Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagSteigender Ölpreis zieht Dax in die Tiefe

09.09.2026, 17:44 Uhr

Der deutsche Aktienmarkt ist zur Wochenmitte deutlich unter Druck geraten. Der Dax schloss bei 25.554 Punkten und damit um rund 1,7 Prozent tiefer. Nach einem stabilen Start oberhalb von 26.000 Punkten rutschte der Index ab dem späten Vormittag kontinuierlich ab. Der Euro-Stoxx 50 verlor 1,8 Prozent und schloss bei 6298 Punkten.

Auslöser für den Kursrutsch war die Eskalation im Nahen Osten. Die USA griffen fünf iranische Tanker in der Straße von Hormus an, woraufhin der Iran Gegenschläge ankündigte. Daraufhin sprang der Ölpreis über die Marke von 100 Dollar und die Renditen an den Anleihemärkten zogen mit. So notierten die zehnjährigen Bundesanleihen bei 3,40 Prozent und die zehnjährigen US-Papiere wieder bei über 4,80 Prozent. 

"Der steigende Ölpreis und hohe Anleiherenditen zerren am Dax", kommentierte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets. "Der Kampf um die Marke von 26.000 Punkten gestaltet sich für den Dax zunehmend schwerer. Der Blick der Anleger bleibt auf die Ölpreise gerichtet, bei denen sich die 100-Dollar-Marke als der neuralgische Punkt herausstellt, an dem Investitionsentscheidungen getroffen werden. Notierungen unterhalb lösen vereinzelte Käufe am Aktienmarkt aus und Kurse oberhalb verderben den Appetit der Anleger auf die Risikopapiere fast vollständig."

Die steigenden Energiepreise und ihre Folgekosten drücken laut Lipkow zum einen auf das Konsumklima. Zum anderen rufen sie die Notenbanken mit Leitzinserhöhungen auf die Agenda. Beides seien keine Kaufargumente für Aktien - "auch, weil die hohen Anleiherenditen als echte Anlagealternative den Aktienkursen gegenüberstehen". Viele Vermögensverwalter liebäugelten bereits mit Umschichtungen und sorgen so für Mittelabflüsse aus den Aktienmärkten.

Zur Lage in Deutschland schreibt Lipkow: "Die aktuelle geopolitische Gemengelage aus steigenden Energiekosten und Störungen der Lieferketten verhindert eine Fortsetzung der Konjunkturerholung in Europa und speziell in Deutschland. Die Rohstoffabhängigkeit ist hoch und die Unternehmen haben mit fallenden Margen zu kämpfen, die mittelfristig kaum durch weiteren Personalabbau oder andere Kostensenkungsmaßnahmen aufzufangen sind."

Einen wichtigen Unterschied sieht er zu den USA: "Die Stimmung an der Wall Street ist deutlich positiver als an den europäischen Finanzmärkten. Der Arbeitsmarkt ist robuster und der Konsum zeigt nur geringe Abkühlungserscheinungen. Zudem sorgen die Aktienkurse der Halbleiter- und KI-Unternehmen für gute Laune und kompensieren so auch die steigenden Renditen an den Anleihemärkten."

Mit Blick auf die nächsten Tage bleibt die Geldpolitik entscheidend. Am Donnerstag entscheidet die Europäische Zentralbank. Eine Anhebung um 25 Basispunkte gilt als ausgemacht, im Fokus steht der Ausblick von Präsidentin Christine Lagarde.

Auf Unternehmensseite spiegelt sich das Bild in den Tops und Flops wider. Zu den größten Gewinnern im Dax zählten RWE mit einem Plus von 1,5 Prozent sowie SAP mit plus 0,5 Prozent. Zu den Flops zählten MTU Aero Engines und Heidelberg Materials mit minus 3,2 Prozent bzw. 3,3 Prozent Minus. Rheinmetall verloren knapp vier Prozent.

Das war der Börsen-Tag vom Mittwoch. Wir verabschieden uns und wünschen einen erholsamen Feierabend. Morgen geht es an dieser Stelle munter weiter. Wir würden uns freuen, wenn Sie wieder dabei wären!

Quelle: ntv.de