geht es erst gegen Monatsende richtig los: lediglich die Ergebnisse von Südzucker stehen schon am Dienstag an. Die neue Konjunkturdatenwoche eröffnet aber zunächst das Barometer der Beratungsfirma Sentix für Januar.

Quelle: ntv.de