Intel legt nach Trump-Lob zuWall Street beendet die Woche mit sattem Plus

Die jüngsten Daten vom US-Arbeitsmarkt fallen durchwachsen aus, an der Wall Street kommen sie aber gut an: Zum Ende der Woche drehen die Indizes deutlich ins Plus. Nach einer überschwänglichen Äußerung von US-Präsident Trump sind unter anderem die Papiere von Intel gefragt.
Nach dem US-Arbeitsmarktbericht für Dezember haben sich die Anleger an der Wall Street optimistisch gezeigt. Der US-Standardwerteindex Dow Jones schloss 0,5 Prozent höher bei 49.504 Punkten. Der technologielastige Nasdaq rückte 0,8 Prozent auf 23.671 Zähler vor und der breit gefasste S&P 500 0,6 Prozent auf 6966 Stellen. In der abgelaufenen Woche legte der S&P damit 1,6 Prozent zu, die Nasdaq 1,9 Prozent und der Dow 2,3 Prozent.
Der US-Arbeitsmarkt hat vor dem Jahreswechsel gemischte Signale ausgesendet. Die Arbeitslosenquote ist im Dezember zwar überraschend deutlich gesunken, doch der Stellenaufbau läuft weiter nur schleppend. "Der US-Arbeitsmarkt verharrt damit im 'No Hire - No Fire'-Modus", sagte LBBW-Experte Dirk Chlench. "Da zudem die Inflationsrate für November 2025 überraschend niedrig ausgefallen ist, dürfte die US-Notenbank Fed im laufenden Jahr ihren Zinssenkungskurs fortsetzen." Die Job-Zahlen gelten als wichtige Orientierungshilfe für die Fed. Die Währungshüter versuchen, mit erhöhten Zinsen die Inflation einzudämmen, ohne die Konjunktur abzuwürgen. Im vergangenen Jahr hat die Fed den Leitzins in drei Schritten um insgesamt 0,75 Prozentpunkte gesenkt, auf eine Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent.
Bei den anderen Asset-Klassen hielt sich die Reaktion der Anleger in Grenzen. Der Dollar und US-Staatsanleihen zeigten sich mehr oder weniger stabil. Nur Silber weitete dank neu entflammter Spekulationen auf eine lockerere Geldpolitik seine Gewinne von gut einem Prozent auf 3,7 Prozent aus. Niedrigere Zinsen verringern die Opportunitätskosten für das Halten von Edelmetallen, die selbst keine Zinsen abwerfen.
Der Oberste Gerichtshof der USA hat unterdessen anders als vielfach erwartet kein Urteil zur Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump gefällt. Unter anderem an den Finanzmärkten war damit gerechnet worden, dass die Richter sich zum Wochenschluss zu den Zöllen äußern dürften. Die US-Regierung hatte sich am späten Donnerstag nach Angaben von Trumps Wirtschaftsberater Kevin Hassett telefonisch kurzgeschlossen, um potenzielle nächste Schritte nach einem Urteil zu besprechen. Wann die Entscheidung zu den Zöllen kommt, ist unklar. Das oberste US-Gericht teilt nicht vorab mit, welche Urteile es veröffentlicht.
Run auf Hypothekenfinanzierer
Gefragt bei den Einzelwerten waren unter anderem Aktien von Hypothekenfinanzierern. Loandepot, Rocket Companies und Opendoor Technologies legten zwischen knapp zehn und rund 20 Prozent zu. Trump hatte erklärt, er habe seine Vertreter angewiesen, Hypothekenanleihen im Volumen von 200 Milliarden Dollar zu kaufen, um die Wohnkosten in den USA zu senken.
Nach oben ging es auch für die Titel des Chipkonzerns Intel, die um 10,8 Prozent zulegten. Trump hatte erklärt, er habe ein "großartiges Treffen" mit Konzernchef Lip-Bu Tan gehabt. Die US-Regierung sei stolz auf ihren Einstieg bei Intel.
Ein Medienbericht über eine mögliche Übernahme durch den US-Pharmakonzern Merck beflügelte die Aktie des Biotech-Unternehmens Revolution Medicines. Die Papiere stiegen um 10,6 Prozent. Die "Financial Times" hatte berichtet, Merck sei in Gesprächen über einen Kauf des Krebsmedikamentenentwicklers zu einem Preis von bis zu 32 Milliarden Dollar. Am Donnerstag hatten die Titel nach einem Bericht des "Wall Street Journal" über das Kaufinteresse des Merck-Rivalen Abbvie um fast 30 Prozent zugelegt. Abbvie dementierte dies jedoch später.
Papiere von General Motors verloren 2,7 Prozent. Der Autobauer hatte mitgeteilt, Abschreibungen in Höhe von sechs Milliarden Dollar auf Investitionen in Elektrofahrzeuge zu verbuchen.