Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagIst der Tech-Absturz zu stoppen?

29.06.2026, 05:59 Uhr

An der Frankfurter Börse dürften die Anleger auch in dieser Handelswoche wachsam bleiben. Im Fokus stehen dabei weiter Sorgen über die Geldpolitik und die weiteren Entwicklungen in der KI-Branche. "Von einer Sommersorglosigkeit kann keine Rede sein", sagt Timo Emden vom Analysehaus Emden Research. "Anleger dürften auf der Suche nach dem Kompass in einem von Unsicherheit geprägten Umfeld bleiben." In der alten Woche blieb der Weg für den Dax zurück über die Schwelle von 25.000 Punkten steinig. Trotz der geopolitischen Entspannung im Nahen Osten und sinkender Ölpreise wagten sich die Investoren kaum aus der Deckung. Der deutsche Leitindex schloss am Freitag mit 24.671 Punkten rund ein Prozent unter dem Vorwochenschluss.

Für Verunsicherung sorgte zuletzt eine Verkaufswelle bei KI- und Halbleiterunternehmen. Angesichts der Spekulationen über eine bevorstehende Zinserhöhung der US-Notenbank zeigten sich Anleger zunehmend besorgt über die hohen, schuldenfinanzierten Ausgaben für Künstliche Intelligenz (KI). Analysten bezeichneten den jüngsten Ausverkauf im US-Techsektor allerdings als nicht überraschend, angesichts des Ausmaßes der zuvor angehäuften Kursgewinne. Ob die Käufer zurückkehren, dürfte von den Gewinnen der Technologieunternehmen und den Aussichten für die US-Wirtschaft abhängen.

Das Highlight in dieser Konjunkturdatenwoche ist der US-Arbeitsmarktbericht, der an einem Donnerstag und damit einen Tag früher als sonst veröffentlicht wird. Denn am Freitag bleiben die Börsen in den USA wegen des bevorstehenden Feiertags Independence Day am 4. Juli geschlossen. Die Beschäftigung in den Vereinigten Staaten hat nach einer schwächeren Phase zuletzt drei Monate hintereinander kräftig zugelegt. Für Juni dürften erneut solide Zahlen gemeldet werden, prognostiziert Commerzbank-Ökonom Vincent Stamer.

Der Experte zeigt sich jedoch zurückhaltend. "Ähnlich wie wir die schlechteren Zahlen im Herbst relativiert hatten, sehen wir die jüngste mancherorts herrschende Begeisterung nach den letzten Berichten als etwas übertrieben an", sagt er. "Das Gesamtbild des US-Arbeitsmarktes erscheint uns als solide, aber auch nicht mehr." Am Mittwoch könnten die ADP-Daten zur Privatwirtschaft bereits einen Vorgeschmack auf die offiziellen Jobdaten liefern. Sollte sich der Stellenmarkt wie schon im Mai besser als erwartet entwickeln, könnte das die letzten noch bestehenden Hoffnungen auf sinkende Zinsen zerstören.

Die komplette Terminvorschau für diese Woche finden sie hier.

Quelle: ntv.de