Wirtschaft

KI-Wirbel und GewinnmitnahmenTech-Ausverkauf lastet auf der Wall Street

03.02.2026, 22:45 Uhr
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Specialist Joseph Maguire works at his post on the floor of the New York Stock Exchange, Tuesday, Feb. 3, 2026. (AP Photo/Richard Drew) (Foto: AP)

Ein neues Datentool lässt die Tech-Aktien unter die Räder geraten. Anleger sorgen sich, ob die hohen KI-Investionen überhaupt noch einmal Gewinne abwerfen. Die Talfahrt bei Gold und Silber motiviert Investoren zum Einstieg.

Die US-Börsen haben im Verlauf deutlich ins Minus gedreht. Nach einem Allzeithoch des Dow-Jones-Index strichen Anleger Gewinne ein - befeuert von Verlusten im Technologiesektor. Denn eine neue Analyse-Software von Anthropic sorgte am KI-Markt für Wirbel. Mittels der Software können juristische Aufgaben automatisiert werden. Die Aktien von Datenanbietern und Anbietern von Daten-Analysetools gerieten daraufhin massiv unter Druck - Händler sprachen von einer möglichen neuen Konkurrenz im Bereich der Datenanalyse. Seit Monaten wird unter Anlegern intensiv diskutiert, ob KI Fluch oder Segen für Datenanbieter aller Couleur darstellt.

Der Informationsverarbeitungssektor im S&P-500 verlor als Schlusslicht 2,2 Prozent - Thomson Reuters büßten 15,7 Prozent ein. Der Dow-Jones-Index sank um 0,3 Prozent auf 49.241 Punkte, S&P-500 und der technologielastige Nasdaq-Composite fielen um 0,8 bzw. 1,4 Prozent. Die Zahl der Kursgewinner an der Nyse wurde mit 1445 (Montag: 1598) angegeben, die der -verlierer mit 1313 (1165). Unverändert schlossen 49 (68) Titel. Selbst die Hoffnung auf ein baldiges Ende des Regierungsstillstandes stützte die Börse nicht. Das US-Repräsentantenhaus hatte eine kritische Hürde zur Beendigung des teilweisen Regierungsstillstandes genommen.

Die negative Stimmung am Aktienmarkt sorgte für Umschichtungen in Rentenpapiere, die Renditen drehten daher ins Minus; die Zehnjahresrendite sank um 1 Basispunkt auf 4,27 Prozent. Der Dollar drehte nach einem Zehntageshoch ins Minus - der Dollar-Index büßte 0,3 Prozent ein. Damit könnte der Warsh-Effekt schon wieder verpufft sein. Die Nominierung von Kevin Warsh zum Vorsitzenden der US-Notenbank habe zwar Sorgen über die Unabhängigkeit der Fed verringert, die Verunsicherung über die künftige Geldpolitik bleibe aber, hieß es.

Palantir legt glänzende Zahlen vor

Bei Gold nutzten Anleger die heftigen Verluste der vergangenen Tage zum Einstieg. Der Preis für die Feinunze erhöhte sich um 6,2 Prozent. Der Silberpreis stieg sogar noch deutlicher. Die Ölpreise (+3%) erholten sich etwas von ihren Vortagesverlusten. Die Preise wurden von wachsenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran gestützt. Am Markt machten Berichte die Runde, die US-Streitkräfte hätten eine iranische Drohne abgeschossen, die sich dem Flugzeugträger USS Abraham Lincoln genähert habe. Dass Indien kein russisches Erdöl mehr kaufen will, dürfte die Nachfrage nach westlichen Ölsorten stärken, hieß es.

Unter den Einzelaktien wurden die Geschäftszahlen von Palantir sehr positiv aufgenommen. Das Unternehmen meldete einen Rekordumsatz. Zu verdanken war dies der hohen Nachfrage der US-Regierung nach der KI-Technologie des Unternehmens. Die Aktie machte einen Satz um 6,9 Prozent. Nach einem schwachen Ausblick brachen die Titel der Analyse- und Beratungsgesellschaft Gartner um 20,9 Prozent ein.

Pepsico hatte im vierten Geschäftsquartal einen höheren Gewinn und Umsatz verzeichnet und mitgeteilt, im kommenden Jahr die Kosten senken und den Absatz ankurbeln zu wollen. Die Aktie stieg um 4,5 Prozent. Merck & Co hatte im vierten Quartal einen höheren Umsatz verzeichnet, der Kurs legte um 2,2 Prozent zu. Wettbewerber Pfizer hatte mit den Ergebnissen für das vierte Quartal zwar die Erwartungen der Analysten übertroffen, doch blieb der Ausblick unter Konsens. Die Titel büßten 3,5 Prozent ein.

Walmart erreicht Billion-Bewertung

Paypal brachen um 20,3 Prozent ein, der Zahlungsdienstleister hatte sowohl für das laufende Quartal als auch für das Geschäftsjahr einen Rückgang des Gewinns je Aktie prognostiziert. Analysten hatten mit einem Anstieg gerechnet. Auch in der vierten Periode lagen Umsatz und Gewinn unter den Markterwartungen. Paypal hatte zudem den ehemaligen CEO von HP, Enriques Lores, zum Chef ernannt.

Walmart hatte als erster klassischer Einzelhändler einen Börsenwert von 1 Billion US-Dollar erreicht. Damit schloss sich das Unternehmen einer kleinen, aber wachsenden Gruppe von Konzernen an, die eine Billionen-Bewertung aufweisen - darunter Amazon, Nvidia, Meta Platforms und Microsoft. Der Kurs zog um 3 Prozent an. Der Kurs des Nierendialyse-Unternehmens DaVita schnellte nach starken Geschäftszahlen und einem entsprechenden Ausblick um 21,2 Prozent nach oben.

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Quelle: ntv.de, mau/DJ

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