Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagIm Korrekturmodus: Das wird für den Dax heute wichtig

24.01.2022, 06:25 Uhr

Der Dax hat am Freitag bereits seine zweite Verlustwoche in diesem Jahr eingefahren: Zum Wochenschluss ging es für den deutschen Börsenleitindex noch einmal 1,9 Prozent oder mehr als 300 Punkte abwärts. Der Dax schloss bei 15.604 Punkten, nachdem er im Tagestief bereits bei 15.457 Zählern notiert hatte. Die Handelsspanne betrug knapp 270 Punkte und zeigt, wie nervös der Markt aktuell ist. Zum Vergleich: Das Jahr 2021 hatte der Leitindex mit einem Stand von 15.885 Stellen beendet. Eine schwache Wall Street hinterließ erneut ihre Spuren. Vorbörslich wird der Dax zunächst wiederum schwächer mit 15.540 Zählern taxiert.

Die Inflationssorgen, die die Spekulationen über eine raschere Zinserhöhung in den USA befeuern, bestimmten den Handel in der Vorwoche. Mit Spannung wird deshalb die Entscheidung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) zur Geldpolitik erwartet. "Die Inflations- und Zinssorgen werden so schnell nicht verschwinden", warnte Craig Erlam, Marktanalyst des Brokerhauses Oanda. Sollte die Fed für März eine Zinserhöhung um mehr als einen Viertelprozentpunkt signalisieren, müsse mit weiteren Kursverlusten am Aktienmarkt gerechnet werden. In den vergangenen Tagen verlor der Dax insgesamt rund 1,5 Prozent und stand vor seinem zweiten Wochenverlust in Folge.

Im Fall eines Signals für einen überraschend großen Zinsschritt rechnen Experten mit einem erneuten Ausverkauf an den Anleihemärkten, der auf Aktien überschwappen könnte. Die Rendite der richtungweisenden zehnjährigen US-Bonds hatte in der alten Woche ein Zwei-Jahres-Hoch von plus 1,902 Prozent erreicht. In ihrem Windschatten rentierten ihre deutschen Pendants erstmals seit fast drei Jahren wieder über null Prozent. Einen weiteren kräftigen Anstieg halten Analysten hier allerdings für unwahrscheinlich, weil die Europäische Zentralbank (EZB) im Gegensatz zur Fed noch weit von einer Zinserhöhung entfernt sei.

Ein weiterer Risikofaktor für die Aktienmärkte ist aus Sicht der Börsianer die Ukraine-Krise. Denn bei einem Einmarsch Russlands in das Nachbarland werde der Westen mit wirtschaftlichen Sanktionen antworten, sagte einer von ihnen. Erschwerend komme hinzu, dass so eine Konfrontation die ohnehin prekäre Energieversorgung Europas verschärfen würde.

Der Fed-Entscheid drängt die anstehenden Konjunkturdaten zunächst in den Hintergrund. Zu Wochenbeginn gibt es zahlreiche Einkaufsmanagerindizes zum verarbeitenden und nicht-verarbeitenden Gewerbe, etwa aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, der EU und am Nachmittag auch aus den USA. Der Zentralverband der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie veröffentlicht seinen Ausblick für die konjunkturelle Entwicklung der Branche. Der Bundesbank-Monatsbericht steht ebenso auf der Agenda wie der Chicago Fed National Activity Index (CFNAI) in den USA. Nach US-Börsenschluss öffnet darüber hinaus IBM seine Bücher und eröffnet damit den Zahlenreigen zahlreicher US-Technologieunternehmen in dieser Woche.

Quelle: ntv.de