Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagZinssenkungen: Ist die Spekulationsblase geplatzt?

12.01.2024, 06:30 Uhr

So träge die vergangenen Handelstage, so heiß her ist es im Donnerstagsgeschäft für den DAX gegangen: Der deutsche Börsenleitindex schloss mit 16.547 Punkten 0,9 Prozent im Minus - und auch nahe des Tagestiefs von rund 16.540 Zählern. Im Tageshoch hatte der DAX an der 16.840er-Marke gekratzt. Doch die Veröffentlichung der US-Inflationsdaten am Nachmittag schickte die Kurse diesseits des Atlantiks auf Talfahrt. An der Wall Street konnten sie sich im Handelsverlauf aber wieder erholen.

Die Kerninflation, bei der die schwankungsanfälligen Energie- und Lebensmittelpreise außen vor bleiben, sank in den USA im Dezember auf 3,9 von zuvor 4,0 Prozent. Experten waren von einem Rückgang auf 3,8 Prozent ausgegangen. Die Investoren befürchten, dass die Zahlen die US-Notenbank dazu veranlassen, die ersehnte Lockerung der Geldpolitik zeitlich zu verschieben. Die Währungshüter versuchen, mit erhöhten Zinsen die hohe Inflation zu dämpfen.

"Bei diesen Zahlen ist es schwer vorstellbar, dass die Fed bei ihrer Sitzung im Januar auf eine Lockerung der Geldpolitik während der nächsten Sitzung im März hinweist", sagt Michael Feroli, Chefvolkswirt der US-Großbank JP Morgan. Mehr als 65 Prozent der Anleger hoffen derzeit auf eine erste Zinssenkung im März. Fallende Zinsen beim Fed-Entscheid im Mai gelten als mehr oder weniger ausgemacht. Die meisten Analysten erwarten dagegen keine Lockerung der Geldpolitik vor der zweiten Jahreshälfte.

Damit droht die zweite Verlustwoche in diesem Jahr. Impulse kommen bereits am Morgen aus Asien, denn China legt die Zahlen zum Außenhandel im Dezember vor. Experten erwarten, dass die Exporte zum Jahresende um 1,7 Prozent zugenommen haben und die Importe um 0,3 Prozent. Befördert durch Preissenkungen hatten die Exporte im November erstmals seit einem halben Jahr zugelegt. Die Importe fielen jedoch. Auf der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt nach den USA lasten die schwache globale Nachfrage und die weiter schwelende Immobilienkrise.

Auf Unternehmensseite wird es für die Anleger dann ab Mittag interessant: Zahlreiche US-Großbanken öffnen ihre Bücher und läuten damit die Berichtssaison ein. Unter anderem präsentieren JP Morgan, Blackrock, Bank of America und Wells Fargo Geschäftsergebnisse. Weitere Wochentermine finden Sie hier.