Der Börsen-TagPfund legt dank neuem Premier weiter zu
Am Devisenmarkt ist der neue britische Premierminister Andy Burnham mit Vorschusslorbeeren empfangen worden. Das Pfund Sterling steigt um bis zu 0,2 Prozent auf 1,3481 Dollar und setzt damit seinen Aufwärtstrend der vergangenen Wochen fort. Mit Blick auf den relativ reibungslosen politischen Übergang lösen Händler Wetten auf eine Abwertung der britischen Währung auf. Auch gegenüber dem Euro legt das Pfund zu; im Gegenzug gibt der Euro um 0,2 Prozent auf 84,86 Pence nach.
Die Kosten für die Aufnahme neuer Schulden steigen unterdessen erneut an. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen, sogenannter Gilts, liegt bei 4,98 Prozent und damit zwar unter ihrem Höchststand vom Mai, aber um knapp drei Basispunkte höher als am Vortag. Burnham war am Freitag zum Chef der sozialdemokratischen Labour-Partei gewählt worden und trat am Montag die Nachfolge von Keir Starmer an.
"All das deutet darauf hin, dass die Anleger davon überzeugt sind, dass die Bank of England ihr Inflationsziel erreichen und die Regierung die Staatsfinanzen nachhaltig gestalten wird", sagte Andrew Wishart, Ökonom bei Berenberg. "Die große Frage, die sich uns nun mit dem Amtsantritt von Andy Burnham stellt, ist, ob diese Annahmen auch weiterhin zutreffen werden." Im Fokus der Anleger steht nun insbesondere, wer an die Spitze des Finanzministeriums rückt.