Der Börsen-Tag

Der Börsen-Tag"Keine Entwarnung": Trump, die Fed und SAP

26.01.2026, 06:00 Uhr

Der weitere geldpolitische Kurs der US-Notenbank könnte in dieser Woche für den Dax zum Zünglein an der Waage werden. Analysten rechnen zwar nicht damit, dass die Fed bei der nächsten Zinsentscheidung am Mittwoch ihre Lockerungspolitik fortsetzen wird. Sie erhoffen sich aber neue Hinweise darauf, wie die Notenbanker in den kommenden Monaten agieren werden.

Die Federal Reserve hatte den Leitzins im Dezember um einen Viertelprozentpunkt auf die aktuelle Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent gesenkt und dies vor allem mit dem schwachen Jobmarkt begründet. Seit seinem Amtsantritt vor rund einem Jahr fordert US-Präsident Donald Trump von der Fed deutliche Zinssenkungen. Er wirft der Notenbank vor, mit ihrer Politik die Wirtschaft zu bremsen. Wiederholt hat Trump über eine Entlassung Powells spekuliert. Powells Amtszeit als Fed-Chef endet im Mai. Er war 2018 von Trump berufen worden. Laut US-Finanzminister Scott Bessent könnte der US-Präsident bereits in dieser Woche eine Entscheidung über den nächsten Vorsitzenden der US-Notenbank treffen.

Die Anleger blicken zugleich weiterhin auf die Entwicklungen im Streit um Grönland. Dieser setzte die Börsen zuletzt unter Druck: Am Freitag hatte der Dax mit 24.901 Punkten geschlossen und damit fast zwei Prozent unter dem Vorwochenschluss. "Zwar beruhigte sich die Lage zuletzt, da der US-Präsident beim Wirtschaftsforum in Davos von seinen Androhungen bezüglich Grönlands sowie den Strafzöllen wieder abrückte. Nach einhelliger Meinung kann jedoch keine Entwarnung gegeben werden", so die Experten der Helaba.

Auf der Unternehmensseite läutet Europas größter Softwarekonzern SAP am Donnerstag mit seinen Geschäftszahlen für 2025 die heiße Phase der deutschen Bilanzsaison ein. In den USA geht die Bilanzflut weiter. Erwartet werden am Dienstag unter anderem die Zahlen von General Motors, Texas Instruments, UnitedHealth und Boeing. Am Mittwoch folgen die mit Spannung erwarteten Zahlen von Microsoft, Meta und Tesla. Am Donnerstag gewähren unter anderem Apple, Visa und Mastercard und Lockheed Martin einen Blick in ihre Bücher. Am Freitag stehen die Bilanzen von Chevron, Exxon Mobil, Colgate-Palmolive und Verizon an.

Die Konjunkturdatenwoche eröffnet aber heute der Ifo-Index, der die Stimmung in den deutschen Chefetagen widerspiegelt. Analysten sagen für Januar einen leichten Anstieg des Barometers voraus.

Quelle: ntv.de