Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagRüstungsriese geht an die Börse, Dax über die 25.000?

23.01.2026, 06:00 Uhr

Der Dax hat rechtzeitig vor dem Wochenschluss die Kurve gekriegt: Im gestrigen Geschäft gewann der deutsche Börsenleitindex 1,2 Prozent, schloss mit einem Stand von 24.856 Punkten. Aktuell wird an den Börsen eingepreist, dass US-Präsident Donald Trump förmlich und wie für den Marktstrategen Michael Brown von Pepperstone vorhersehbar die Zollandrohungen im Zusammenhang mit Grönland zurücknahm. Dies geschah nach einem "sehr produktiven" Treffen mit NATO-Generalsekretär Rutte, bei dem man sich auf einen "Rahmen" bezüglich Grönlands und des "Hohen Nordens" im Allgemeinen einigte. Während weitere Gespräche über die Details dieses Deals folgen werden, spielen diese Einzelheiten für die Finanzmärkte kaum eine Rolle. Der Kern der Sache ist, dass das geopolitische Risiko durch diese Nachricht unbestreitbar um mehrere Stufen gesunken ist.

Heute blicken die Anleger zunächst nach Tokio, denn Japans Notenbank dürfte nach der jüngsten Zinserhöhung diesmal stillhalten. Experten erwarten, dass die Bank of Japan (BOJ) den Leitzins bei 0,75 Prozent belässt. Nach einer lange Zeit auf Niedrigzinsen ausgerichteten Geldpolitik ist dies das höchste Niveau seit 30 Jahren. Es wird allerdings erwartet, dass die Währungshüter um BOJ-Chef Kazuo Ueda ihre Wachstumsprognose anheben. Zugleich könnten sie Bereitschaft zu weiteren Zinserhöhungen signalisieren, um den Inflationsdruck einzudämmen.

Unternehmensseitig strebt der tschechische Rüstungskonzern Czechoslovak Group (CSG) am Freitag in Amsterdam den wohl weltweit größten Börsengang der Branche an. Das Unternehmen mit Sitz in Prag will bis zu 15,2 Prozent der Anteile listen und damit rund 3,8 Milliarden Euro einnehmen. Diese fließen größtenteils an den Eigentümer Michal Strnad. Insgesamt wird das Unternehmen mit rund 25 Milliarden Euro bewertet. CSG zählt zu den am schnellsten wachsenden Rüstungskonzernen der Welt, stellt unter anderem Munition sowie schweres Gerät her und expandiert in das Geschäft mit Triebwerken. Parallel zum Debüt in den Niederlanden sollen die Aktien ab Freitag an der Prager Börse in tschechischen Kronen gehandelt werden.

Quelle: ntv.de