Wirtschaft

Gold auf neuem HöchststandUS-Anleger greifen bei Aktien kräftig zu

22.01.2026, 23:10 Uhr
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Angesichts der politischen Instabilität bleiben auch die Märkte volatil, sagen Beobachter. (Foto: REUTERS)

Trumps Kehrtwende bei den angedrohten Strafzöllen gegen europäische Handelspartner sorgt an der Wall Street weiterhin für gute Stimmung. Auch ermutigende Konjunkturdaten lassen die Kauflaune wachsen.

Die Entspannung im Zollstreit mit Europa und robuste Konjunkturdaten haben den US-Börsen weiter Auftrieb gegeben. Dass US-Präsident Donald Trump seine Drohung zurücknahm, Zölle gegen europäische Verbündete zu verhängen, sorgt weiterhin für Erleichterung. Trump hatte die Strafzölle als Druckmittel eingesetzt, um Grönland kaufen zu können, stellte dann aber überraschend eine Einigung in Aussicht. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,6 Prozent höher auf 49.375 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 rückte um 0,5 Prozent auf 6913 Zähler vor. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,9 Prozent auf 23.430 Stellen.

Angesichts der politischen Volatilität bleibt die Stimmung am Markt schwankungsanfällig. "Es ist sehr seltsam, jeden Tag als Vermögensverwalter aufzuwachen und nicht zu wissen, ob Weihnachtsmorgen oder Freitag der 13. ist", bringt es Gregg Abella, Chef von Investment Partners Asset Management, auf den Punkt. Die geopolitischen Spannungen erforderten eine stärkere Diversifizierung der Portfolios, um Risiken abzufedern.

Rückenwind kam am Donnerstag auch von der Konjunkturseite. Die US-Wirtschaft wuchs im dritten Quartal 2025 mit 4,4 Prozent etwas stärker als erwartet. Zudem stiegen die Konsumausgaben im November und Oktober solide an, während die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche geringer ausfiel als prognostiziert. Angesichts der robusten Wirtschaft und der hartnäckigen Inflation rechnen Marktteilnehmer damit, dass die US-Notenbank Fed bei ihrer Sitzung in der kommenden Woche die Zinsen unverändert lassen wird.

Krisenwährungen bleiben gefragt

Dass einige Anleger Zweifel an dem Frieden zwischen den USA und der Europäischen Union in der Grönland-Frage hegten, zeigte sich am Devisenmarkt. Der Dollar-Index bröckelte um rund 0,4 Prozent auf 98.787 Punkte ab. Die "Antikrisen-Währung" Gold verteuerte sich hingegen um knapp 1,5 Prozent auf 4922 Dollar je Feinunze und übersprang damit ihren erst am Vortag erreichten jüngsten Höchststand. Auch Silber und Platin erreichten mit rund 96 beziehungsweise 2636 Dollar neue Allzeithochs. Dies reflektiere eine weiterhin hohe geopolitische Angst der Anleger, erläuterte Jochen Stanzl von der Consorsbank.

Ein Medienbericht über Börsenpläne für die Chipsparte T-Head beflügelte die Aktie von Alibaba. Die in den USA notierten Papiere des chinesischen Online-Händlers legten um 5,5 Prozent zu. Gefragt waren auch die Titel des Konsumgüterherstellers Procter & Gamble, die trotz eines enttäuschenden Quartalsumsatzes um rund 2,7 Prozent vorrückten.

Unter Druck gerieten hingegen Abbott und GE Aerospace. Der Pharmakonzern und der Triebwerksbauer konnten mit ihren Geschäftszahlen nicht bei Anlegern punkten. Abbott Laboratories gaben um 10 Prozent nach, GE Aerospace um 7,7 Prozent..

Um weitere 2,1 Prozent nach unten ging es für Netflix. Der Filmstudio-Betreiber und Streaming-Anbieter Paramount Skydance hat die Frist seiner Übernahmeofferte für den Rivalen Warner Bros Discovery verlängert.

Weitere Entwicklungen des heutigen Börsentages können Sie hier nachverfolgen.

Quelle: ntv.de, ino/rts

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