Der Börsen-TagRauscht der DAX unter die 16.000?
Der DAX bewegt sich in dieser Woche bislang nur im Negativbereich: Drei Handelstage in Folge schloss der deutsche Börsenleitindex mit Verlusten. Mittlerweile wackelt auch die 16.000er-Marke wieder: Nachdem der DAX erst am vergangenen Freitag bei 16.427 Zählern ein neues Allzeithoch aufgestellt hatte, lag das Tagestief zur Wochenmitte bei 16.002. Negative Konjunkturaussichten und Aussagen von Fed-Chef Jerome Powell belasteten zur Wochenmitte. Aktuell wird der Leitindex zur Eröffnung noch über 16.000 Punkten taxiert.
In den Anlegerfokus rücken heute erneut die Notenbanken. Nachdem in der Vorwoche Fed und EZB am Zug waren, sind es nun die Schweizer Zentralbank, die Bank of England und die Türkische Zentralbank. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) ist am Vormittag am Zug. Erwartet wird eine weitere Anhebung um zumindest 0,25 Prozentpunkte, manche Ökonomen halten auch eine Erhöhung um 0,50 Prozentpunkte für möglich. SNB-Chef Jordan hat zuletzt in immer kürzeren Abständen seine Bereitschaft zu einer weiteren geldpolitischen Straffung angesichts der nach Ansicht der Zentralbank noch immer zu hohen Inflation betont.
Die Zeichen in Großbritannien stehen weiter auf Zinserhöhung. Experten gehen angesichts der hartnäckigen Inflation auf der Insel davon aus, dass die Währungshüter in London zum 13. Mal in Folge die geldpolitischen Zügel anziehen: Der Leitzins würde bei einer Erhöhung um weitere 0,25 Prozentpunkte auf 4,75 Prozent steigen. An den Finanzmärkten wird damit gerechnet, dass die Bank of England im weiteren Verlauf des Jahres nachlegen wird, um die Inflation in den Griff zu bekommen. Am Mittwoch hatte das Statistikamt ONS mitgeteilt, dass die Inflation im Mai überraschend bei 8,7 Prozent stagnierte. Ökonomen hatten dagegen einen Rückgang auf 8,4 Prozent vorausgesagt.
In der Türkei erwarten Analysten eine kräftige Zinserhöhung. Nach seiner Wiederwahl hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan eine Wende seiner umstrittenen Geld- und Finanzpolitik angedeutet. Auf Druck von Erdogan, der sich selbst als "Zinsfeind" bezeichnet, hatte die Notenbank trotz hoher zweistelliger Inflationsraten den Leitzins von 19 Prozent im Jahr 2021 auf aktuell 8,5 Prozent gesenkt. Analysten erwarten nun im Schnitt eine Erhöhung um 12,5 Prozentpunkte auf 21 Prozent. Die bisherige Zinspolitik hat eine Währungskrise ausgelöst, seit Jahresbeginn hat die Lira rund ein Viertel ihres Werts verloren.
Unternehmensseitig drängt sich mit Microsoft ein Börsenschwergewicht in den Blick: Vor einem Gericht in San Francisco startet die Anhörung zu der geplanten Übernahme des Videospiele Anbieters Activision Blizzard durch Microsoft. Vergangene Woche hatte ein Richter den 69 Milliarden Dollar schweren Deal vorübergehend auf Eis gelegt, um ein Urteil zur Klage der US-Wettbewerbsbehörde FTC gegen den Zusammenschluss abzuwarten. Die Unternehmen drängen zur Eile, da die Fusionsvereinbarung am 18. Juli auslaufe. Sollte der Deal längerfristig blockiert werden, müsste Microsoft eine Vertragsstrafe von drei Milliarden Dollar zahlen. Weitere Wochentermine finden Sie hier.