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Kleinstgeld soll verschwinden Ein-Cent-Münzen braucht niemand

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In Deutschland trifft der Vorschlag der EU-Kommission nicht überall auf Gegenliebe.

(Foto: picture alliance / dpa)

Geht es nach der EU-Kommission, dann werden Ein- und Zwei-Cent-Münzen in der Eurozone irgendwann verschwunden sein. Das ist eine richtig gute Idee.

Die EU-Kommission nimmt einen Anlauf, um Ein- und Zwei-Cent-Münzen abzuschaffen. Das wird auch höchste Zeit. Diese Münzen sind nicht nur nutzlos, sie sind eine Plage.

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Nichts spricht für diese Kupfermünzen, die Portemonnaies verstopfen und die Wartezeit an Kassen verlängern. Was für eine Erleichterung, wenn man im Supermarkt den Satz des Schreckens nie wieder hören müsste: "Mooooooooment. Ich glaube, ich kann das auch passend bezahlen." Danach vergeht gefühlt eine Ewigkeit, bis viel zu häufig festgestellt wird, dass es doch nicht passt.

Jeder kennt diese vergeblichen Versuche, die Münzsammlung wieder loszuwerden. Automaten nehmen das Kupfergeld nicht an. Also landet es massenweise in Schubladen oder Dosen oder Brunnen. Genau deshalb müssen diese Münzen übrigens ständig nachgeprägt werden.

Doch die Herstellung ist teuer. Die Prägung kostet viel mehr als der Nennwert. Obwohl sich also diese Münzen nicht rechnen und fürchterlich unpraktisch sind, gibt es keine, die in der Eurozone häufiger geprägt werden - sie machen mehr als die Hälfte der Münzen aus, die im Währungsraum im Umlauf sind.

Ökonomisch ist es ganz großer Unfug, an dem Kleinstgeld festzuhalten. Jeder ist doch froh, wenn er die Münzen los ist. Was spricht dann dagegen, sie ganz abzuschaffen?

Zugegeben, in Deutschland geht es in Sachen Bargeld emotional zu. "Nur Bares ist Wahres" oder "Wer den Pfennig nicht ehrt ...", diese Einstellung ist hierzulande bei vielen Menschen tief verwurzelt. Aber wir reden hier doch nicht davon, das Bargeld komplett abzuschaffen. Wir reden davon, nerviges Kleinstgeld loszuwerden, das niemand braucht.

Andere Euro-Länder machen es erfolgreich vor. Dort wird auf den nächsten Fünf-Cent-Betrag ab- oder aufgerundet - etwa in Finnland, den Niederlanden und inzwischen in Belgien. Das Bargeld ist damit nicht verschwunden. Bei aller Liebe zum Cash: Wie schön, wenn es weder Ein- noch Zwei-Cent-Münzen geben würde. Sie sind die Geißel des Bargeldzahlens.

Quelle: ntv.de