Der Börsen-TagGroßkampftag steht an
Der Dax bewegt sich wieder über der 24.000er Marke. Das gestrige Geschäft beendete der deutsche Börsenleitindex mit einem Aufschlag von 0,5 Prozent und 24.058 Punkten. Charttechnisch befindet er sich damit in einer interessanten Lage, die weiteres Aufwärtspotenzial bietet. Es müssen aber ein paar Themen mitspielen. Und von denen gibt es heute einige.
So legen beispielsweise die Wirtschaftsweisen ihr Jahresgutachten zur Konjunktur für die Bundesregierung vor. Bisher sagen die fünf Sachverständigen für 2025 nur eine Stagnation und für 2026 ein Wirtschaftswachstum von 1,0 Prozent voraus.
Aber vor allem von der Unternehmensseite steht einiges auf der Agenda, im Blick sollten Anleger vor allem die Aktien von Siemens, Bayer und Infineon behalten. So berät etwa der Siemens-Aufsichtsrat über die Bilanz des Münchner Technologiekonzerns, vor allem aber über dessen Strategie für die nächsten Jahre. Mit Spannung erwartet wird vor allem, wann, wie und wie weit sich Siemens aus seiner Medizintechnik-Tochter Siemens Healthineers zurückziehen will. Insidern zufolge soll ein Teil des 70-Prozent-Aktienpakets den eigenen Aktionären in die Depots gebucht werden. Den Rest könnte Siemens behalten, um mögliche weitere Zukäufe im Kerngeschäft zu finanzieren.
Der Pharma- und Agrarkonzern Bayer legt seinen Bericht zum dritten Quartal vor. Analysten erwarten im Schnitt einen bereinigten operativen Gewinn (Ebitda) von 1,276 Milliarden Euro nach 1,251 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Im Fokus dürften jedoch erneut die Fortschritte bei der Bewältigung der US-Klagewelle wegen des Unkrautvernichters Glyphosat stehen. Konzernchef Bill Anderson hatte zuletzt bekräftigt, die juristischen Risiken bis Ende 2026 deutlich senken zu wollen. Dabei sei "nichts vom Tisch", hatte Anderson gesagt und erneut mit einem Rückzug des Glyphosat-Geschäfts aus den USA gedroht. Zudem treibt er einen tiefgreifenden Konzernumbau voran, bei dem bereits rund 12.000 Stellen abgebaut wurden.
Bei dem Chipkonzern Infineon hoffen Anleger auf eine Erholung der Nachfrage. Infineon hat für das abgelaufene Quartal einen Umsatz von 3,9 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Es wäre der erste währungsbereinigte Zuwachs im Jahresvergleich seit 2023. Mit Spannung warten Börsianer zudem auf Aussagen zu den Auswirkungen des Streits rund um den Basischipspezialisten Nexperia auf den Münchener Konzern. Darüber hinaus interessieren sie sich für die Entwicklung bei Leistungshalbleitern für KI-Rechenzentren. Diese waren in den vergangenen Quartalen der Wachstumstreiber.