Der Börsen-TagWenn das Thema KI den Dax ins Schwanken bringt
Der Dax sucht in dieser Woche noch eine klare Richtung. Den deutlichen Gewinnen vom Wochenstart ließ der deutsche Börsenleitindex gestern zunächst weitere Aufschläge folgen, ehe Gewinnmitnahmen einsetzten und das Börsenbarometer am Ende 0,1 Prozent schwächer mit einem Stand von 24.781 Zählern schloss. Marktteilnehmern zufolge bereitet das aktuelle Niveau charttechnisch aber noch kein Problem, da im Bereich von 24.480 Stellen eine Unterstützung liegt.
Heute dreht sich alles um Preise und Zahlen. So dürfte der Inflationsdruck im Euroraum zu Jahresbeginn weiter an Kraft verloren haben. Laut Ökonomen könnte die Teuerungsrate bei den Verbraucherpreisen im Januar auf 1,7 Prozent gefallen sein, nach 1,9 Prozent im Dezember. Damit würde die Inflationsrate weiter unter das Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) abrutschen. Diese sieht eine Rate von 2,0 Prozent als ideal für die Wirtschaft an. Die frischen Inflationsdaten kommen einen Tag vor der anstehenden EZB-Ratssitzung, für die Experten eine erneute Zinspause erwarten.
Unternehmensseitig ist da schon mehr los: So nimmt etwa die Deutsche Telekom ihre industrielle KI-Cloud offiziell in Betrieb. Hierfür hat das Dax-Schwergewicht ihr Rechenzentrum in München mit 10.000 Spezialprozessoren von Nvidia aufgerüstet. Unternehmen wie der Roboter-Bauer Agile Robots oder der Militärdrohnen-Anbieter Quantum Systems wollen diese Rechner zum Training ihrer Künstlichen Intelligenzen (KI) nutzen. Die Telekom bemüht sich auch um den Auftrag zum Bau einer KI-Gigafactory. Dabei handelt es sich um besonders leistungsfähige Rechenzentren, von denen in Europa insgesamt fünf entstehen sollen.
In den Quartalsergebnissen des Chipkonzerns Infineon werden Anleger vor allem Hinweise auf eine anziehende Nachfrage der Autobauer suchen. Daneben richten sie ihr Augenmerk auf den Absatz von Leistungshalbleitern für KI-Rechenzentren. Diese waren in den vorangegangenen Quartalen der Wachstumstreiber für Infineon. Im laufenden Geschäftsjahr sollen sich die Einnahmen aus diesen Produkten auf 1,5 Milliarden Euro verdoppeln.
Und dann öffnet Alphabet nach US-Börsenschluss noch die Bücher: Dabei stehen erneut die Investitionen in KI-Infrastruktur im Mittelpunkt. Die Frage ist, ob sich die milliardenschweren Ausgaben für neue Rechenzentren in beschleunigtem Wachstum niederschlagen. Sollte Alphabet hier enttäuschen, könnten die Aktien ähnlich wie die Papiere von Microsoft unter Druck geraten.
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