Der Börsen-TagItalien drückt den Euro

Wenige Stunden vor der geplanten Vorstellung des italienischen Haushaltsplans rutscht der Euro unter die Marke von 1,17 Dollar und tendiert 0,4 Prozent schwächer bei 1,1687 Dollar. Dazu dürfte allerdings auch die Zinserhöhung in den USA beitragen.
Die Tageszeitung "La Stampa" berichtet, der parteilose Wirtschafts- und Finanzminister Giovanni Tria sei wegen des Streits über den Haushaltsentwurf bereit, seinen Rücktritt einzureichen. Eine Sprecherin Trias dementiert dies. Gleichzeitig machten laut Börsianern Spekulationen die Runde, dass die für 18:00 Uhr geplante Kabinettssitzung, in der die Entscheidung über den Haushalt fallen soll, verschoben werden könnte.
Am Rentenmarkt hinterlässt die Unruhe ebenfalls ihre Spuren. Die Kurse der zehnjährigen italienischen Anleihen fallen, die Rendite steigt auf 2,949 Prozent nach 2,842 Prozent im Schlussgeschäft des Vortages. Die Mailänder Börse verliert 1,7 Prozent.
In den vergangenen Tagen hatte die Erwartung auf EU-konforme Ausgaben die Staatsanleihen des Landes noch gestützt. Wirtschaftsminister Tria hatte wiederholt angekündigt, Italien werde an die Märkte ein Signal der Nachhaltigkeit senden. Börsianer rechneten daher damit, dass die Neuverschuldung 2019 um die zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts betragen dürfte. Insider erklärten gestern Abend aber, die Regierungsparteien wollten ein Haushaltsdefizit von 2,4 Prozent.
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