Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagReißt der DAX die 15.000?

28.09.2023, 06:30 Uhr

Nach den deutlichen Verlusten der Vortage hat sich der DAX zur Wochenmitte etwas stabilisiert. Er schloss "nur" 0,3 Prozent leichter bei einem Stand von 15.217 Punkten. Dennoch: Die Marktlage ist angespannt. Charttechnisch ist der deutsche Börsenleitindex angeschlagen. In der Vorwoche und an den beiden ersten Handelstagen dieser Woche hatte der DAX insgesamt rund vier Prozent abgeben müssen.

Für einen ersten Kursimpuls könnte das Statistische Bundesamt sorgen. Es legt die vorläufigen Preisdaten für September vor. Experten erwarten ein spürbares Nachlassen des Preisauftriebs: Die Jahresteuerungsrate dürfte auf 4,6 Prozent sinken, nach 6,1 Prozent im August. Dies dürfte auch an einem statistischen Effekt liegen, denn das nur von Juni bis August 2022 angebotene sogenannte Neun-Euro-Ticket fällt aus der Berechnung heraus. Die Europäische Zentralbank (EZB), die jüngst den Leitzins im Kampf gegen die Inflation nochmals anhob, strebt für den Euroraum eine Teuerungsrate von 2,0 Prozent an.

Daneben präsentieren die führenden deutschen Forschungsinstitute ihre Herbstprognose für die Wirtschaftsentwicklung. Insidern zufolge senken die Experten ihre Prognose für das Bruttoinlandsprodukt und erwarten in diesem Jahr nun ein Minus von 0,6 Prozent statt der im Frühjahr geschätzten 0,3 Prozent. Für 2024 wird nur noch ein Plus von 1,3 Prozent vorhergesagt nach bislang 1,5 Prozent. Bei der Inflation rechnen die Institute erst im nächsten Jahr mit einer merklichen Entspannung. Dann soll die Teuerungsrate auf 2,6 Prozent fallen nach durchschnittlich 6,1 Prozent in diesem Jahr.

Unternehmensseitig geht der größte Börsengang dieses Jahres in Frankfurt auf die Zielgerade. Heute werden die Aktien des Pharmaverpackungs-Herstellers Schott Pharma erstmals an der Börse gehandelt. Vorstandschef Andreas Reisse läutet den Handel gegen 9.15 Uhr symbolisch mit der großen Börsenglocke ein. Die Aktien werden zu 27 Euro ausgegeben, in der oberen Hälfte der Preisspanne, die von 24,50 bis 28,50 Euro reichte. Der Mainzer Glaskonzern Schott erlöst mit dem Verkauf von 23 Prozent der Anteile seiner Tochter 935 Millionen Euro, 200 Millionen davon steuert allein der Staatsfonds von Katar als Ankerinvestor bei.

Nach US-Börsenschluss öffnet der weltgrößte Sportartikelhersteller Nike die Bücher. Er hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2023/24 Analystenschätzungen zufolge ein moderates Umsatzplus von gut zwei Prozent verzeichnet, obwohl die wirtschaftliche Erholung in China lahmt und der US-Markt schwierig ist. Die "Air Force One"-Sneaker sind immer noch ein Verkaufsschlager. Experten befürchten aber, dass die inflationsgeplagten Verbraucher bald auch an Sportausrüstung sparen werden. Seit Jahresbeginn haben Nike-Aktien ein Viertel ihres Werts verloren. Weitere Wochentermine finden Sie hier.