Der Börsen-TagKommt die nächste Abverkaufsrunde?
Mit einer Handelsspanne von etwas mehr als 500 Punkten ist der DAX in die neue Handelswoche gestartet. Den Abverkauf vom Freitag, wo der deutsche Börsenleitindex 420 Zähler oder 2,7 Prozent eingebüßt hatte, konnte er gestern zumindest etwas bremsen. Aus dem Handel verabschiedete sich der DAX mit einem Abschlag von gut 2 Prozent und nahe der 17.300-Punkte-Marke. Deutlicher fielen die Verluste in Tokio aus, wo der Leitindex Nikkei um 12,5 Prozent abgesackt war. Auch die Wall Street meldete erneut Kursrückgänge, vor allem im Tech-Sektor.
Ob sich der DAX heute weiter stabilisieren kann? Impulse dazu könnte die Berichtssaison liefern. So öffnet etwa Bayer die Bücher: Bei der Quartalsbilanz des Pharma- und Agrarkonzerns stehen vor allem die Fortschritte bei der Einführung des neuen Organisationsmodells von Vorstandschef Bill Anderson im Fokus. Damit ist auch ein erheblicher Personalabbau verbunden, vor allem zulasten vieler Führungskräfte. Auf wie viele Stellen es dabei hinausläuft, hat Bayer bislang nicht bekanntgegeben. Im ersten Quartal wurden aber schon 1500 Stellen abgebaut. Der Konzern hatte im Mai wegen zunehmender Währungseffekte seine Jahresziele gesenkt und zuletzt einen bereinigten operativen Gewinn (Ebitda) von 10,2 bis 10,8 (Vorjahr: 11,7) Milliarden Euro prognostiziert. Für das zweite Quartal rechnen Analysten im Schnitt mit einem Ergebnisrückgang um fast 18 Prozent auf 2,077 Milliarden Euro.
Bei dem Online-Modehändler Zalando richten Investoren ihr Augenmerk auf das wachstumsstarke Geschäft mit Unternehmenskunden. Hier stellt Zalando anderen Modefirmen seine Technologie und Infrastruktur zur Verfügung. Außerdem hoffen Börsianer auf eine fortgesetzte Erholung des über die Plattform gehandelten Brutto-Warenvolumens (GMV).
Eine anhaltende Reiselust der Verbraucher und Sport-Großereignisse wie die Fußball-Europameisterschaft oder die Olympischen Spiele haben dem Zimmervermittler Airbnb voraussichtlich ein erneutes Umsatzplus beschert. Analysten erwarten einen Anstieg der Erlöse um gut zehn Prozent auf 2,74 Milliarden Dollar. Gleichzeitig steigt der politische Druck auf Airbnb & Co, weil die boomende Nachfrage nach Feriendomizilen vielerorts die Wohnungsnot verschärft. Vor allem in Spanien gibt es Proteste.
l