Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagRheinmetall wird zur reinen Waffenschmiede

03.06.2026, 16:52 Uhr

Auf dem Weg zum reinen Rüstungskonzern ist Rheinmetall einen großen Schritt weitergekommen. Das Unternehmen gab in Düsseldorf bekannt, dass es einen Vertrag zum Verkauf des größten Teils seiner Kfz-Zuliefersparte an die Münchner Industrieholding Aequita unterschrieben hat. Die Transaktion soll im vierten Quartal vollzogen sein. Der Verkaufspreis liegt bei 350 Millionen Euro. In dem verkauften Unternehmensteil sind rund 6.200 Beschäftigte tätig, bei Rheinmetall verbleiben 34.000. 

Es geht um die sogenannten zivilen Aktivitäten, also Bauteile für Autos. Angesichts der schwachen Nachfrage nach Autos aus Europa ist dieser Geschäftszweig schon länger eine Wachstumsbremse für Rheinmetall, das mit seinem Militärgeschäft von einem Firmenrekord zum nächsten eilt. Die Verkaufsgespräche begannen bereits vergangenes Jahr, nun wurden Nägel mit Köpfen gemacht. 

Im Kfz-Werk in Neuss werden künftig Satelliten hergestellt

Die Kfz-Sparte kam 2025 auf einen Umsatz von zwei Milliarden Euro, das Waffengeschäft hingegen auf rund 10 Milliarden Euro. Das bisherige Kfz-Werk von Rheinmetall in Neuss wird schon jetzt schrittweise umgewidmet - dort werden künftig Satelliten und andere Rüstungsgüter hergestellt und keine Kfz-Bauteile mehr. Ein spanisches Werk soll ebenfalls umfunktioniert werden. 

"Wir konzentrieren uns auf das margenstarke Geschäft mit den militärischen Kunden, wo wir hervorragende Wachstumschancen haben", sagte Rheinmetall-Chef Armin Papperger. Man gebe die zivile Sparte "in gute Hände". "Die international erfolgreiche Industrieholding vereint viel Erfahrung im Bereich Industrial und Automotive mit einem Fokus auf Unternehmertum, Transformation und langfristige Perspektive." 

Quelle: ntv.de