Der Börsen-TagUniCredit rechnet fest mit Commerzbank-Deal
Die UniCredit rechnet fest mit einer Übernahme der Commerzbank. "Die Commerzbank entwickelt sich von einer attraktiven Finanzbeteiligung zu einer strategischen Transaktion mit substanziellem industriellen Wert durch die Umsetzung unserer bewährten Blaupause", so der Chef der italienischen Großbank, Andrea Orcel. Mit den Genehmigungen der Aufseher sei vielleicht noch in diesem Jahr zu rechnen. Kurz danach werde man die Kontrolle über die Commerzbank übernehmen und die Strategie implementieren. Wenn nötig, werde UniCredit eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen.
Orcel hatte seine strategischen Pläne im April vorgestellt. Er will der Commerzbank das eigene Geschäftsmodell überstülpen. Das war sowohl beim Vorstand als auch beim Betriebsrat des Frankfurter Geldhauses auf erbitterten Widerstand gestoßen und zog auch Kritik der Bundesregierung auf sich. Trotzdem sicherten sich die Italiener mit einem Tauschangebot fast die Hälfte der Commerzbank-Anteile.
Ohne die Commerzbank rechnet UniCredit mit mehr Gewinn. Für das laufende Jahr schraubte Orcel die Prognose von "mindestens elf Milliarden Euro" Nettogewinn auf "deutlich über elf Milliarden oder 11,5 Milliarden" nach oben. Im zweiten Quartal sank der Nettogewinn um 13 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro.