Der Börsen-TagPanikartige Verkäufe im Halbleitersektor
Während sich an den asiatischen Aktienbörsen meist schwächere Trends durchsetzen, bleibt es beim Ausverkauf im Halbleitersektor wie schon am Vortag. Der südkoreanische Kospi bricht erneut ein, Händler sprechen von panikartigen Verkäufen im Halbleitersektor. Wie schon am Vortag wächst die Skepsis, ob die enormen KI-Investitionen tatsächlich ausreichende Renditen erwirtschaften werden. Belastet werden die Börsen zudem von steigenden Ölpreisen, nachdem im Nahen Osten erneut Kämpfe und wechselseitige Attacken ausgebrochen sind. Der Iran hatte einen überraschenden Angriff mit ballistischen Raketen auf US-Streitkräfte in der Region gestartet - die USA schlugen zurück.
Die Verunsicherung am Markt wird durch die am Abend anstehende Leitzinsentscheidung in den USA verschärft. Zwar dürfte die US-Notenbank das Zinsniveau bestätigen. Doch warnt CBA-Analystin Carol Kong: "Es gibt eine geringe Chance, dass die Mehrheit (des Offenmarktausschusses) für eine Anhebung der Zinsen stimmt." Falkenhafte Kommentare von der Fed nach der geldpolitischen Sitzung seien wahrscheinlich.
Höhere Zinsen wären auch für den Technologiesektor mit seinen hohen Kosten ein zusätzliches Problem. Mit den ohnehin bestehenden Zweifeln bricht der südkoreanische Kospi erneut ein - nach einem Vortagsabsturz von 11 Prozent nun um weitere 10,6 Prozent. Der Kurs des Chipriesen SK Hynix rauscht um weitere 18,5 Prozent südwärts, nachdem selbst ein Gewinnanstieg um das 13-fache im zweiten Quartal Anleger nicht zufrieden gestellt hat. Auch der technologielastige Taiex in Taiwan gibt über 4 Prozent nach. In Japan dreht der Markt im Verlauf ins Minus, der Nikkei büßt nun 3 Prozent auf 60.492 Punkte ein.