Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagVon KI bis Robotaxis, von Trump bis Powell

28.01.2026, 05:59 Uhr

Der Dax hat das Ziel klar vor Augen: 25.000 Punkte. Gestern schloss der deutsche Börsenleitindex noch darunter, gab 0,2 Prozent auf 24.894 Zähler nach. Heute könnte er die Marke aber knacken, denn es steht einiges auf der Agenda – sowohl unternehmens-, als auch konjunkturseitig.

So werden am Morgen bereits frische Daten des GFK-Konsumbarometers veröffentlicht. Danebenwill etwa die Bundesregierung ihre neuen Konjunkturprognosen vorstellen. Wie Reuters bereits berichtet hat, wird dieses Jahr nun mit einem Wachstum von 1,0 Prozent gerechnet, 2027 dann von 1,3 Prozent. Das Kabinett soll sich zunächst mit dem Jahreswirtschaftsbericht befassen. Am Nachmittag wird dann Wirtschaftsministerin Katherina Reiche von der CDU die Details daraus vor der Presse erläutern.

In den USA dürfte die Notenbank Federal Reserve den Leitzins nach zwei Senkungsschritten konstant halten. Experten erwarten, dass der geldpolitische Schlüsselsatz in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent bleiben wird. Mit Spannung blicken die Finanzmärkte zugleich auf die Pressekonferenz mit Fed-Chef Jerome Powell im Anschluss an den Zinsentscheid. Der ist jüngst ins Visier der US-Justiz geraten und sieht darin einen Vorwand, ihn zinspolitisch unter Druck zu setzen. US-Präsident Donald Trump drängt Powell seit langem zu aggressiven Zinssenkungen und hat angekündigt, bald einen Nachfolger für den bis Mai amtierenden Fed-Chef zu küren.

Unternehmensseitig könnten Börsenschwergewichte positiv aufhorchen lassen. So hat etwa der rasant wachsende Bedarf an hochmodernen Computerchips dem Spezialmaschinenbauer ASML voraussichtlich zu einem erneuten Wachstumsschub verholfen. Ein besonderes Augenmerk richten Börsianer bei der Vorlage der Quartalsbilanz auf das China-Geschäft, das durch die US-Beschränkungen für Hochtechnologie-Exporte beeinträchtigt wird. Der kleinere Rivale ASM International verbuchte zum Jahresende eine Erholung der Nachfrage aus der Volksrepublik. ASML hat für das abgelaufene Quartal einen Umsatz von 9,2 bis 9,8 Milliarden Euro in Aussicht gestellt.

Zudem legt neben den KI-Boom-Profiteuren Microsoft, Meta und IBM nach US-Börsenschlussauch Tesla Zahlen vor: Investoren achten dabei besonders darauf, ob das Geschäft mit selbstfahrenden Autos inzwischen erste Früchte trägt. Sie begründen die hohe Börsenbewertung vor allem mit der Wette von Tesla-Chef Elon Musk auf Robotaxis und humanoide Roboter. Im Brot-und-Buttergeschäft mit klassischen Elektroautos läuft es dagegen deutlich schlechter als in den vergangenen Jahren. Analysten gehen davon aus, dass zum Jahresende der Umsatz um 3,6 Prozent und der Gewinn um 40 Prozent geschrumpft ist.

Quelle: ntv.de