Der Börsen-TagZwei Daten können DAX-Anlegern die Laune verderben
Den deutlichen Aufschlägen zur Wochenmitte hat der DAX im gestrigen Geschäft weitere Gewinne folgen lassen, sodass er nun vor einem positiven Wochenabschluss steht. Mit 18.450 Punkten pirscht er sich auch wieder in die Nähe seines Rekordniveaus heran. Die Wall Street öffnet nach dem gestrigen Feiertag auch wieder ihre Pforten, weshalb hierzulande die Umsätze höher ausfallen dürften.
Interessant wird es bereits am Morgen, wenn die Daten zur deutschen Produktion im Mai anstehen. Ökonomen erwarten, dass sie um 0,2 Prozent zugelegt hat. Belastet vom kriselnden Bausektor war die Produktion in Deutschland im April weiter gesunken. Industrie, Bau und Energieversorger stellten zusammen 0,1 Prozent weniger her als im Vormonat. Im März hatte es ein Minus von 0,4 Prozent gegeben. Gestern hatten Daten zum Auftragseingang der deutschen Industrie enttäuscht: Sie waren den fünften Monat in Folge gefallen.
Am Nachmittag liegt das Augenmerk der Anleger dann in den USA, denn der Arbeitsmarktbericht der US-Regierung wird veröffentlicht. Ökonomen erwarten, dass sich der Stellenaufbau außerhalb der Landwirtschaft im Juni verlangsamt hat: Mit 190.000 Jobs dürften weit weniger Stellen entstanden sein als im Vormonat, als ein Wert von 272.000 erreicht worden war. Allerdings gilt bereits eine Zahl von rund 100.000 neuen Arbeitsplätzen pro Monat als völlig ausreichend, um die wachsende Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter mit Jobs zu versorgen.
Unternehmensseitig rückt das DHL-Papier in den Vordergrund, denn der Bundesrat stimmt über die Novelle des Postgesetzes ab, mit der die Bundesregierung auf die Änderungen am Briefmarkt reagiert. Mit dem neuen Regelwerk soll die Deutsche Post mehr Zeit für die Zustellung von Briefen erhalten. Im Gegenzug soll die Post die Kunden aber zuverlässiger erreichen. Zugleich soll die Bundesnetzagentur mehr Kompetenzen erhalten und der Wettbewerb in dem weitgehend regulierten Markt verbessert werden. DHL hatte erklärt, das Regelwerk enthalte einige "bittere Pillen" für den Marktführer Deutsche Post. Zugleich bringe es aber auch Klarheit. Der Bundestag hat die Reform bereits gebilligt, die im kommenden Jahr greifen soll. 2025 dürfte dann auch das Briefporto steigen.
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