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Wann kommt die Korrektur?Aktienkurse gehen auf Bröckelkurs

07.11.2017, 22:42 Uhr
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Wie lange gehen die Aktienkurse noch nach oben? (Foto: dpa)

An der Börse tut sich an diesem Dienstag nicht allzu viel. Der Dow Jones quält sich zwar noch einmal zu einem neuen Rekord, doch dann geht es langsam abwärts. Auch der Dax wirkt kraftlos und bröckelt ab.

Die Rekordjagd an den US-Börsen hat am Dienstag ein vorläufiges Ende gefunden. Zwar hatten die großen Aktienindizes im frühen Handel neue Allzeithochs erreicht, die aber nur marginal über den vorigen lagen. Die Gewinne begannen rasch zu bröckeln. Das lag zum Teil an einigen enttäuschenden Unternehmensbilanzen aus der zweiten Reihe. Viel wichtiger war aber ein anderes Thema: Die Anleger wollten endlich Genaueres über die versprochene Steuerreform erfahren, hieß es aus dem Handel - wann genau sie in Kraft treten und wie sie ausgestaltet werde.

Der Dow-Jones-Index rettete ein Plus von 9 Punkten ins Ziel und schloss bei 23.557 Punkten. Für den S&P-500 ging es um einen halben Punkt nach unten, der Nasdaq-Composite schloss 0,3 Prozent niedriger. Umgesetzt wurden 903 (Montag: 851) Millionen Aktien. Dabei wurden 1.271 Kursgewinner und 1.703 -verlierer gesehen. Unverändert schlossen 97 Titel. Vor allem Bankenaktien standen auf der Verkaufsliste, sie verloren im Schnitt 2,2 Prozent. Angeführt wurde der Markt dagegen von Versorgern, Aktien aus dem Massenkonsumgütersektor und Immobilienwerten.

Anlegern am europäischen Aktienmarkt ging ebenfalls nach einem neuen Gipfelsturm die Puste aus. Der Dax schloss mit 13.379 Punkten 0,7 Prozent schwächer. Am Vormittag hatte er noch mit 13.525 ein neues Rekordhoch erreicht. Der EuroStoxx50 gab 0,6 Prozent auf 3658 Punkte nach. "Da machen einige Anleger Kasse, das wurde auch mal Zeit", sagte ein Händler. "Schließlich ist die Börse keine Einbahnstraße." In den vergangenen drei Monaten hat der Dax über neun Prozent gewonnen.

Im nachbörslichen Handel kamen die deutschen Aktien noch etwas zurück, nachdem die US-Börsen ihre neuen Rekordhochs nicht hatten halten können. Die Nachrichtenlage war dünn und die Umsätze dementsprechend auch. Ein Händler sprach von einem ruhigen Geschäft. In diesem Umfeld fiel nur ein Nebenwert mit deutlicheren Gewinnen auf: Die Aktie von Friwo wurde am Abend über 10 Prozent höher gestellt, nachdem das Unternehmen seine Jahresziele erhöht hatte.

Wie lange geht das noch gut?

In den USA wächst die Sorge vor einem Absacken der Kurse. Eine deutlichere Korrektur des Aktienmarktes sei "das derzeit wahrscheinlichste Szenario", sagte Marktstratege Chris Weston von IG. Immerhin haben Dow-Jones-Index, Nasdaq-Composite und S&P-500 am Dienstag das 27. Mal in diesem Jahr gleichzeitig neue Rekordhochs markiert. Die drei Indizes liegen auf Basis des Vortagesschlussstandes seit Jahresbeginn zwischen 16 und 26 Prozent im Plus, angetrieben von der andauernden Erholung der US-Konjunktur, steigenden Unternehmensgewinnen sowie der Aussicht auf eine Steuerreform in den USA.

Auffälligster Einzelwert war die Aktie von Weight Watchers. Sie glänzte mit einem dicken Plus von 13,6 Prozent. Vor allem Programme abseits der reinen Gewichtsreduktion kamen bei der Kundschaft gut an. Umsatz und Gewinn des Diätproduktanbieters legten in der dritten Periode um 15 bzw. 29 Prozent zu. Verlierer waren die Reiseportalbetreiber TripAdvisor und Priceline Group. Für die Aktien von TripAdvisor ging es um über 23 Prozent abwärts, Priceline Group verloren fast 14 Prozent.

Öl, Gold und Dollar

Neue Prognosen der zum US-Energieministerium gehörenden Energy Information Agency (EIA) hatten keinen Einfluss auf die Ölpreise. Die EIA hatte ihre Schätzungen sowohl für die Ölförderung als auch für die -nachfrage im vierten Quartal gesenkt. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI fiel um 0,3 Prozent auf 57,20 Dollar. Brent verbilligte sich um 0,9 Prozent auf 63,69 Dollar.

Der Goldpreis gab einen Teil seiner Vortagesgewinne wieder ab, was von Händlern vor allem mit dem festen Dollar begründet wurde. Der Preis für die Feinunze fiel um 0,3 Prozent auf 1.276 Dollar.

Der Dollar baute seine Gewinne weiter aus. Hier überwogen die dollarpositiven Faktoren, wie die Aussicht auf eine US-Steuerreform. Der Euro notierte im späten US-Handel bei rund 1,1590 Dollar. Im Tagestief erreichte er mit 1,1554 Dollar den niedrigsten Stand seit Ende Juli. Am Montagabend lag die Gemeinschaftswährung noch knapp über 1,16 Dollar.

Quelle: vpe/DJ/rts

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