Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagFed darf Märkte auch mal überraschen

07.08.2026, 12:28 Uhr

Die US-Notenbank Fed darf sich nach den Worten von Alberto Musalem, dem Präsidenten der Federal Reserve Bank of St. Louis, bei ihren geldpolitischen Entscheidungen nicht von den Finanzmärkten leiten lassen. "Manchmal ist es vertretbar, die Märkte zu überraschen", sagte er. Die Zentralbank müsse sich ein eigenes Urteil bilden. "Wenn man der Meinung ist, dass es Zeit für eine geldpolitische Kursänderung ist, sollte man diesen Schritt vollziehen - unabhängig davon, was an den Märkten eingepreist ist", erklärte Musalem weiter.

Damit grenzte er sich von Fed-Chef Kevin Warsh ab. Dieser hatte bislang kaum Hinweise auf das weitere Vorgehen gegeben und erklärt, die Finanzmärkte müssten die geldpolitischen Aussichten selbst einschätzen. Musalem sprach sich zudem nach eigenen Angaben bei der Sitzung in der vergangenen Woche für eine Zinserhöhung der US-Notenbank aus. "Der Leitzins ist unser wichtigstes geldpolitisches Instrument, und ich habe mich bei der Sitzung für eine Anhebung um 25 Basispunkte ausgesprochen", sagte er. Frühzeitige, schrittweise Zinserhöhungen seien vorzuziehen und weniger einschneidend als spätere, abruptere Schritte. Wenn die Geldpolitik auf dem aktuellen Niveau bleibe, bestehe die Wahrscheinlichkeit, dass die Inflation im kommenden Jahr deutlich über dem Zielwert von zwei Prozent verharre.

Quelle: ntv.de