Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagGibt es den DAX-Befreiungsschlag?

15.01.2024, 06:30 Uhr

Der ungewisse Zinskurs der großen Notenbanken dürfte die Kauflaune der Dax-Anleger in der neuen Woche bremsen. Analysten hoffen nach dem trägen Jahresstart auf neue Impulse durch die Berichtssaison. Diese nimmt hierzulande jedoch erst im Februar so richtig Fahrt auf. Bis dahin gilt am Aktienmarkt wohl: Kleine Brötchen backen. Die Fortsetzung der Aufwärtsbewegung vom Jahresende lasse noch auf sich warten, sagt Christian Henke vom Broker IG. Um den Weg nach oben freizumachen, wäre ein beherzter Sprung über das Rekordhoch von 17.003 Zählern erforderlich.

Das hatte der DAX Mitte Dezember markiert, nachdem die Anleger zunehmend auf rasche Zinssenkungen der US-Notenbank Fed und der Europäischen Zentralbank gesetzt hatten. Zum Jahresultimo verbuchte der Dax ein Plus von rund 20 Prozent. Die Euphorie ist jedoch längst verflogen. Seit Jahresbeginn dümpelt der deutsche Leitindex dahin. Zwar kann er am Freitag rund ein Prozent zulegen und über der 17.400er-Marke schließen. Auf Wochensicht steht aber erneut ein Minus in den Büchern, das zweite in Folge.

Vertreter der Fed und der EZB signalisierten unlängst, dass es doch länger dauern könnte, bis die Notenbanken die Zinswende tatsächlich einleiten. Anleger hatten zuletzt mit ersten Schritten im März oder April gerechnet. Entscheidend dafür seien die Inflations- und Konjunkturdaten der kommenden Wochen, erklärten die Währungshüter unisono.

In den Blick vieler Investoren dürften daher die heutigen Zahlen zur Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Deutschland im vergangenen Jahr rücken. Von Reuters befragte Experten rechnen mit einem Minus von 0,3 Prozent. Erwartet wird, dass die Statistiker auch eine erste Schätzung für das vierte Quartal liefern. Nach Ansicht von Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck, dürfte diese zeigen, dass die Wirtschaftsleistung leicht geschrumpft ist und sich Deutschland damit in einer technischen Rezession befindet. Spätestens zur Jahresmitte sollte die Wirtschaft jedoch wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren, meint Greil.

Darüber hinaus werden die Investoren auch ein Auge auf die heute in den USA beginnenden Vorwahlen für den republikanischen Präsidentschaftskandidaten haben. Die finale Nominierung findet im Sommer statt. In einer Umfrage führt der ehemalige US-Präsident Donald Trump mit 49 Prozent vor der früheren UN-Botschafterin, Nikki Haley, mit zwölf Prozent. Der Gouverneur von Florida, Ron de DeSantis, kommt auf elf Prozent. Weitere Wochentermine finden Sie hier.

Quelle: ntv.de