Der Börsen-TagNach dem Kampfjet-Aus steht auch das MTU-Triebwerksprojekt schwer auf der Kippe
Nach dem Aus für den gemeinsamen europäischen Kampfjet FCAS steht auch die zugehörige Triebwerkskooperation der französischen Safran und der Münchner MTU Aero Engines in Frage. Das Gemeinschaftsunternehmen sei nur noch bis September finanziert, sagte Safran-Chef Olivier Andries.
Die französische Dassault Aviation will nach einem monatelangen Tauziehen um die Zukunft des Kampfjet-Projekts FCAS nun allein einen Kampfjet entwickeln, Deutschland sucht für Airbus nach einem alternativen Partner. Andries sagte, Safran könne nicht zwei komplett verschiedene Militär-Triebwerke der nächsten Generation entwickeln und werde dem Bedarf der französischen Armee den Vorrang geben.
Safran und MTU hatten - anders als Dassault und Airbus - reibungslos an dem Triebwerksprojekt zusammengearbeitet. Insider sagten, das Joint Venture werde ohne neues Geld voraussichtlich aufgegeben und die Ingenieure anderweitig eingesetzt - es sei denn, Frankreich und Deutschland entschieden sich für zwei weitgehend ähnliche Flugzeuge, in die das gleiche Triebwerk eingebaut werden könnte. Doch das halten Analysten für unwahrscheinlich.