Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagGas-Rationierungen? Porsche mal zwei? Das wird für den DAX wichtig

05.12.2022, 06:25 Uhr

Die Sorgen rund um die Themen Zinsen und Konjunktur dürften die DAX-Anleger in der neuen Börsenwoche weiter umtreiben. Börsianer sind zum Jahresende zwar etwas weniger pessimistisch als kurz nach dem Kriegsausbruch in der Ukraine, dennoch stehen der deutschen Wirtschaft Experten zufolge schwierige Monate bevor. "Ein wirtschaftlicher Kollaps wie nach der Finanzkrise ist unwahrscheinlich geworden", fasst Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer zusammen. "Die Ersten hoffen sogar, dass es nun nicht einmal zu einer milden Rezession kommt." Das liege vor allem am milden Winterverlauf, der die befürchteten Gasrationierungen unwahrscheinlicher gemacht hat, und den staatlichen Entlastungspaketen. Das hatte den Aktienmärkten Rückenwind verliehen. Doch die Aussichten auf das kommende Jahr seien nicht gerade rosig. "Denn mit den massiven Zinserhöhungen der Notenbanken in fast allen Industrieländern hat sich einer der klassischen Konjunkturtreiber deutlich verschlechtert", erläutert Krämer.

In der vergangenen Handelswoche hatten am Freitag besser als erwartet ausgefallene US-Arbeitsmarktdaten dazu geführt, dass der DAX zum Wochenschluss lediglich leicht fester geschlossen hatte. Der deutsche Börsenleitindex hatte sich mit einem Aufschlag von knapp 40 Zählern oder 0,2 Prozent auf 14.529 Punkte ins Wochenende verabschiedet. Die positive Serie mit acht Gewinnwochen in Folge fand damit ein Ende - auch wenn das Wochenminus nur knapp 0,1 Prozent betrug.

In dieser Woche gibt es frische Konjunkturdaten satt. Heute stehen die Sentix-Stimmungsindikatoren aus der Euro-Zone auf der Agenda. Indes dürfte sich zeigen, dass die deutsche Industrie mehr und mehr den weltweiten Abschwung zu spüren bekommt. Daneben gibt es jede Menge Einkaufsmanager-Daten für das nicht-verarbeitende Gewerbe - etwa aus Deutschland, Italien, Frankreich, Großbritannien, der EU und am Nachmittag auch aus den USA. Jenseits des Atlantiks werden darüberhinaus auch frische Zahlen zu den Auftragseingängen in der Industrie veröffentlicht sowie der ISM-Index für das nicht-verarbeitende Gewerbe.

Unternehmensseitig bekommt der DAX ein Facelifting - aber erst nach Börsenschluss: Der Name Porsche könnte im deutschen Leitindex dann doppelt vertreten sein. Wenn die Deutsche Börse über Auf- und Absteiger in ihren Auswahlindizes entscheidet, hat die Porsche AG gute Chancen auf einen Sprung in die erste Liga. Der Stuttgarter Sportwagenbauer hatte erst im September sein Börsendebut gefeiert. Der Ausgabepreis hatte bei 82,50 Euro gelegen, mittlerweile notiert die Aktie bei 107 Euro. Bereits im DAX vertreten ist VW-Großaktionär Porsche SE. Die Titel notierten zuletzt bei 59 Euro. Zumindest vom Kursniveau her herrscht deswegen momentan kaum Verwechslungspotenzial. Für die Index-Mitgliedschaft maßgeblich ist die Rangliste nach der Marktkapitalisierung des Streubesitzes. Wirksam werden sie zum 19. Dezember.

Quelle: ntv.de